Sicherheitsbewertung
Sicherheitsbewertungen und die Bewertung von Sicherheitsrisiken sind systematische, evidenzbasierte Prozesse zur Identifizierung, Analyse und Kontrolle von Gefa...
Eine Gefährdung ist jede Bedingung oder Quelle mit dem Potenzial, Menschen, Eigentum oder die Umwelt zu schädigen, zu verletzen oder negative Auswirkungen zu verursachen.
Eine Gefährdung ist jede Quelle, Bedingung, jedes Objekt oder jede Tätigkeit mit dem inhärenten Potenzial, Menschen, Eigentum oder die Umwelt zu schädigen, zu verletzen oder anderweitig negative gesundheitliche Auswirkungen zu verursachen. In sicherheitskritischen Branchen wie der Luftfahrt sind die Identifizierung, Bewertung und das Management von Gefährdungen grundlegende Bestandteile jedes Safety Management Systems (SMS) und risikobasierten Betriebsstrategien.
Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) definiert eine Gefährdung als „eine Bedingung, ein Objekt oder eine Tätigkeit mit dem Potenzial, Verletzungen beim Personal, Schäden an Ausrüstung oder Bauwerken, Materialverluste oder eine Verringerung der Fähigkeit zur Ausführung einer vorgeschriebenen Funktion zu verursachen.“ Das Erkennen und Kontrollieren von Gefährdungen ist der erste wesentliche Schritt zur Verhinderung von Vorfällen und Unfällen.
Das Verständnis des Unterschieds zwischen Gefährdung, Risiko und Schaden ist entscheidend:
| Begriff | Definition | Luftfahrtbeispiel |
|---|---|---|
| Gefährdung | Quelle mit Potenzial, Schaden zu verursachen | Vulkanaschewolke |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Schadens durch eine Gefährdung | Wahrscheinlichkeit eines Triebwerksausfalls beim Flug durch Aschewolke |
| Schaden | Tatsächliche Verletzung, Beschädigung oder Verlust | Triebwerksausfall, Flugzeugschaden |
Gefährdungen lassen sich in mehrere große Typen einteilen, die jeweils eigene Merkmale und Gegenmaßnahmen aufweisen:
Lebende Organismen oder deren Nebenprodukte, die Schaden verursachen können.
Luftfahrtbeispiele:
Stoffe, die bei Kontakt oder Exposition Schaden anrichten können.
Luftfahrtbeispiele:
| Chemikalie | Verwendung/Quelle | Potenzieller Schaden |
|---|---|---|
| Jet A-1 Fuel | Flugzeugbetankung | Hautreizungen, Atemwegsprobleme |
| Glykol | Enteisungsbetrieb | Wasserverschmutzung, Toxizität |
| Halon | Brandbekämpfung | Ozonabbau, Toxizität |
Umwelt- oder betriebliche Faktoren, die ohne chemische oder biologische Wirkung Schaden verursachen.
Luftfahrtbeispiele:
Design oder Arbeitsanforderungen, die die physischen Fähigkeiten des Menschen überschreiten.
Luftfahrtbeispiele:
Organisatorische oder psychologische Faktoren mit Auswirkungen auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.
Luftfahrtbeispiele:
Unsichere Zustände oder Mängel an Ausrüstung, Systemen oder Verfahren.
Luftfahrtbeispiele:
| Gefährdungskategorie | Luftfahrtbeispiel | Potenzieller Schaden |
|---|---|---|
| Biologisch | Infizierter Passagier an Bord | Krankheitsübertragung |
| Chemisch | Kerosinverschüttung | Brand, Umweltschäden |
| Physikalisch | FOD auf der Startbahn | Flugzeugschaden, Absturz |
| Ergonomisch | Manuelles Gepäckladen | Rückenverletzung, Ermüdung |
| Psychosozial | Dienstplan von Langstreckenpiloten | Ermüdung, Fehler |
| Sicherheit (mechanisch) | Ungeschütztes Gepäckband | Amputation, Schnittverletzung |
| Bereich | Identifizierte Gefährdung | Potenzieller Schaden |
|---|---|---|
| Cockpit | Instrumentenausfall | Verlust des Situationsbewusstseins, Unfall |
| Wartungshalle | Kontakt mit chemischem Lösungsmittel | Atemwegserkrankung, Verätzungen |
| Flugfeld | FOD | Reifenbeschädigung, abgebrochener Start |
| Tower | Hoher Stress, Ermüdung | Kommunikationsfehler, Verlust der Staffelung |
| Frachthalle | Nicht gesicherte Ladung | Verrutschen während des Flugs, Schwerpunktprobleme |
Die Gefährdungsidentifikation ist ein strukturierter Prozess zur Erkennung, Dokumentation und Kommunikation von Gefährdungen, bevor Vorfälle auftreten. Wichtige Elemente sind:
Die Identifikation von Gefährdungen ist bei der Einführung neuer Ausrüstung, bei betrieblichen Änderungen, nach Vorfällen und als Teil regelmäßiger SMS-Überprüfungen erforderlich.
