Kontrollturm
Ein Kontrollturm ist eine wichtige Flughafenstruktur, in der Fluglotsen untergebracht sind und die durch 360-Grad-Sicht und technologische Überwachung einen sic...
Der Flugsicherungstower (ATCT) ist die zentrale Einrichtung zur Steuerung des Flugzeug- und Fahrzeugverkehrs auf der Oberfläche eines Flughafens und im unmittelbaren Luftraum, um Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten.
Ein Tower in der Luftfahrt ist das vertikale, verglaste Bauwerk an einem Flughafen, von dem aus Fluglotsen die Bewegungen von Flugzeugen und Fahrzeugen am Boden sowie im unmittelbar darüber und um den Flughafen gelegenen Luftraum überwachen und steuern. Der Flugsicherungstower (ATCT) ist strategisch platziert und erhöht, um den Lotsen eine 360-Grad-Sicht ohne Hindernisse auf alle Start- und Landebahnen, Rollwege, Vorfelder und – falls relevant – entfernte Abstellflächen und Terminalbereiche zu bieten.
Der zentrale Betriebsbereich innerhalb des Towers ist die Kontrollkabine oder Cab, die mit großen, geneigten, verzerrungsarmen Fenstern ausgestattet ist, die Blendeffekte reduzieren und die Sicht der Lotsen bei allen Lichtverhältnissen verbessern. Im Sockel und auf den unteren Etagen befinden sich Technikräume, Ersatzstrom- und Kommunikationsanlagen, Verwaltungsbüros und gesicherte Zutrittskontrollen. Sicherheit und Redundanz sind integrale Bestandteile: Der Zugang ist streng geregelt und die Systeme sind so ausgelegt, dass ein durchgehender Betrieb auch bei technischen Störungen oder Notfällen gewährleistet bleibt.
An großen internationalen Flughäfen erreichen Towers oft Höhen von über 100 Metern (300+ Fuß), während kleinere Flughäfen Türme mit nur 15 Metern (50 Fuß) Höhe haben – angepasst an die betrieblichen Erfordernisse. Die Architektur des Towers beinhaltet Schwingungsdämpfung, Blitzschutz und ergonomische Arbeitsplätze, um die wichtige Sicherheitsfunktion der Lotsen zu unterstützen.
Der Flugsicherungstower (ATCT) ist das Kommandozentrum des Flughafens zur Steuerung aller Bodenbewegungen und des umliegenden kontrollierten Luftraums (typischerweise die Flugplatzverkehrszone (ATZ), bis etwa 2.500 Fuß über Grund und etwa fünf Seemeilen vom Flughafennullpunkt entfernt).
Lotsen im ATCT:
Lotsen nutzen spezielle Funkfrequenzen, standardisierte ICAO-Phrasologie und fortschrittliche Überwachungs- sowie Wettertechnik, um einen sicheren, effizienten und geordneten Betrieb aufrechtzuerhalten.
Die Kontrollkabine ist so organisiert, dass jeder Arbeitsplatz auf einen bestimmten Betriebssektor (Start- und Landebahnen, Rollwege, Vorfelder) ausgerichtet ist und ausgestattet ist mit:
Auf den darunterliegenden Etagen befinden sich:
Die gesamte Einrichtung ist auf Widerstandsfähigkeit ausgelegt – um Unwetter, Stromausfälle und sogar Sicherheitsbedrohungen standzuhalten.
Flugsicherung (ATC) bezeichnet das landgestützte System aus Personal und Technik, das der sicheren, geordneten und effizienten Bewegung von Flugzeugen am Boden und in der Luft dient. Die Hauptziele, wie in ICAO Annex 11 definiert, umfassen:
ATC-Dienste gliedern sich in:
Jeder Dienst ist für bestimmte Flugphasen zuständig (vom Rollen über den Flug bis zurück zum Rollen) und nutzt Radar-, Überwachungs- und Kommunikationssysteme, um die vorgeschriebene Staffelung und Sicherheitsabstände aufrechtzuerhalten.
Der Clearance Delivery Controller ist die erste Kontaktperson für Piloten an kontrollierten Flughäfen. Er erteilt Flugplanfreigaben, Anfangsrouten, Flughöhen und Squawk-Codes. DEL sorgt für die Startreihenfolge und klärt Unstimmigkeiten im Flugplan, meist über VHF oder Datenlink (PDC).
Der Ground Controller steuert Flugzeug- und Fahrzeugbewegungen auf Rollwegen, Wartebereichen und inaktiven Start- und Landebahnen. Mithilfe von Bodenradar (SMR/A-SMGCS) weist GND Pushbacks, Rollwege und Bahnüberquerungen zu, verhindert Konflikte und stimmt sich eng mit Wartungs- und Einsatzfahrzeugen ab.
Der Tower Controller (Local Controller) steuert aktive Start- und Landebahnen sowie den unmittelbaren Luftraum am Flughafen. Er erteilt Start- und Landefreigaben, reiht Ankünfte/Abflüge ein und sorgt für die Sicherheit der Bahnen. TWR kann Freigaben verweigern, Go-Arounds koordinieren und Bahnbeleuchtung oder Notfallprotokolle aktivieren.
