Geringe Sichtweite
Geringe Sichtweite in der Luftfahrt beschreibt Bedingungen, bei denen die Fähigkeit eines Piloten, Objekte zu sehen und zu identifizieren, unter die behördliche...
Die Sehschärfe (VA) ist das quantitative Maß für die Fähigkeit des Auges, feine Details aufzulösen, und ist sowohl für die klinische Beurteilung als auch für die fliegerärztliche Zulassung entscheidend. Die ICAO und nationale Luftfahrtbehörden setzen strenge Standards für Fern- und Nahvisus fest, gemessen mit standardisierten Sehprobentafeln wie Snellen und LogMAR. Korrekturen sind zulässig, sofern die Anforderungen erfüllt werden, und umfassende Prüfungen sichern die Betriebssicherheit der Piloten.
Die Sehschärfe (VA) ist ein quantitatives Maß für die Fähigkeit des Auges, feine räumliche Details aufzulösen, und spiegelt die Integrität von Auge, Netzhaut, Sehbahnen und Gehirn wider. Sie ist der wichtigste funktionelle Indikator des Sehens sowohl in der klinischen als auch in der fliegerärztlichen Beurteilung.
Wichtige Punkte:
Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) gibt weltweit gültige Standards für das Sehvermögen von Piloten und Flugbesatzung vor. Diese sind in Anhang 1 („Lizenzierung des Personals“) und im Manual of Civil Aviation Medicine (Doc 8984) festgelegt und bilden die Grundlage nationaler Vorschriften.
Wesentliche Anforderungen für Piloten:
Korrektur: Brillen oder Kontaktlinsen dürfen verwendet werden, wenn das unkorrigierte Sehvermögen nicht ausreicht; Piloten müssen ein Ersatzpaar mitführen (Doc 8984, Kap. 6).
Weitere visuelle Anforderungen: Volle Gesichtsfelder, ausreichendes Farbsehen und binokulare Funktion sind für die meisten Tätigkeiten vorgeschrieben.
Quellen:
| Sehschärfe-Typ | Was wird gemessen | Beispiel in der Luftfahrt |
|---|---|---|
| Detektion (Minimum Visible) | Fähigkeit, das Vorhandensein eines Reizes wahrzunehmen | Erkennen von Landebahnlichtern aus der Ferne |
| Auflösung (Minimum Resolvable) | Unterscheiden zweier Punkte/Linien als getrennt | Ablesen eng beieinanderliegender Instrumentenmarkierungen |
| Erkennung (Minimum Recognizable) | Identifikation von Optotypen oder Symbolen | Lesen von Cockpitanzeigen oder Flugzeugkennungen |
| Lokalisation (Hyperacuity) | Wahrnehmung kleiner Positionsunterschiede | Erkennen leichter Fehlstellungen bei Anzeigen |
Die Erkennungssehschärfe ist für klinische und flugmedizinische Standards am relevantesten.
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| OD | Rechtes Auge |
| OS | Linkes Auge |
| OU | Beide Augen |
| cc | Mit Korrektur |
| sc | Ohne Korrektur |
| UCVA | Unkorrigierte Sehschärfe |
| BCVA | Beste korrigierte Sehschärfe |
| DVA | Fernsehschärfe |
| NVA | Nahsehschärfe |
| IVA | Intermediärsehschärfe |
| LogMAR | Logarithmus des Mindestauflösungswinkels |
| Jaeger | Notation für Nahvisus |
Beispiele:
| UK (6 m) | US (20 ft) | Dezimal | LogMAR | Jaeger | Nah (UK) |
|---|---|---|---|---|---|
| 6/6 | 20/20 | 1,0 | 0,0 | J1 | N4,5 |
| 6/9 | 20/30 | 0,67 | 0,18 | J3 | N5 |
| 6/12 | 20/40 | 0,50 | 0,30 | J5 | N6 |
| 6/18 | 20/60 | 0,33 | 0,48 | J7 | N10 |
| 6/24 | 20/80 | 0,25 | 0,60 | J9 | N12 |
| 6/60 | 20/200 | 0,10 | 1,00 | J14 | N24 |
Quellen:
Mindestauflösungswinkel (MAR):
Quelle: FAA Guide for Medical Examiners
| Lizenztyp | Fernvisus | Nahvisus | Korrektur zulässig | Weitere Anforderungen |
|---|---|---|---|---|
| Klasse 1 (ATPL) | 6/9 je Auge, 6/6 beidäugig | 6/12 je Auge | Ja (Ersatz erforderlich) | Volles Gesichtsfeld, Farbsehen |
| Klasse 2 (PPL/CPL) | 6/12 je Auge, 6/6 beidäugig | 6/18 je Auge | Ja | |
| FAA First Class | 20/20 je Auge | 20/40 je Auge | Ja | Intermediär bei 32" ab 50 Jahren erforderlich |
| FAA Second/Third | 20/40 je Auge | 20/40 je Auge | Ja |
| Begriff/Abkürzung | Definition |
|---|---|
| Sehschärfe (VA) | Sehschärfe, quantifiziert die Fähigkeit des Auges, feine Details aufzulösen. |
| Snellen-Tafel | Standardtafel zur Fernsehschärfenmessung. |