Nach der Identifikation von Gefährdungen bewertet die Risikobewertung deren Wahrscheinlichkeit und Ausmaß, um Prioritäten für Gegenmaßnahmen zu setzen:
Risikomatrizen (wie von der ICAO empfohlen) werden häufig verwendet, um Risikolevel zu visualisieren.
| Schweregrad / Wahrscheinlichkeit | Katastrophal | Schwerwiegend | Gering |
|---|---|---|---|
| Häufig | Inakzeptabel | Inakzeptabel | Tolerierbar |
| Gelegentlich | Inakzeptabel | Tolerierbar | Akzeptabel |
| Selten | Tolerierbar | Akzeptabel | Akzeptabel |
Die Schutzmaßnahmen-Hierarchie ordnet Gegenmaßnahmen nach ihrer Wirksamkeit:
| Maßnahmenebene | Luftfahrtbeispiel |
|---|---|
| Eliminierung | Defekte Ausrüstung aus dem Betrieb nehmen |
| Substitution | Nicht brennbare Hydraulikflüssigkeit verwenden |
| Technische Maßnahme | FOD-Barrieren an Rollwegen installieren |
| Organisatorisch | Dienstplangestaltung zur Ermüdungsreduktion |
| PSA | Flammhemmende Uniformen für Feuerwehrpersonal |
Das Gefährdungsmanagement ist ein fortlaufender Prozess. Neue Gefährdungen entstehen durch technologische, regulatorische und betriebliche Veränderungen. Regelmäßige Überprüfung, Leistungsüberwachung und Mitarbeiterschulungen sorgen dafür, dass Schutzmaßnahmen wirksam bleiben und Risiken minimiert werden.
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Gefährdung | Quelle, Bedingung oder Tätigkeit mit Potenzial, Schaden zu verursachen |
| Risiko | Wahrscheinlichkeit und Ausmaß, dass aus einer Gefährdung ein Schaden entsteht |
| Schaden | Tatsächliche Verletzung, Erkrankung, Beschädigung oder Verlust durch eine Gefährdung |
| Gefährdungsidentifikation | Prozess zur Erkennung und Dokumentation von Gefährdungen |
| Risikobewertung | Bewertung der Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen von Schäden durch Gefährdungen |
| Gefährdungskontrolle | Maßnahmen zur Beseitigung oder Reduzierung von Gefährdungen auf ein akzeptables Niveau |
Eine Gefährdung ist jede potenzielle Quelle, Situation oder Bedingung, die Menschen, Eigentum oder die Umwelt schädigen kann. Eine effektive Gefährdungsidentifikation, Risikobewertung und Kontrolle sind in der Luftfahrt und allen Hochzuverlässigkeitsbranchen entscheidend und bilden das Rückgrat jedes robusten Sicherheitsmanagementsystems. Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Schutzmaßnahmen helfen Organisationen, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber sich wandelnden Risiken zu erhalten.
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Eine Gefährdung ist jede Quelle oder Bedingung, die das Potenzial hat, Schaden zu verursachen, während ein Risiko die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß dieses tatsächlichen Schadens beschreibt. Im Sicherheitsmanagement werden zunächst die Gefährdungen identifiziert und anschließend die Risiken auf Grundlage dieser Gefährdungen bewertet.
Gefährdungen in der Luftfahrt werden über verschiedene Kanäle identifiziert, darunter Sicherheitsberichte, Audits, freiwillige Meldesysteme, regelmäßige Inspektionen, Datenanalysen und die Auswertung früherer Ereignisse oder Beinahe-Unfälle. Proaktive und reaktive Methoden werden gemäß den Anforderungen des ICAO Safety Management Systems (SMS) eingesetzt.
Häufige Gefährdungskategorien in der Luftfahrt umfassen biologische (z. B. Übertragung von Krankheiten), chemische (z. B. Treibstoffverschüttungen), physikalische (z. B. FOD auf Start- und Landebahnen), ergonomische (z. B. manuelles Gepäckhandling), psychosoziale (z. B. Ermüdung) und mechanisch/umweltbedingte Gefährdungen (z. B. ungeschützte Geräte).
Die Rangfolge der Schutzmaßnahmen ordnet Interventionen von der wirksamsten bis zur am wenigsten wirksamen: Eliminierung, Substitution, technische Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen und persönliche Schutzausrüstung (PSA). Diese Hierarchie ist im Luftfahrtsicherheitsmanagement weit verbreitet.
Luftfahrtbetriebe sind dynamisch, wobei neue Gefährdungen durch technologische, regulatorische und betriebliche Veränderungen entstehen. Eine regelmäßige Überprüfung stellt die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen sicher und passt sich an neue Risiken an, wie es von ICAO und EASA gefordert wird.
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