Der Approach Controller reiht An- und Abflüge im Terminal-Luftraum (typischerweise im Umkreis von 20–50 Seemeilen und bis 17.000 Fuß Höhe) ein und nutzt Radar für Vektorgaben, Abstände und die Ausrichtung auf Endanflug- oder Abflugstrecken.
Der Area Controller (ACC/ARTCC) überwacht die Reiseflugphase, betreut große Regionen und höhere Flughöhen. Mit Radar und ADS-B sorgt ACC für die Einhaltung der Staffelung, koordiniert Umleitungen und stimmt sich mit benachbarten Zentren ab.
TRACON-Einrichtungen steuern Flugzeuge im Übergangsluftraum zwischen Flughafen und Streckenabschnitten, reihen hohe Verkehrsmengen bei An- und Abflügen mit Radar und automatisierten Systemen ein. TRACON kann mehrere Flughäfen einer Metropolregion bedienen.
Lotsen und Piloten kommunizieren auf zugewiesenen VHF/UHF-Frequenzen für jede ATC-Funktion (DEL, GND, TWR, APP, ACC). Bei jeder Übergabe weist der Lotse den Piloten an, die nächste Stelle auf einer bestimmten Frequenz zu kontaktieren, um eine durchgehende Kommunikation beim Wechsel durch verschiedene Luftraumsektoren sicherzustellen.
Standardisierte ICAO-Phrasologie sorgt für Verständlichkeit. In vielbeflogenen Bereichen reduziert Data Comm (Datenlink) die Funkbelastung bei Freigaben und Routineanweisungen.
Ein Flugplan wird vor dem Flug eingereicht und in den ATC-Systemen gespeichert. Piloten müssen vor Einflug in kontrollierten Luftraum oder Abflug von einem kontrollierten Flughafen eine Freigabe einholen. Freigaben spezifizieren Route, Flughöhe, Abflugverfahren und Squawk-Code und können unterwegs angepasst werden.
Freigaben sind auch für Bahnüberquerungen, Wechsel der Flugregeln und Notfälle erforderlich. Piloten müssen alle Freigaben zurücklesen, um das Verständnis zu bestätigen.
Ein typischer Ablauf an einem großen Flughafen umfasst folgende ATC-Schritte:
Während des gesamten Ablaufs nutzt jeder Lotse Überwachungs-, Kommunikations- und Verfahrenshilfsmittel, um Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten.
Erklärt ein Flugzeug einen Notfall (z. B. Triebwerksausfall im Anflug), so wird der Tower Controller unverzüglich:
Diese koordinierte Reaktion minimiert das Risiko und sichert schnelle Hilfe.
Moderne Tower sind ausgestattet mit:
Diese Neuerungen unterstützen Lotsen bei der Bewältigung steigender Verkehrszahlen und erhöhen die Sicherheit.
Der Flugsicherungstower ist das Nervenzentrum des Flughafenbetriebs – ein zentrales Infrastrukturelement, ohne das ein sicherer, effizienter und geordneter Flugzeug- und Fahrzeugverkehr nicht möglich wäre. Er vereint modernste Technik, hochqualifiziertes Personal und robuste Verfahren, sodass jede Ankunft, jeder Abflug und jede Rollbewegung präzise gesteuert werden.
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Der Flugsicherungstower (ATCT) steuert alle Boden- und Luftbewegungen im unmittelbaren Umkreis des Flughafens, einschließlich der Erteilung von Start- und Landefreigaben, der Reihenfolge von Ankünften und Abflügen sowie der Lenkung von rollenden Flugzeugen und Fahrzeugen, um Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten.
Lotsen nutzen spezielle VHF/UHF-Funkfrequenzen, um mit Piloten und Bodenfahrzeugen zu kommunizieren, wobei standardisierte ICAO-Phrasologie verwendet wird, um Klarheit zu gewährleisten und Missverständnisse zu minimieren. Datenlink-Kommunikation wird zunehmend an viel frequentierten Flughäfen für Freigaben eingesetzt.
Wichtige Lotsen im Tower sind Clearance Delivery (DEL), Ground Controller (GND) und Tower Controller (TWR). Jeder übernimmt bestimmte Aufgaben: DEL bearbeitet Flugfreigaben, GND überwacht Rollwege und nicht aktive Start- und Landebahnen, TWR steuert aktive Bahnen und den unmittelbaren Luftraum.
Moderne Tower nutzen Radar- und digitale Überwachungssysteme (wie A-SMGCS), fortschrittliche Kommunikationspulte, meteorologische Instrumente, elektronische Flugstreifen sowie redundante Strom- und Kommunikationssysteme, um einen durchgehenden und sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Die Höhe des Towers variiert je nach Größe und Aufbau des Flughafens – von nur 15 Metern (50 Fuß) an Regionalflughäfen bis über 100 Meter (300 Fuß) an großen internationalen Flughäfen, um den Lotsen eine freie Sicht auf alle Betriebsflächen zu ermöglichen.
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