Turbulenzen
Turbulenzen bezeichnen chaotische, unregelmäßige Luftbewegungen, die die Flugsicherheit und den Komfort beeinflussen. Sie reichen von leichten Erschütterungen b...
Wirbelschleppen sind gestörte Luft, insbesondere unsichtbare Flügelendwirbel, die hinter Flugzeugen im Flug entstehen. Sie stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, besonders beim Start und bei der Landung, weshalb strikte ATC-Abstände und erhöhte Aufmerksamkeit der Piloten erforderlich sind.
Wirbelschleppen sind ein Phänomen, bei dem bewegte Flugzeuge die umgebende Luft stören und dabei starke, unsichtbare, spiralförmige Luftströmungen erzeugen, die als Flügelendwirbel bezeichnet werden. Diese Wirbel ziehen sich von den Flügelspitzen als direktes Ergebnis der Auftriebserzeugung. Wenn Flugzeugflügel Auftrieb erzeugen, versucht die Hochdruckluft unterhalb des Flügels, sich mit der Niederdruckluft oberhalb auszugleichen, indem sie sich um die Flügelspitzen windet und so zwei gegenläufig rotierende Wirbelzylinder bildet. Dieser Effekt tritt bei allen Flugzeugen auf – unabhängig von Größe oder Antrieb.
Die Stärke und Beständigkeit der Wirbelschleppen hängen vom Gewicht, der Geschwindigkeit und der Konfiguration des Flugzeugs ab. Schwere, langsame und „saubere“ (Klappen und Fahrwerk eingefahren) Flugzeuge erzeugen die stärksten Wirbel. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) definiert Wirbelschleppen als Turbulenzen, die hinter einem Flugzeug durch Flügelendwirbel, Jetwash und Propellerwash entstehen, wobei die Flügelendwirbel das größte Risiko darstellen. Diese Wirbel können mehrere Minuten verweilen, mit dem Wind abdriften und sind unsichtbar – was sie vor allem beim Start, bei der Landung und in niedrigen Flughöhen zu einer kritischen Sicherheitsgefahr macht.
Wirbelschleppen entstehen durch die physikalischen Grundlagen des Fliegens. Während ein Flugzeug durch die Luft fliegt, erzeugen seine Flügel Auftrieb durch einen Druckunterschied: höherer Druck unter und niedrigerer Druck über dem Flügel. Die Luft strömt von unterhalb zu oberhalb der Flügelspitzen und bildet dabei intensive, spiralförmige Wirbel.
Auch Hubschrauber erzeugen durch ihre rotierenden Rotorblätter komplexe Wirbelmuster, sowohl nach unten als auch seitlich. Die Stärke und das Muster hängen von der Rotorgröße, dem Gewicht und den Flugmanövern ab.
Wirbel sinken mit 300–500 Fuß pro Minute und können bei ruhigen Bedingungen minutenlang bestehen bleiben, wie von ICAO und FAA dokumentiert.
Wirbelschleppen bestehen aus mehreren aerodynamischen Phänomenen:
1. Flügelendwirbel:
Die Hauptgefahr – gegenläufige Luftwirbel, die von jeder Flügelspitze ausgehen. Der linke Flügel erzeugt einen im Uhrzeigersinn rotierenden Wirbel, der rechte einen gegen den Uhrzeigersinn. Diese sind am stärksten, am beständigsten, sinken oft ab und driften von der ursprünglichen Flugbahn ab.
2. Jet Blast und Propellerwash:
Schnell ausgetriebene Luft von Triebwerken oder Propellern – hauptsächlich am Boden gefährlich, zerstreut sich aber rasch mit zunehmender Entfernung und Höhe.
3. Rotorabwind (Hubschrauber):
Abwärts- und seitwärts gerichtete Luftströmungen von Hubschrauberrotoren, die gefährliche Turbulenzen am Boden und für nahe Flugzeuge erzeugen.
4. Sekundärkomponenten:
Dazu zählen Rumpfwirbel und Grenzschichtspuren, die in der Regel schwächer und kurzlebig sind.
Flügelendwirbel sind wegen ihrer Stärke und Beständigkeit das Hauptsicherheitsrisiko.
Wirbelschleppen können plötzliche, unkontrollierbare Rollbewegungen verursachen, den Auftrieb stören oder strukturelle Schäden bewirken – besonders bei kleineren nachfolgenden Flugzeugen. Die Gefahren umfassen:
Das Risiko ist am höchsten beim Start, bei der Landung und bei Fehlanflügen, insbesondere bei ruhigem Wetter.
Alle Flugzeuge erzeugen Wirbelschleppen. Schwere Maschinen wie der Airbus A380 oder Boeing 747 erzeugen die stärksten Wirbel, aber auch Kleinflugzeuge und Hubschrauber erzeugen Turbulenzen, die für leichtere oder langsamere Nachfolger gefährlich sein können.
