Hindernisfreiheitshöhe (OCH)
Die Hindernisfreiheitshöhe (OCH) ist ein kritischer Sicherheitsparameter in der Luftfahrt und bezeichnet die minimale Höhe über der Schwelle der Landebahn oder ...
OCA ist die niedrigste Höhe bei Instrumentenanflügen, die einen vertikalen Abstand zu Hindernissen sicherstellt und das Luftfahrzeug bei Sichtmangel schützt.
Die Hindernisfreiheitshöhe (OCA) ist die niedrigste Höhe über dem mittleren Meeresspiegel (AMSL), die ein Luftfahrzeug an einem bestimmten Punkt während eines Instrumentenanflugverfahrens überfliegen muss, um einen sicheren vertikalen Abstand zu allen Hindernissen zu gewährleisten. Die OCA ist ein wesentliches Sicherheitsmerkmal und sorgt dafür, dass selbst bei schlechter Sicht oder unter Instrumentenwetterbedingungen (IMC) das Luftfahrzeug sicher vom Gelände und von Bauwerken getrennt bleibt.
Die OCA wird für jedes Anflugverfahren durch eine gründliche Hindernisanalyse im Schutzbereich jedes Anflugsegments gemäß internationalen Standards wie ICAO PANS-OPS oder FAA TERPS bestimmt. Wird sie als Höhe über dem Flugplatz- oder Schwelleniveau angegeben, spricht man von der Obstacle Clearance Height (OCH). Häufig werden in Karten OCA/H angegeben, um sowohl die Höhe (AMSL) als auch den Abstand über Schwelle darzustellen.
| Begriff | Bezugsniveau | Verwendung |
|---|---|---|
| OCA | Mittlerer Meeresspiegel (AMSL) | Flugzeug-Höhenmesser, Kartierung |
| OCH | Schwelle/Flugplatzhöhe | Verfahrensdesign, Sicherheitsmarge |
Der Zweck der OCA ist eindeutig und essenziell: Sie garantiert die Hindernisfreiheit in allen Phasen des Instrumentenanflugs. Sie bildet die Grundlage der Anflugminima—Mindestanflughöhe (MDA) oder Entscheidungshöhe (DA)—indem sie die niedrigste zulässige Flughöhe ohne Sicht auf die Landebahn festlegt. Werden die erforderlichen Sichtmerkmale bei OCA/H nicht erreicht, muss ein Fehlanflug eingeleitet werden.
Die OCA wird verwendet für:
Ihre Rolle ist grundlegend zur Vermeidung von Controlled Flight Into Terrain (CFIT) und für sichere IFR-Operationen weltweit.
ICAOs PANS-OPS (Procedures for Air Navigation Services – Aircraft Operations), dokumentiert in Doc 8168, ist der globale Standard für Verfahrensdesign und Hindernisfreiheit. Er schreibt vor:
FAA TERPS (Terminal Instrument Procedures), geregelt in FAA Order 8260.3, ist maßgeblich für das US-amerikanische Verfahrensdesign. Während die Intention mit der ICAO übereinstimmt, verwendet TERPS leicht abweichende Berechnungen und MOC-Werte, die auf den US-Luftraum und die Infrastruktur zugeschnitten sind.
Beide Standards stellen sicher, dass OCA/H-Werte auf einer strengen, harmonisierten Herangehensweise an die Hindernisfreiheit beruhen und Effizienz wie Sicherheit ausgewogen berücksichtigen.
Instrumentenanflüge werden in Segmente unterteilt, von denen jedes über einen Schutzbereich und einen definierten MOC verfügt:
| Segment | Zweck |
|---|---|
| Streckenflug | Sicherer Reiseflug |
| Anfangsanflug | Übergang vom Streckenflug |
| Zwischenanflug | Ausrichtung auf Endanflug |
| Endanflug | Sinkflug bis zum Minimum |
| Fehlanflug | Sicherer Steigflug nach Durchstarten |
Schutzbereiche werden so gestaltet, dass Navigationsgenauigkeit, Wind und Luftfahrzeugkategorie berücksichtigt werden. Das jeweils höchste Hindernis wird identifiziert.
