Elektrische Last

Electrical engineering Energy management Aviation Electrical safety

Elektrische Last und Stromverbrauch

Electrical load diagram in a facility

Was ist eine elektrische Last?

Eine elektrische Last ist jedes Gerät oder System in einem Stromkreis, das Energie aus einer Quelle aufnimmt und verbraucht. Sie ist das „Verbraucher“-Ende der Stromversorgung: Lampen, HLK-Anlagen, Haushaltsgeräte, Motoren und Maschinen zählen alle zu den Lasten. In der Elektrotechnik steht die Last für den gesamten Leistungsbedarf eines Stromkreises, Verteilerfelds oder einer Einrichtung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Praktisch gesehen können Lasten sein:

  • Wohnbereich: Beleuchtung, Küchengeräte, Unterhaltungselektronik.
  • Gewerbe: HLK, Computer, Aufzüge, Beleuchtung, Steckdosen.
  • Industrie: Motoren, Förderbänder, Prozessanlagen.
  • Luftfahrt/Flughäfen: Start- und Landebahnbefeuerung, Gepäckabfertigung, HLK, Navigationshilfen, Bodenabfertigung.

Lasten sind durch ihre elektrischen Eigenschaften (Widerstand, Induktivität, Kapazität) gekennzeichnet, die nicht nur die aufgenommene Leistung, sondern auch die Qualität des Energieflusses beeinflussen – was sich auf Zuverlässigkeit und Effizienz auswirkt. Ein ohmscher Verbraucher wie eine Heizung nimmt den Strom beispielsweise anders auf als eine induktive Last wie ein Motor.

Das Systemdesign muss sicherstellen, dass die Gesamtlest die Kapazität von Leitungen, Transformatoren, Verteilungen oder der Hauptstromquelle nicht überschreitet. Lasten können statisch sein (konstant, wie Beleuchtung) oder dynamisch (zeitlich schwankend, wie Motoren beim Anlaufen/Stoppen). Das Verständnis sowohl der Höhe als auch der Schwankungen der Lasten ist entscheidend für Sicherheit und Effizienz.

Stromverbrauch: Definition & Einheiten

Der elektrische Stromverbrauch ist die Rate, mit der eine Last elektrische Energie nutzt, gemessen in Watt (W) oder Kilowatt (kW). Die über die Zeit verbrauchte Gesamtenergie wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben – dem Standard auf Stromrechnungen.

  • Leistung (W) = Spannung (V) × Strom (A)
  • Energie (kWh) = Leistung (W) × Zeit (Stunden) ÷ 1.000

In Wechselstromsystemen ist die Wirkleistung (Watt) das, was die Last tatsächlich verbraucht, während die Scheinleistung (Voltampere, VA) das ist, was geliefert wird. Der Leistungsfaktor (Verhältnis von Wirkleistung zu Scheinleistung) ist besonders bei induktiven oder kapazitiven Lasten wichtig für die Effizienz.

Moderne Smart Meter und Gebäudeleitsysteme können den Verbrauch in Echtzeit erfassen, was das Energiemanagement unterstützt und Einsparpotenziale aufzeigt.

In der Luftfahrt sind präzise Verbrauchsdaten entscheidend für die Dimensionierung von Notstromaggregaten, damit kritische Systeme wie Startbahnbefeuerung und Tower bei allen Bedingungen betriebsbereit bleiben.

Arten elektrischer Lasten

Elektrische Lasten werden danach klassifiziert, wie sie Energie aufnehmen und verarbeiten:

Ohmsche Lasten

  • Verhalten: Wandeln Strom direkt in Wärme um; Strom und Spannung sind phasengleich (Leistungsfaktor ≈ 1).
  • Beispiele: Glühlampen, Elektroheizungen, Toaster.
  • Anwendungen: Enteisung von Startbahnen, Heizelemente, klassische Beleuchtung.

Induktive Lasten

  • Verhalten: Nutzen Spulen/Magnetfelder; Strom hinkt der Spannung hinterher (Leistungsfaktor < 1, induktiv).
  • Beispiele: Motoren (Ventilatoren, Pumpen, Förderbänder), Transformatoren, Magnetventile.
  • Anwendungen: Gepäckabfertigung, Belüftung, Fahrzeuge auf dem Vorfeld.