Wirbelschleppen sind kein „Großflugzeugproblem“ – jedes Flugzeug kann für leichtere Maschinen zur Gefahr werden.
Das Risiko durch Wirbelschleppen variiert je nach Flugphase:
Besonders bei ruhigem und stabilem Wetter verweilen Wirbel länger.
Wichtige Faktoren beim Wirbelverhalten:
| Faktor | Einfluss auf Wirbel |
|---|---|
| Windstille | Verbleiben entlang der Flugbahn |
| Seitenwind | Seitliches Abdriften, Bewegung in Nachbarzonen |
| Rückenwind | Bewegung nach vorne in Landebereich/Startbahn |
| Turbulenz/Windscherung | Schnellere Auflösung |
| Bodennähe | Rascher Zerfall (aber nicht sofort) |
Eine Begegnung tritt auf, wenn ein Flugzeug in die Wirbelschleppe eines anderen fliegt. Mögliche Effekte:
Warnsignale sind unerwartetes Flügelwackeln, Nickbewegungen oder das Abschalten des Autopiloten. Die meisten Begegnungen sind kurz, können aber in niedriger Höhe katastrophal sein.
Beispiel:
Ein Regionaljet startete hinter einem A319 und erlebte in niedriger Höhe eine Rollbewegung von über 50 Grad, die maximale Gegensteuerung für die Erholung erforderte – ein Beispiel für die Gefahr unzureichender Abstände bei Windstille.
Die Flugverkehrskontrolle (ATC) wendet strenge Wirbelschleppen-Mindestabstände je nach Flugzeugkategorie an:
Die Mindestabstände variieren je nach Kategorie und Flugphase (z.B. 4–8 nautische Meilen im Anflug), mit zusätzlichen Abständen bei Parallelbahnen oder Windstille. Piloten wird geraten, vor dem Rotationspunkt des vorausfliegenden Flugzeugs abzuheben und nach dessen Aufsetzpunkt zu landen – insbesondere beim Folgen schwererer Typen.
Pilotenschulungen legen Wert auf das Erkennen von Gefahrenzonen, richtige Start-/Landetechniken und das Reagieren auf unerwartete Wirbelschleppenbegegnungen.
Wirbelschleppen sind eine ständig präsente Gefahr in der Luftfahrt, deren Beherrschung eine Kombination aus gesetzlichen Vorgaben, operativer Wachsamkeit und Pilotenkönnen erfordert. Mit zunehmender Flugzeugtechnologie und steigender Verkehrsdichte bleibt das Verständnis und die Beachtung von Wirbelschleppen für die Flugsicherheit unerlässlich.
Quellen:
Für weiterführende Literatur oder Trainingsressourcen wenden Sie sich bitte an Ihre lokale Luftfahrtbehörde oder besuchen Sie die oben genannten Links.
Wirbelschleppen sind unsichtbar, beständig und potenziell katastrophal. Wachsamkeit, Einhaltung der Verfahren und Respekt vor den gesetzlichen Abständen sind entscheidend für die Aufrechterhaltung der Flugsicherheit.
Wirbelschleppen entstehen hauptsächlich durch Flügelendwirbel, die sich bilden, wenn die Hochdruckluft unterhalb des Flügels zum Niederdruckbereich oberhalb des Flügels strömt und sich um die Flügelspitzen herumdreht, während ein Flugzeug Auftrieb erzeugt. Faktoren wie Flugzeuggewicht, Geschwindigkeit und Flügelkonfiguration beeinflussen die Stärke der Wirbel.
Wirbelschleppen können plötzliche, unkontrollierbare Rollbewegungen, Auftriebsverlust oder strukturelle Schäden verursachen, insbesondere bei kleineren Flugzeugen, die schwereren folgen. Diese Effekte sind besonders beim Start und bei der Landung gefährlich, wenn der Spielraum für eine Erholung minimal ist.
Lotsen wenden strenge Mindestabstände je nach Flugzeugkategorie ('Super', 'Heavy', 'Large' usw.) an, um sichere Distanzen zwischen startenden, landenden oder folgenden Flügen zu gewährleisten. Zu den Verfahren gehören versetzte Start- und Landepunkte sowie angepasste Anflugstrecken.
Ja. Auch wenn kleinere Flugzeuge schwächere Wirbel erzeugen, können sie für noch leichtere oder langsamere nachfolgende Flugzeuge gefährlich sein – besonders bei Windstille oder in langsamen Flugphasen.
Wirbel können mehrere Minuten bestehen bleiben, insbesondere bei ruhiger, stabiler Luft. Sie sinken typischerweise mit 300–500 Fuß pro Minute und können bis zu drei Minuten nach dem Vorbeiflug des erzeugenden Flugzeugs gefährlich bleiben.
Das Management von Wirbelschleppen ist entscheidend, um Unfälle zu verhindern und einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten. Erfahren Sie, wie fortschrittliche ATC-Systeme und Pilotenschulungen helfen, diese unsichtbaren Gefahren zu minimieren.
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