Flugverkehr im Bereich

Aviation Air Traffic Control Airport Operations

Flugverkehr im Bereich – Einblick in die Luftfahrtpraxis

Definition

Flugverkehr im Bereich ist ein grundlegender Begriff der Luftfahrt und bezeichnet alle Luftfahrzeuge, die aktiv im unmittelbaren Umfeld eines Flugplatzes betrieben werden. Dies umfasst typischerweise alle Flugzeuge, die innerhalb festgelegter seitlicher und vertikaler Grenzen—oft innerhalb von 5 nautischen Meilen vom Flughafen und bis zu 3.000 Fuß über Grund—ankommen, abfliegen oder durchqueren. Die Definition, festgelegt in ICAO Annex 2 und dem FAA Pilot/Controller Glossary, schließt abgestellte Flugzeuge auf Abstellflächen oder in Hangars aus, umfasst jedoch solche, die rollen, kurz halten oder sich auf aktiven Rollbahnen und Start-/Landebahnen zum Fliegen bereitmachen.

Dieses Konzept ist sowohl für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften als auch für die praktische Steuerung des Flughafenbetriebs von entscheidender Bedeutung. Es bildet die Grundlage für Strategien zur Kollisionsvermeidung, Kommunikationsprotokolle und Verkehrslenkungsmaßnahmen. Flugverkehr im Bereich gilt für alle Arten von Luftfahrzeugen—Flächenflugzeuge, Drehflügler und zunehmend unbemannte Luftfahrzeuge—unter Sichtflugregeln (VFR) oder Instrumentenflugregeln (IFR), unabhängig davon, ob sie direkt von der Flugsicherung (ATC) gelenkt werden oder sich selbst koordinieren.

Anwendung im Luftfahrtbetrieb

Das Management des Flugverkehrs im Bereich ist zentral für sichere, geordnete und effiziente Bewegungen an allen Flugplätzen, wie in ICAO Doc 4444 (Air Traffic Management) und FAA Advisory Circulars beschrieben.

An kontrollierten (towered) Flughäfen setzen Lotsen Radar, Sichtbeobachtung und Pilotendurchsagen ein, um An- und Abflüge zu staffeln, Kollisionen zu verhindern und die Nutzung von Luftraum und Start-/Landebahnen zu optimieren. An unkontrollierten Flugplätzen sind Piloten selbst verantwortlich, ihre Absichten über die Common Traffic Advisory Frequency (CTAF) anzukündigen, den Luftraum visuell zu beobachten und standardisierte Ein- und Ausflugverfahren zu befolgen.

Vorschriften:
Für das Einfliegen in das Verkehrsgebiet ist in der Regel die Aufnahme einer Funkverbindung mit der Flugsicherung erforderlich oder, falls nicht vorhanden, die Selbstdurchsage der eigenen Position nach standardisierter Sprechweise. Die Staffelung dient sowohl der Sicherheit als auch der Effizienz—optimale Nutzung der Start-/Landebahnen, Minimierung von Verzögerungen und Berechenbarkeit.

Betriebliche Auswirkungen:

  • Slot-Management im Linienflugverkehr
  • Wirbelschleppenabstand bei gemischten Flugzeugtypen
  • Regeln für Einflug und Vorflugrechte im allgemeinen Luftverkehr
  • Integration von Verkehr bei Sonderveranstaltungen (z. B. Flugshows)
  • Militär- und Noteinsätze, die spezielle Ein-/Ausflugkorridore und Verfahren erfordern können

Wichtige Anwendungsbeispiele

  • Anflug auf kontrollierten Flughafen:
    An einem größeren Flughafen staffelt die Flugsicherung jedes ankommende Flugzeug und gibt Anweisungen wie „Fliegen Sie den linken Gegenanflug Piste 27L, Nummer drei hinter dem Airbus im Queranflug.“ So werden Anflüge gestaffelt und Konflikte vermieden.

  • Meldung an einem unkontrollierten Flugplatz:
    An einem unkontrollierten Flugplatz könnte ein Pilot melden: „Harrisburg Verkehr, Bonanza 45X, 7 Meilen westlich, im Anflug zur Landung, Einflug Gegenanflug links Piste 15.“ Dies informiert alle lokalen Piloten und fördert die Abstimmung.

