Flugbefeuerung

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Flugbefeuerung

Definition und Überblick

Flugbefeuerung, auch bekannt als Flughafenbeleuchtung oder Flugplatzbefeuerung, beschreibt das umfassende System aus elektrischen Leuchten und visuellen Hilfsmitteln, die an Flughäfen installiert werden, um einen sicheren Betrieb von Flugzeugen und Bodenfahrzeugen bei Dunkelheit, schlechter Sicht und widrigen Wetterbedingungen zu gewährleisten. Diese Befeuerungssysteme werden durch international standardisierte Protokolle—vor allem ICAO Annex 14 —geregelt und liefern entscheidende Orientierungshilfen für Piloten in kritischen Flugphasen wie Start, Landung und Rollen.

Die Flugbefeuerung umfasst verschiedene Teilsysteme: Pisten- und Rollwegbefeuerung, Anflugbeleuchtungssysteme (ALS), visuelle Gleitwegindikatoren (VASI, PAPI), Aufsetzzonenbefeuerung (TDZL), Haltebalken und Hindernisbefeuerung. Jedes ist hinsichtlich Farbe, Helligkeit, Abstand und Steuerung präzise konzipiert, um Piloten aus aller Welt eine sofortige, eindeutige Interpretation zu ermöglichen.

Die Hauptaufgabe der Flugbefeuerung ist es, Sicherheit und betriebliche Effizienz zu gewährleisten—damit Piloten Flugzeuge auch bei eingeschränkter Sicht ausrichten, anfliegen und manövrieren können. Strenge regulatorische Rahmenbedingungen, darunter FAA Advisory Circulars , schreiben anspruchsvolle Vorschriften für Planung, Wartung und Überprüfung vor.

Hauptfunktionen und Anwendungsbereiche

Flugbefeuerungssysteme sind entscheidend für:

  • Markierung von Pisten und Rollwegen: Kennzeichnung von Rändern und Mittellinien zur sicheren Navigation.
  • Pilotenführung und Ausrichtung: Unterstützung bei sicherem Anflug, Landung, Start und Rollen, insbesondere bei Nacht oder Instrumentenflugbedingungen (IMC).
  • Gleitweg-Anzeige: Verwendung von VASI/PAPI zur Anzeige des Gleitpfads.
  • Schwellen-, End- und Aufsetzzonenkennzeichnung: Festlegung der betrieblichen Pistenbegrenzungen.
  • Warnung vor Gefahren und Sperrbereichen: Farblich codierte Beleuchtung für Hindernisse und gesperrte Zonen.
  • Leitung von Bodenfahrzeugen: Führung von Fahrzeugen zur Vermeidung von Pistenverletzungen.

Beispiele:

  • Nachtlandungen: Piloten nutzen Anflug-, Schwellen-, Rand- und Endbefeuerung zur Identifikation und Ausrichtung auf die Piste.
  • Schlechte Sicht: Blinklichter in Sequenz und eingelassene Mittellinienleuchten erleichtern sichere Landungen.
  • Rollbetrieb: Blaue Rand- und grüne Mittellinienleuchten führen Flugzeuge zwischen Pisten und Terminals.
  • Hindernisvermeidung: Rote Leuchten markieren Türme oder hohe Bauwerke.
  • Fahrzeugbewegung: Beleuchtete Routen verhindern das Befahren aktiver Pisten durch Fahrzeuge.

Hauptarten von Flugbefeuerungssystemen

Pistenbefeuerung

Pistenrandbefeuerung

Allseitig abstrahlende Leuchten entlang beider Pistenränder, in der Regel weiß, im Warnbereich nahe dem Pistenende gelb. Die Intensität wird je nach Betriebsanforderungen und Vorschriften als HIRL, MIRL oder LIRL klassifiziert.

Pistenmittellinienbefeuerung

Bodeneingelassene Leuchten entlang der Pistenmittellinie, im Abstand von 15 m (50 ft), mit Farbwechsel (weiß zu abwechselnd rot/weiß, dann rot) als Signal für die verbleibende Pistendistanz.

Schwellen- und Endbefeuerung

  • Schwelle: Grüne Leuchten am Pistenanfang für landende Flugzeuge.
  • Ende: Rote Leuchten am physischen Pistenende (Start-/Abrollrichtung), teils kombiniert mit Schwellenbefeuerung für Sichtbarkeit in beide Richtungen.

Aufsetzzonenbefeuerung (TDZL)

Reihen weißer Leuchten, die den Hauptaufsetzbereich markieren und sich von 30 m hinter der Schwelle bis 900 m entlang der Piste erstrecken.