Kapazitive Lasten

  • Verhalten: Speichern Energie im elektrischen Feld; Strom eilt der Spannung voraus (Leistungsfaktor < 1, kapazitiv).
  • Beispiele: Kondensatorbänke (zur Blindleistungskompensation), bestimmte Elektronik, moderne LEDs.
  • Anwendungen: Blindleistungskompensation in Terminals, empfindliche Elektronik.

Gemischte Lasten

Die meisten realen Systeme bestehen aus Mischungen. Ein Flughafenterminal enthält beispielsweise Beleuchtung (ohmsch), HLK-Ventilatoren (induktiv) und Kondensatoren zur Kompensation.

Wichtige Begriffe der Elektrotechnik

BegriffDefinitionBeispiel/Kontext
Elektrische LastGesamte von allen angeschlossenen Geräten aufgenommene Leistung.Alle eingeschalteten Lampen, Motoren usw.
LastkapazitätMaximale Leistung, die ein System sicher liefern kann.200A-Verteilerfeld bei 240V = 48.000W.
SpitzenlastHöchster Leistungsbezug in einem Zeitraum.Klima, Beleuchtung und Küche zusammen.
AnschlusslastSumme aller Geräteleistungen (wenn alle gleichzeitig laufen).Alle Maschinen in einer Werkhalle.
BetriebslastTatsächliche Last im Alltag, unter Berücksichtigung der Nutzung.Nur einige Lichter/Geräte gleichzeitig an.
BedarfLeistungsverbrauch über einen Zeitraum (kW oder kVA).Stromrechnung, stündlich oder monatlich.
LeistungsfaktorWirkleistung / Scheinleistung; Effizienzkennzahl.Motoren haben meist niedrigen Faktor.
Einschaltdauer% der Zeit, die ein Gerät unter Nennlast läuft.Kompressor läuft 30 % der Zeit.

Lastfaktor: Mittlere Last geteilt durch Spitzenlast im Zeitraum.
Bedarfsfaktor: Maximaler Bedarf geteilt durch Anschlusslast.
Diversitätsfaktor: Summe der Einzelmaximalbedarfe geteilt durch Systemmaximalbedarf.

In der Luftfahrt dienen diese Begriffe der Planung und dem Betrieb von Stromversorgungssystemen für Zuverlässigkeit und Effizienz, um kritische Dienste stets verfügbar zu halten.

Wie wird die elektrische Last praktisch genutzt?

  • Planung: Ingenieure berechnen die erwartete Gesamtlest zur Auswahl von Leitungsquerschnitten, Sicherungen und der Hauptanschlussleistung. Vorschriften (z. B. VDE, NEC) legen sichere Grenzwerte fest.
  • Netzmanagement: Energieversorger prognostizieren die Gesamtlast, um Angebot und Nachfrage auszugleichen und Ausfälle zu vermeiden – mit Echtzeit- und historischen Daten.
  • Notstrom/Erneuerbare: Lastanalysen stimmen Solar-, Wind- oder Generatorleistung auf den Verbrauch zur zuverlässigen Versorgung ab.
  • Energiemanagement: Identifiziert stark belastete Geräte und optimiert Betriebszeiten, um Spitzenlastgebühren zu senken.
  • Sicherheit: Verhindert überlastete Stromkreise, verringert Brandgefahr.
  • Überwachung: Gebäudeautomation und Flughafenleittechnik erfassen Lasten für dynamische Steuerung und Notfallreaktion.

Berechnung von elektrischer Last und Verbrauch

Schritt 1: Geräte erfassen
Alle Geräte auflisten – Beleuchtung, HLK, Pumpen, Computer, Gepäcksysteme.

Schritt 2: Leistungsdaten bestimmen
Leistung (W oder kW) laut Typenschild oder Datenblatt. Bei Angabe nur von V und A:
Watt = Volt × Ampere

Schritt 3: Nutzungsdauer abschätzen
Wie viele Stunden/Tag? Wie viel Prozent der Zeit (Einschaltdauer)?

Schritt 4: Last berechnen

  • Spitzenlast: Alle Geräte addieren, die wahrscheinlich gleichzeitig laufen.
  • Energieverbrauch: Leistung (W) × Stunden ÷ 1.000 = kWh

Schritt 5: Mit Kapazität vergleichen
Verteilerwert (Ampere × Volt), für Dauerlasten 80 %-Regel anwenden.