Für jedes Segment wird ein standardisierter MOC über das höchste Hindernis angewendet:
| Segment | ICAO MOC | Typischer TERPS MOC |
|---|---|---|
| Streckenflug | 1.000 ft (2.000 ft gebirgig) | 1.000–2.000 ft |
| Anfangsanflug | 300 ft | 300 ft |
| Zwischenanflug | 150 ft | 150 ft |
| Endanflug (Präzision) | 75 ft | 100 ft+ |
| Endanflug (Nicht-Präzision) | 295 ft | 250–350 ft |
| Fehlanflug | 30 ft | 40 ft |
Beispiel:
OCH = 120 + 295 = 415 ft über Schwelle
OCA = 150 + 415 = 565 ft AMSL
Die Ursprünge der OCA reichen bis zu den Anfängen des Instrumentenflugs mit konservativen Minima zurück. Die Standardisierung begann mit der ICAO 1944 und wurde mit PANS-OPS (Doc 8168) und nationalen Systemen wie TERPS weiterentwickelt. GNSS-, RNP- und PBN-Technologien ermöglichen heute präzisere OCA/H-Bestimmungen und unterstützen sowohl Sicherheit als auch Effizienz im Betrieb.
| Kategorie | Platzrundenradius (NM) | MOC (ICAO) |
|---|---|---|
| A | 1,68 | 394 ft |
| B | 2,66 | 394 ft |
| C | 3,28 | 394 ft |
| D | 4,20 | 394 ft |
Gerader Nicht-Präzisionsanflug
Höchstes Hindernis: 80 ft über Schwelle
MOC: 295 ft
Schwellenhöhe: 150 ft AMSL
OCH = 80 + 295 = 375 ft über Schwelle
OCA = 150 + 375 = 525 ft AMSL
Fehlanflug
Höchstes Hindernis: 50 ft über Flugplatz
MOC: 30 ft
Flugplatzhöhe: 110 ft AMSL
OCH = 50 + 30 = 80 ft über Gelände
OCA = 110 + 80 = 190 ft AMSL
Die Hindernisfreiheitshöhe (OCA) ist ein Eckpfeiler der Sicherheit im Instrumentenflug und stellt sicher, dass Luftfahrzeuge in allen Phasen des Anflugs, Fehlanflugs und der Platzrunde auch bei schlechter Sicht ausreichend Abstand zu Hindernissen halten. Ihre präzise Bestimmung und die universelle Anwendung internationaler Standards ermöglichen sichere, vorhersehbare und effiziente Instrumentenverfahren weltweit.
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Die OCA wird ermittelt, indem das höchste Hindernis im Schutzbereich eines Segments des Instrumentenanflugs identifiziert und dann ein regulatorisch festgelegter Mindestabstand (MOC) addiert wird. Dieser Prozess stellt eine sichere vertikale Trennung zu Gelände und Hindernissen sicher. Die genaue Methodik folgt Standards wie ICAO PANS-OPS oder FAA TERPS und berücksichtigt Faktoren wie Navigationsgenauigkeit, Luftfahrzeugkategorie und örtliches Gelände.
OCA (Obstacle Clearance Altitude) bezieht sich auf die Höhe über dem mittleren Meeresspiegel (AMSL) und wird für Höheneinstellungen und Anflugkarten verwendet. OCH (Obstacle Clearance Height) bezieht sich auf die Höhe über dem Flugplatz- oder Schwelleniveau und wird im Verfahrensdesign eingesetzt. Beide gewährleisten die Hindernisfreiheit, unterscheiden sich aber im Bezugsniveau.
Die OCA ist entscheidend, weil sie einen garantierten Mindestabstand über Hindernissen bietet, insbesondere bei schlechter Sicht, wenn Piloten das Gelände nicht sehen können. Sie bildet die Grundlage der Anflugminima (MDA, DA) und verhindert kontrollierten Flug ins Gelände (CFIT) in allen Phasen des Instrumentenanflugs.
Sowohl ICAO PANS-OPS als auch FAA TERPS legen detaillierte Kriterien für die Berechnung von OCA/H fest und gewährleisten weltweit einheitliche Hindernisfreiheit. Obwohl sich die technischen Details unterscheiden können, zielen beide darauf ab, Sicherheitsmargen und Verfahrensdesign für den internationalen und nationalen Luftverkehr zu harmonisieren.
Ein Unterschreiten der OCA (oder der zugehörigen MDA/DA) ohne die erforderlichen Sichtreferenzen bringt das Luftfahrzeug in Gefahr, mit Hindernissen oder Gelände zu kollidieren. Die Vorschriften verlangen, dass Piloten ein Fehlanflugverfahren einleiten, wenn die Sichtreferenz nicht spätestens auf der OCA/H hergestellt wird.
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