Pisten-End-Identifizierungsleuchten (REIL)

Synchron blinkende weiße Leuchten beidseits der Pistenschwelle, die einen deutlichen Hinweis zur Identifikation der Piste geben.

Rollwegbefeuerung

Rollwegrandbefeuerung

Blaue Leuchten markieren die Ränder der Rollwege, im optimalen Abstand für gute Orientierung.

Rollwegmittellinienbefeuerung

Grüne, bodeneingelassene Leuchten kennzeichnen die Mittellinie und sind besonders bei schlechter Sicht unverzichtbar.

Haltebalken

Reihen roter, bodeneingelassener Leuchten an Haltepositionen vor der Piste, die bei „Stopp“ leuchten—erlöschen zur Freigabe.

Lead-On/Lead-Off-Befeuerung

Wechselnd grün/gelbe Leuchten führen Flugzeuge zwischen Rollwegen und Pisten.

Anflugbeleuchtungssysteme (ALS)

Komplexe Leuchtenreihen, die sich bis zu 900 m vor der Pistenschwelle erstrecken, z. B. ALSF-1/2 (Hochintensität, sequenzielle Blitze für Präzisionsanflüge), MALS/MALSR (Mittelintensität) und ODALS (omnidirektional).

Visuelle Gleitwegindikatoren

VASI

Angeordnete Lichtbalken zeigen mit Rot/Weiß die Einhaltung des Gleitwegs an:

  • Rot über Weiß: Im Gleitpfad
  • Rot über Rot: Unterhalb des Gleitpfads
  • Weiß über Weiß: Oberhalb des Gleitpfads

PAPI

Vier-Einheiten-Systeme, die durch Rot/Weiß-Kombinationen exakte Gleitweginformationen liefern.

Spezialbefeuerung

Hindernisbefeuerung

Rote oder hochintensive weiße Leuchten auf hohen Bauwerken zur Warnung für Piloten.

Runway Status Lights (RWSL)

Automatisierte rote, in die Piste eingelassene Leuchten zeigen Belegung oder unsichere Bedingungen an.

Flugplatz-Leitfeuer

Drehende Leuchtfeuer, die durch Farbcodes (z. B. Weiß/Grün für zivile Flughäfen) Typ und Lage des Flughafens anzeigen.

Farbcodierung der Flugbefeuerung

LichtfarbeBedeutung & Anwendung
WeißPistenränder, Mittellinien, Aufsetzzonen, ALS
RotPistenende, Haltebalken, Hindernisse
GrünSchwelle, Rollwegmittellinie, Lead-on/off
BlauRollwegränder
GelbWarnbereiche, Lead-on/off, Haltepositionen
BernsteinGefahren, Vorsicht, Pistenrand im Endbereich
  • Rot: Halt oder Gefahr.
  • Gelb/Bernstein: Vorsicht oder Übergang.
  • Grün: Sicherer Weg oder Schwelle.
  • Weiß: Aktive Piste/Anflughilfen.
  • Blau: Rollwegrand.

Steuerung und Betrieb

ATC-gesteuert

An kontrollierten Flughäfen steuert die Flugsicherung die Befeuerung ferngesteuert, passt Intensität und Auswahl den Betriebs- und Wetterbedingungen an.

Pilotengesteuerte Befeuerung (PCL/ARCAL)

An unkontrollierten Flughäfen können Piloten die Befeuerung per Funk aktivieren und regeln, meist durch mehrmaliges Betätigen des Mikrofons.

Automatische und zeitgesteuerte Systeme

Sensoren und Timer schalten die Beleuchtung bei Dämmerung, Morgengrauen oder schlechter Sicht automatisch ein, um jederzeit Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Intensitätsanpassung

Die Leuchtintensität kann automatisch oder auf Anforderung an die Umgebungshelligkeit angepasst werden, um Blendung zu vermeiden.

Regulatorische Standards

  • ICAO Annex 14: Annex 14 – Flugplätze legt weltweite Standards für alle Aspekte der Flugbefeuerung fest.
  • FAA Advisory Circulars: US-amerikanische Standards (z. B. AC 150/5340-Serie ).
  • IEC TS 61827: Normen für Leuchten auf Flugplätzen und Hubschrauberlandeplätzen.
  • Lokale Vorschriften: Können aufgrund regionaler Gegebenheiten strengere Anforderungen stellen.

Die Einhaltung ist für die Zulassung und den sicheren Betrieb zwingend vorgeschrieben.

Technologischer Wandel

Glühlampe vs. LED

  • Glühlampe: Traditionell, kurze Lebensdauer, hoher Energieverbrauch.
  • LED: Energieeffizient, lange Lebensdauer, sofortige Helligkeit, geringer Wartungsaufwand—heute Standard an großen Flughäfen.