  • Gemischter Betrieb:
    Flughäfen mit Flächen- und Drehflüglern oder bei Veranstaltungen wie der EAA AirVenture nutzen vorübergehende Verfahren, mehrere Frequenzen und visuelle Meldepunkte, um dichten Verkehr zu entflechten.

  • Militär-/Notfallbetrieb:
    Temporäre Flugfelder können eingeschränkte Verkehrsbereiche mit speziellen Korridoren und Staffelungen einrichten, insbesondere bei Missionen oder Notfälleinsätzen (z. B. Brandbekämpfung, Medevac) mit unterschiedlichen Luftfahrzeugen.

Bestandteile des Flugverkehrs im Bereich

Kontrollierte Flughäfen

Fluglotsen an Tower-Flughäfen koordinieren alle Bewegungen im definierten Verkehrsgebiet. Der Luftraum—häufig als Klasse B, C oder D ausgewiesen—umfasst alle kritischen Flugphasen vom Anflug bis zum Rollen. Die Verfahren sind in ICAO Annex 11 und FAA 7110.65 geregelt und verlangen von Piloten die Aufnahme einer Sprechverbindung vor dem Einflug sowie das Befolgen expliziter Freigaben für jede Bewegung. Die Lotsen integrieren sowohl VFR- als auch IFR-Verkehr und berücksichtigen auch Bodenfahrzeuge, Hubschrauber und Drohnen.

Unkontrollierte Flughäfen

An unkontrollierten Flugplätzen übernehmen die Piloten die Staffelung selbst, indem sie über Funk auf der CTAF kommunizieren und den Luftraum visuell beobachten. Standardverfahren (Einflug im 45°-Winkel zum Gegenanflug, Positionsmeldungen in jeder Platzrunden-Phase) sind in ICAO SERA und FAA AC 90-66B beschrieben. Die Grenzen des Verkehrsgebiets sind meist auf Luftfahrtkarten eingezeichnet, und Piloten müssen auch auf nichtfunkende und nichtstandardisierte Verkehrsteilnehmer (z. B. Segelflieger, Ultraleicht, Hubschrauber) achten.

Struktur und Terminologie der Platzrunde

Eine Platzrunde ist eine standardisierte rechteckige Flugbahn—meist links herum, sofern nicht anders veröffentlicht—bestehend aus fünf Segmenten: Start, Querab, Gegenanflug, Queranflug und Endanflug. Platzrunden dienen der Staffelung und der Kollisionsvermeidung.

Bestandteile der Platzrunde:

  • Start: Geradeaus nach dem Abheben
  • Querab: Im rechten Winkel zur Bahn, Übergang vom Start zum Gegenanflug
  • Gegenanflug: Parallel zur Bahn, entgegengesetzte Richtung zur Landung
  • Queranflug: 90° vom Gegenanflug, Ausrichtung zum Endanflug
  • Endanflug: Ausrichtung zur Landung auf der Bahn

Platzrundenhöhe:

  • Allgemeine Luftfahrt: 1.000 ft über Grund
  • Turbinen-/Großflugzeuge: 1.500 ft über Grund oder laut Karte
  • Immer die spezifischen Flugplatzkarten prüfen

Funkmeldungen:
Werden beim Einflug, Übergang und Ausflug in jeder Platzrundenphase gemacht, um andere Piloten zu informieren. Z. B. „Gegenanflug links Piste 27“, „Queranflug links Piste 27.“

Verkehrsmanagementverfahren

Kontrollierte Flughäfen

Lotsen staffeln und räumen alle Bewegungen für Einflug, Rollen, Start und Landung frei. Die Kommunikation ist eindeutig—z. B. „Landung Piste 27 frei“, „Verlängern Sie Ihren Gegenanflug, ich rufe Sie zum Queranflug.“ Radar kann zur Überwachung und Konflikterkennung genutzt werden, dennoch müssen Piloten bei VFR weiterhin visuelle Staffelung einhalten.

Unkontrollierte Flughäfen

Piloten hören ab 10 Meilen Entfernung auf der CTAF, fliegen im 45°-Winkel in den Gegenanflug ein, melden ihre Position in jeder Platzrundenphase und beobachten den Luftraum visuell. Der Ausflug erfolgt entweder geradeaus oder im 45°-Winkel außerhalb des Verkehrsbereichs.