Beispiel

Ein Stromkreis im Flughafenterminal umfasst:

  • 10 Lampen à 50W = 500W
  • 2 HLK-Geräte à 1.500W = 3.000W
  • 3 Förderbänder à 750W = 2.250W

Spitzenlast: 500 + 3.000 + 2.250 = 5.750W
Verteiler (30A, 240V): 30 × 240 = 7.200W
Sichere Grenze (80 %): 7.200 × 0,8 = 5.760W

Ihre Last (5.750W) liegt gerade innerhalb der sicheren Grenze.

Praxisbeispiel: Lastberechnung im Haushalt

GerätAnzahlLeistung (W)Std./TagkWh/TagSpitzenlast?
Kühlschrank130082,4Ja
Zentrale Klima14.000312,0Ja
LED-Beleuchtung201040,8Ja
Backofen14.00014,0Ja*
Mikrowelle11.2000,50,6Ja*
Laptop27560,9Nein
Fernseher123051,15Nein

Gleichzeitige Spitzenlast:
Klima + Backofen + Mikrowelle + Beleuchtung + Kühlschrank = 9.700W
Verteiler (100A, 240V): 24.000W; 80 % = 19.200W (deutlich im sicheren Bereich)

Warum das Verständnis der elektrischen Last wichtig ist

  • Sicherheit: Verhindert Überlastungen und Brandgefahren.
  • Kostenkontrolle: Senkt Spitzenlastgebühren; identifiziert stromintensive Geräte für Effizienzmaßnahmen.
  • Systemplanung: Stellt sicher, dass Infrastruktur Erweiterungen oder neue Systeme tragen kann.
  • Effizienz/Nachhaltigkeit: Erkennt Modernisierungspotenziale (z. B. LED-Beleuchtung, drehzahlgeregelte Motoren).
  • Zuverlässigkeit: Verhindert Ausfälle – besonders kritisch in Flughäfen und sicherheitsrelevanten Bereichen.
  • Vorschriften: Erfüllt Normen (NEC, ICAO) und internationale Standards.

Zusammenfassung

Eine elektrische Last ist jedes Gerät oder System, das Energie verbraucht. Das Verständnis von Last und Stromverbrauch ist grundlegend für einen sicheren, effizienten und wirtschaftlichen Betrieb – im Haushalt, in der Industrie oder in kritischen Umgebungen wie Flughäfen. Eine genaue Lastanalyse ermöglicht intelligente Planung, zuverlässigen Betrieb und Energieeinsparungen.

Airport electrical control room

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Häufig gestellte Fragen

Was ist eine elektrische Last in einem Stromkreis?

Eine elektrische Last ist jedes Gerät oder Bauteil in einem Stromkreis, das elektrische Energie verbraucht – beispielsweise Lampen, Motoren, Haushaltsgeräte oder Industrieanlagen. Sie stellt die 'Verbraucherseite' des Systems dar, die Energie von der Stromquelle bezieht.

Wie berechnet man den elektrischen Stromverbrauch?

Der Stromverbrauch ist das Produkt aus Spannung und Stromstärke: Leistung (W) = Spannung (V) × Strom (A). Über die Zeit verbrauchte Energie wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen: Energie (kWh) = Leistung (W) × Zeit (h) ÷ 1.000.

Welche Arten von elektrischen Lasten gibt es?

Elektrische Lasten werden in der Regel als ohmsche (wandeln Energie in Wärme um, z. B. Heizgeräte), induktive (Motoren, Transformatoren) und kapazitive (Kondensatorbänke, einige Elektronikgeräte) klassifiziert. Die meisten Einrichtungen haben eine Mischung aller drei Arten.

Warum ist das Verständnis der elektrischen Last in der Luftfahrt und an Flughäfen wichtig?

Flughäfen sind auf eine genaue Lastanalyse angewiesen, um sicherzustellen, dass kritische Systeme – wie Start- und Landebahnbefeuerung, Gepäckabfertigung und Navigationshilfen – zuverlässig funktionieren. Lastmanagement verhindert Überlastungen, gewährleistet Sicherheit und vermeidet kostspielige Ausfälle.

Was ist der Unterschied zwischen Last, Kapazität und Bedarf?

Die Last ist der aktuelle Leistungsbedarf; die Kapazität ist die maximale Leistung, die ein System sicher liefern kann; der Bedarf ist die Leistungsaufnahme über einen Zeitraum. Genaues Verständnis verhindert Überlastungen und ermöglicht einen wirtschaftlichen Betrieb.

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