Intelligente Beleuchtung

Moderne Systeme bieten:

  • Automatische Helligkeitsanpassung.
  • Integration in Flughafenmanagement-Software.
  • Fernüberwachung und vorausschauende Wartung.

Nachhaltigkeit

  • Solarbetriebene Beleuchtung für abgelegene Standorte.
  • Betriebsoptimierung (Dimmen, selektive Aktivierung).
  • Weniger Gefahrstoffe und Recyclinginitiativen.

Wartung und Sicherheit

Regelmäßige Inspektionen

Regelmäßige photometrische Tests, Ausrichtungsüberprüfungen und Leuchtenkontrollen.

Reinigung

Entfernung von Schmutz, Gummi, Schnee und Eis mit Spezialgeräten.

Austausch und Reparaturen

Zeitnaher Austausch von Leuchtmitteln/Leuchten gemäß Hersteller- und Vorschriftsvorgaben; Einsatz von LED reduziert die Häufigkeit.

Systemtests

Geplante Tests zur Sicherstellung der Einhaltung von Intensitäts-, Farb- und Zuverlässigkeitsstandards.

Quellen

Flugbefeuerung ist ein wesentliches Element der modernen Flugsicherheit und standardisiert visuelle Orientierungshilfen für Piloten und Bodenpersonal weltweit. Die Einhaltung internationaler Standards, der Einsatz moderner Technologien wie LED und intelligente Steuerungssysteme sowie konsequente Wartung sorgen dafür, dass Flughäfen jederzeit sicher und betriebsbereit sind.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Flugbefeuerung?

Flugbefeuerung ist ein System aus Leuchten und visuellen Hilfen, das an Flughäfen installiert wird, um Flugzeuge und Fahrzeuge bei Nacht, schlechter Sicht oder widrigen Wetterbedingungen zu leiten. Es umfasst Pisten- und Rollwegbeleuchtung, Anflugbeleuchtungssysteme, Hindernisbefeuerung und mehr. Ziel ist es, Piloten klare visuelle Orientierung für sicheres Starten, Landen und Rollen zu geben. Die Standards werden von internationalen Gremien wie ICAO und FAA festgelegt.

Warum ist die Farbcodierung bei der Flugbefeuerung wichtig?

Die Farbcodierung bei der Flugbefeuerung stellt sicher, dass Piloten und Bodenpersonal die Funktion und Bedeutung jeder Leuchte schnell und eindeutig erkennen können – unabhängig von Standort oder Wetter. Beispielsweise markieren weiße Leuchten in der Regel Pistenränder, grüne Leuchten kennzeichnen Schwellen und Rollwegmittellinien, blaue Leuchten markieren Rollwegränder und rote Leuchten zeigen Haltebalken oder Pistenenden an. Diese Konventionen sind durch ICAO- und FAA-Vorschriften standardisiert.

Welche Hauptarten von Flugbefeuerungssystemen gibt es?

Zu den wichtigsten Flugbefeuerungssystemen gehören die Pistenbefeuerung (Rand-, Mittellinie-, Schwellen-, End-, Aufsetzzonenbefeuerung, REIL), Rollwegbefeuerung (Rand-, Mittellinie-, Haltebalken-, Lead-on/off), Anflugbeleuchtungssysteme (ALSF, MALS, ODALS), visuelle Gleitwegindikatoren (VASI, PAPI), Hindernisbefeuerung und Flugplatz-Leitfeuer. Jede Art erfüllt einen speziellen Zweck, um Flugzeuge und Fahrzeuge sicher auf dem Vorfeld zu führen.

Gibt es Vorschriften für Flugbefeuerung?

Ja. Flugbefeuerungssysteme müssen internationalen Standards entsprechen, wie dem ICAO Annex 14 und FAA Advisory Circulars (z.B. AC 150/5340-Serie). Diese Vorschriften legen Farbe, Intensität, Anordnung, Abstände und Betriebsanforderungen aller Komponenten der Flugbefeuerung fest, um weltweit Sicherheit und Standardisierung zu gewährleisten.

Wie hat sich die Flugbefeuerungstechnologie entwickelt?

Moderne Flugbefeuerung hat sich von Glühlampen zu energieeffizienten LEDs entwickelt, die eine längere Lebensdauer, geringeren Wartungsaufwand und bessere Farbwiedergabe bieten. Intelligente Beleuchtungssysteme ermöglichen heute automatische Intensitätsanpassung, Integration in Flughafenmanagement-Plattformen und vorausschauende Wartung. Nachhaltigkeitsinitiativen umfassen solarbetriebene Beleuchtung und Betriebsoptimierung zur Reduzierung der Umweltbelastung.

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