Beispiele für CTAF-Funkmeldungen:

SituationBeispiel-Funkmeldung
10 Meilen entfernt“Lancaster Verkehr, Skyhawk 82B, 10 Meilen östlich, im Anflug zur Landung, Lancaster.”
Einflug Gegenanflug“Lancaster Verkehr, Skyhawk 82B, Einflug Gegenanflug links Piste 08, Lancaster.”
Queranflug“Lancaster Verkehr, Skyhawk 82B, Queranflug links Piste 08, Lancaster.”
Endanflug“Lancaster Verkehr, Skyhawk 82B, Endanflug Piste 08, Lancaster.”
Verlassen der Bahn“Lancaster Verkehr, Skyhawk 82B, Bahn 08 frei, Lancaster.”

Kommunikationsprotokolle

Kommunikation ist entscheidend für Situationswahrnehmung und Konfliktvermeidung.

  • Kontrollierte Flughäfen:
    Kontaktieren Sie den Tower 10–15 Meilen vor dem Einflug mit Position und Absicht. Befolgen Sie die Anweisungen der Flugsicherung; Frequenzwechsel nur auf Anweisung.
  • Unkontrollierte Flughäfen:
    Nutzen Sie die CTAF, nennen Sie den Flugplatznamen zu Beginn und am Ende, melden Sie alle Platzrundenpunkte und halten Sie die Sprache prägnant und standardisiert.
  • UNICOM/FSS:
    An manchen unkontrollierten Plätzen geben UNICOM-Betreiber Hinweise, die Staffelungsverantwortung bleibt jedoch bei den Piloten.

Sicherheitsaspekte

  • Situationswahrnehmung:
    Visuelle Beobachtung, Funkabhören und die Nutzung von ADS-B In/Out sind wichtig, besonders wenn nicht alle Luftfahrzeuge mit Funk ausgerüstet sind.
  • Vorflugrecht:
    Luftfahrzeuge im Endanflug haben Vorrang; bei gleichzeitiger Annäherung hat das Luftfahrzeug rechts Vorrang; das tiefere Luftfahrzeug bei der Landung, jedoch kein Überholen im Endanflug.
  • Ein-/Ausflug in die Platzrunde:
    Einflug in Platzrundenhöhe über 45° zum Gegenanflug; Ausflug geradeaus oder im 45°-Winkel, wenn frei.
  • Wirbelschleppen:
    Größere Abstände hinter schweren Flugzeugen einhalten.
  • Nacht/Schlechte Sicht:
    Beleuchtung nutzen und Funkmeldungen häufiger absetzen; auf nicht beleuchteten Verkehr achten.
  • Besondere Aspekte:
    Berücksichtigen Sie Segelflieger, Ultraleicht, nichtstandardisierte Runden und lokale Lärmschutz- oder Veranstaltungsregelungen.

Moderne Technik im Verkehrsmanagement

ADS-B:
Automatic Dependent Surveillance–Broadcast ermöglicht es Luftfahrzeugen, Position, Höhe und Geschwindigkeit zu senden. Piloten mit ADS-B In sehen den Verkehr in Echtzeit—ein großer Sicherheitsgewinn, vor allem an unkontrollierten Plätzen. ADS-B ist inzwischen in vielen kontrollierten Lufträumen vorgeschrieben.

Elektronische Flugtaschen (EFBs):
Apps wie ForeFlight und Garmin Pilot bieten aktuelle Flugplatzkarten, NOTAMs, Wetter- und Verkehrsdaten—integriert mit ADS-B für umfassende Situationswahrnehmung.

Flugverfolgungs-Apps:
Tools wie FlightAware und Flightradar24 ermöglichen die Echtzeitverfolgung zur Flugvorbereitung und Situationsüberwachung, auch an temporären oder abgelegenen Flugplätzen.

Bodenkontrollradar/A-SMGCS:
Große Flughäfen nutzen Advanced Surface Movement Guidance and Control Systems zur Echtzeitüberwachung aller beweglichen Luftfahrzeuge und Fahrzeuge am Boden, um Kollisionen zu verhindern und den Ablauf zu optimieren.

Integration mit UAS/Drohnen:
Neue Systeme werden entwickelt, um Drohnen und andere neue Teilnehmer sicher in Verkehrsbereiche zu integrieren, u. a. mit UTM (Unmanned Traffic Management) und Geo-Fencing.

