Sichtweite (Sichtentfernung)
Die Sichtweite, auch Sichtbarkeit genannt, ist die maximale horizontale Entfernung, in der ein großes, dunkles Objekt unter den aktuellen atmosphärischen Beding...
Geringe Sichtweite in der Luftfahrt bezeichnet meteorologische Bedingungen, die die Sicht eines Piloten unter die behördlichen Mindestwerte verringern und damit Sicherheit, Betrieb und Verfahren beeinflussen.
Geringe Sichtweite in der Luftfahrt bezeichnet meteorologische Bedingungen, bei denen die Fähigkeit eines Piloten oder Beobachters, markante Objekte zu sehen und zu identifizieren, unter die behördlichen oder betrieblichen Schwellenwerte sinkt. Solche Bedingungen entstehen durch Nebel, Dunst, Rauch, Niederschlag, aufgewirbelten Staub oder Sand oder vulkanische Asche. Geringe Sichtweite stellt während Anflug, Landung, Rollen und Start ein zentrales Risiko dar, da sie die Fähigkeit des Piloten beeinträchtigt, Start- und Landebahnen, Rollwege, Hindernisse und andere Flugzeuge visuell zu erkennen. Dieser Glossareintrag bietet einen tiefgehenden Einblick in die Konzepte, Ursachen, Messmethoden, Auswirkungen und das Management geringer Sichtweite in der Luftfahrt.
Sichtweite ist das Maß für die Entfernung, aus der ein Objekt oder Licht eindeutig erkannt werden kann. In der Luftfahrt gelten mehrere standardisierte Definitionen:
In den USA wird die Sichtweite in Statute Miles (SM) und in den meisten ICAO-Mitgliedsstaaten in Metern (m) gemessen. Eine genaue Sichtweitenmeldung ist wesentlich für einen sicheren Flugbetrieb und beeinflusst, ob Piloten nach Sicht- oder Instrumentenflugregeln operieren.
Wolkenuntergrenze (Ceiling) ist definiert als die Höhe über Grund (AGL) der niedrigsten als gebrochen (BKN), bedeckt (OVC) oder als Sichtbehinderung (z. B. Nebel oder Rauch) gemeldeten Wolkenschicht. Die Untergrenze ist entscheidend für die Bestimmung der Flugregeln:
Wolkenuntergrenzen werden in METARs gemeldet und sind für die Einhaltung von ATC- und betrieblichen Mindestwerten unerlässlich.
Flugbetrieb wird anhand der Untergrenze und Sichtweite in vier Kategorien eingeteilt:
Diese Kategorien bestimmen Verfahren, Befugnisse der Piloten und Anforderungen der Flugsicherung.
Nebel besteht aus feinen Wassertröpfchen in der Luft und reduziert die Sichtweite auf weniger als 1.000 Meter (5/8 SM). Es gibt verschiedene Arten:
Nebel wird in METARs als “FG” gemeldet und ist eine häufige Ursache für Verspätungen an Flughäfen.
Dunst („BR“ in METARs) besteht aus mikroskopischen Wassertröpfchen, die die Sichtweite auf 1.000 bis 5.000 Meter (5/8–3 SM) reduzieren. Er entsteht oft bei feuchter, ruhiger Witterung, besonders morgens oder abends.
Dunst („HZ“ in METARs) wird durch feine, trockene Partikel wie Staub, Rauch oder Schadstoffe verursacht. Er verringert die Sichtweite und zeigt häufig einen bläulichen oder gelblichen Schimmer, besonders in städtischen oder industriellen Gebieten.
Rauch („FU“ in METARs) durch Waldbrände, Verbrennungen oder Industrie kann die Sichtweite auf unter 1 SM senken – manchmal über große Flächen – und stellt erhebliche Betriebsrisiken dar.
Starke Winde in trockenen Regionen wirbeln Partikel auf, in METARs als „DU“ (Staub) oder „SA“ (Sand) codiert, und können die Sicht bis nahe Null verringern.
Vulkanasche („VA“ in METARs) von Ausbrüchen kann Tausende Kilometer weit getragen werden und die Sicht erheblich verringern sowie Triebwerke und Systeme beschädigen.
Geschulte Beobachter schätzen Sichtweite und Wolkenuntergrenze visuell ab. Dies ist besonders nützlich für die Erkennung von lokalen Phänomenen wie fleckenhaften Nebelfeldern, Dunstschichten oder lokalisiertem Rauch, die automatischen Sensoren entgehen könnten.
Geringe Sichtweite kann:
ICAO und FAA setzen bestimmte Mindestwerte für Sichtweite und Wolkenuntergrenze für Anflug, Landung und Start fest. Betrieb unterhalb dieser Werte ist verboten oder erfordert spezielle Qualifikationen der Besatzung und Ausrüstung.
Neben Flugrisiken können Ereignisse wie Rauch, Dunst oder Staub auch Atemwegsrisiken für Flughafenpersonal und Passagiere darstellen und manchmal Schutzmaßnahmen erforderlich machen.
Das Management geringer Sichtweite umfasst:
Geringe Sichtweite ist ein komplexes, aber beherrschbares Risiko in der Luftfahrt, für das globale Standards und robuste technologische Lösungen einen sicheren und kontinuierlichen Betrieb gewährleisten.
Geringe Sichtweite bezieht sich auf Wetterbedingungen, bei denen die Distanz, die ein Pilot sehen kann, unter den behördlichen oder betrieblichen Schwellenwerten liegt und die Flugsicherheit beim Start, bei der Landung, beim Rollen und im Anflug beeinflusst. Dies löst den Einsatz von Instrumentenverfahren und speziellen Flughafenprotokollen aus.
Geringe Sichtweite wird typischerweise mit Runway Visual Range (RVR)-Sensoren, automatischen Wetterstationen (ASOS) und menschlichen Beobachtern gemessen. RVR gibt die Entfernung an, die ein Pilot entlang der Start- und Landebahn sehen kann, was für sichere Landungen und Starts entscheidend ist.
Häufige Ursachen sind Nebel, Dunst, Rauch, Niederschlag (Regen, Schnee, Nieselregen), aufgewirbelter Staub und Sand sowie vulkanische Asche. Jede Ursache hat eigene Entstehungsmechanismen und unterschiedliche Auswirkungen auf die Sicherheit von Flughafen und Flugbetrieb.
Flugkategorien umfassen VFR (Sichtflugregeln), MVFR (eingeschränkte Sichtflugregeln), IFR (Instrumentenflugregeln) und LIFR (stark eingeschränkte Instrumentenflugregeln). Jede Kategorie ist durch Mindestwerte für Wolkenuntergrenze und Sichtweite definiert und bestimmt zulässige Abläufe.
Flughäfen setzen bei geringer Sichtweite spezielle Betriebsverfahren (LVO) ein – etwa SMGCS, Beleuchtungssysteme und RVR-basierte Mindestwerte –, um sichere Bewegungen am Boden und in der Luft zu gewährleisten. Piloten wechseln auf Instrumentenflugregeln und verlassen sich auf die Leitung durch die Flugsicherung.
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