| LogMAR-Tafel | Tafel mit logarithmischer Skalierung für präzise Sehschärfe. |
| OD/OS/OU | Rechtes Auge (OD), linkes Auge (OS), beide Augen (OU). |
| cc/sc | Mit Korrektur (cc), ohne Korrektur (sc). |
| UCVA/BCVA | Unkorrigierte/beste korrigierte Sehschärfe. |
| DVA/NVA/IVA | Fern-/Nah-/Intermediärsehschärfe. |
| Jaeger | Notation für Nahvisus. |
| MAR | Mindestauflösungswinkel (in Bogenminuten). |
| Farbsehen | Fähigkeit zur Farberkennung, essenziell in der Luftfahrt. |
| Gesichtsfeld | Vom Auge in einer festen Position überblickbarer Bereich; muss für die Luftfahrt voll sein. |
Umrechnung der Sehschärfen-Notationen
| UK (6 m) | US (20 ft) | Dezimal | LogMAR | Jaeger | Nah (UK) |
|---|---|---|---|---|---|
| 6/6 | 20/20 | 1,0 | 0,0 | J1 | N4,5 |
| 6/9 | 20/30 | 0,67 | 0,18 | J3 | N5 |
| 6/12 | 20/40 | 0,50 | 0,30 | J5 | N6 |
| 6/18 | 20/60 | 0,33 | 0,48 | J7 | N10 |
| 6/24 | 20/80 | 0,25 | 0,60 | J9 | N12 |
| 6/60 | 20/200 | 0,10 | 1,00 | J14 | N24 |
Quelle: CAA Visual Acuity Conversion Chart (PDF)
| Sehschärfe-Typ | Beispielaufgabe | Testmethode | Beispiel Luftfahrtanwendung |
|---|---|---|---|
| Detektion (Minimum Visible) | Punkt-/Liniendetektion | Lichtpunkt, Gitter | Erkennen von Landebahnlichtern |
| Auflösung (Minimum Resolvable) | Unterscheidung benachbarter Linien | Gitter, Landolt C | Ablesen von Instrumentenanzeigen |
| Erkennung (Minimum Recognizable) | Identifikation von Optotypen/Symbolen | Snellen, LogMAR | Lizenzverlängerung, Cockpitanzeigen |
| Lokalisation (Hyperacuity) | Fehlstellungserkennung | Vernier-Sehschärfetests | Präzisionsinterpretation von Instrumenten |
Bei regulatorischen oder operationellen Fragen konsultieren Sie stets die aktuellen medizinischen Richtlinien der ICAO, FAA, EASA oder der jeweiligen nationalen Behörde.
Die Sehschärfe (VA) misst die Fähigkeit des Auges, feine Details aufzulösen, und dient als wichtigster Indikator der Sehfunktion. In der Luftfahrt ist eine hohe Sehschärfe für einen sicheren Flugbetrieb unerlässlich, da sie es Piloten ermöglicht, Instrumente präzise abzulesen, Markierungen auf Start- und Landebahnen zu erkennen, Anzeigen zu interpretieren und die Situationswahrnehmung aufrechtzuerhalten. Regulierungsbehörden setzen Mindeststandards für die Sehschärfe fest, um die Flugsicherheit zu gewährleisten.
Laut ICAO Anhang 1 und Doc 8984 müssen Berufspiloten (Tauglichkeitsklasse 1) mindestens 6/9 (20/30) auf jedem Auge separat sowie 6/6 (20/20) mit beiden Augen zusammen im Fernvisus erreichen, mit oder ohne Korrektur. Der Nahvisus muss 6/12 (20/40) oder besser auf jedem Auge betragen. Korrekturen sind zulässig, sofern während des Fluges geeignete Gläser getragen und ein Ersatzpaar mitgeführt wird.
Gängige Tafeln sind die Snellen-Tafel (für den Fernvisus), die LogMAR-Tafel (für präzise Messungen), Landolt C und Tumbling E (für Nutzer nicht-lateinischer Alphabete) sowie die Jaeger-Tafel (für den Nahvisus). Notationen umfassen den Snellen-Bruch (z. B. 6/6 oder 20/20), Dezimal (1,0), LogMAR (0,0) und Jaeger (J1–J16).
Ja. Korrektionsgläser sind zulässig, wenn das unkorrigierte Sehvermögen nicht dem Standard entspricht, vorausgesetzt, die erforderliche Sehschärfe wird mit Korrektur erreicht. Piloten müssen diese während des Fluges tragen und gemäß ICAO und den meisten nationalen Vorschriften ein Ersatzpaar mitführen.
Die Sehschärfe kann durch Refraktionsfehler (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus, Altersweitsichtigkeit), Katarakt, Netzhauterkrankungen, Störungen der Sehbahn, unzureichende Beleuchtung, niedrigen Kontrast, Blendung und Alterung beeinträchtigt werden. Eine angemessene Korrektur und Augengesundheit sind für optimale Sehschärfe unerlässlich.
Erfüllen Sie die visuellen Anforderungen der Luftfahrt mit präziser Sehschärfenmessung und aktuellen regulatorischen Vorgaben. Schützen Sie Ihre Lizenz und Ihre Einsatzfähigkeit.
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