Fazit

Der Flugverkehr im Bereich ist ein zentrales Konzept, das sichere, effiziente und vorhersehbare Bewegungen aller Luftfahrzeuge im Nahbereich eines Flughafens gewährleistet. Von der kleinsten Graspiste bis zum größten internationalen Drehkreuz bilden standardisierte Verfahren—unterstützt durch moderne Technik und disziplinierte Kommunikation—das Rückgrat der Luftfahrtsicherheit.

Ob Pilot, Lotse, Flugplatzbetreiber oder Luftfahrtinteressierter: Das Verständnis und die Beachtung der Grundsätze des Flugverkehrs im Bereich sind unverzichtbar für sichere Lüfte und reibungslose Abläufe am Flughafen.

Häufig gestellte Fragen

Was definiert das Flugplatzverkehrsgebiet?

Das Flugplatzverkehrsgebiet ist ein festgelegter Luftraum um einen Flugplatz, typischerweise innerhalb von 5 nautischen Meilen horizontal und bis zu 3.000 Fuß über Grund, in dem Luftfahrzeuge ankommen, abfliegen oder durchqueren. Lokale Vorschriften und Luftraumklassifizierungen können spezifischere Grenzen festlegen.

Wer steuert den Flugverkehr im Bereich?

An kontrollierten Flughäfen koordinieren Fluglotsen den Verkehr mithilfe von Radar, Sichtbeobachtung und Pilotendurchsagen. An unkontrollierten Flugplätzen sind Piloten selbst dafür verantwortlich, ihre Position und Absichten anzukündigen, den Luftraum zu beobachten und standardisierte Verfahren einzuhalten.

Was ist eine Platzrunde?

Eine Platzrunde ist eine standardisierte, meist rechteckige Flugbahn um einen Flughafen, bestehend aus den Strecken Start, Querab, Gegenanflug, Queranflug und Endanflug. Sie organisiert An- und Abflüge, minimiert Kollisionsrisiken und sorgt für vorhersehbare Abläufe.

Was sind die wichtigsten Sicherheitsaspekte im Flugplatzverkehrsgebiet?

Wichtige Sicherheitsaspekte sind die Situationswahrnehmung, das Einhalten von Vorflugregeln, korrekter Ein- und Ausflug in die Platzrunde, größere Abstände wegen Wirbelschleppen und Anpassung der Verfahren bei Nacht oder schlechter Sicht. Standardisierte Kommunikation und Aufmerksamkeit sind entscheidend.

Wie hat Technologie das Verkehrsmanagement verbessert?

Technologien wie ADS-B, elektronische Flugtaschen, Bodenkontrollradar und integrierte Verkehrsanzeigen erhöhen die Situationswahrnehmung, Kommunikation und Konfliktvermeidung für Piloten und Lotsen und ermöglichen einen sichereren und effizienteren Flugbetrieb.

Optimieren Sie Ihren Flugplatzbetrieb

Verbessern Sie die Situationswahrnehmung, Kommunikation und Sicherheit für alle Luftfahrzeuge in Ihrem Flugplatzverkehrsbereich mit unseren fortschrittlichen Luftfahrtlösungen. Erfahren Sie, wie wir den Betrieb vereinfachen und Risiken reduzieren können.

Mehr erfahren

Flugbewegung

Flugbewegung

Flugbewegungen an einem Flugplatz bezeichnen jeden Start oder jede Landung, einschließlich lokaler und auswärtiger Vorgänge. Diese Kennzahl bildet die Grundlage...

6 Min. Lesezeit
Airport Operations Aviation Metrics +3
Anflugzone

Anflugzone

Die Anflugzone ist ein entscheidender Luftraumabschnitt vor einer Flughafenlandebahn, der so gestaltet ist, dass ein sicherer, hindernisfreier Sinkflug und die ...

7 Min. Lesezeit
airport operations runway safety +1
Handbuch für Flugplatzgestaltung – ICAO Doc 9157

Handbuch für Flugplatzgestaltung – ICAO Doc 9157

Ein umfassendes Glossar basierend auf dem ICAO Handbuch für Flugplatzgestaltung (Doc 9157), das maßgebliche Definitionen und betrieblichen Kontext für zentrale ...

5 Min. Lesezeit
Aerodrome ICAO +7