Bodenmarkierung

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Bodenmarkierung – Linien, Symbole oder Text auf der Oberfläche – Flughafenmarkierungen

Definition und Zweck

Bodenmarkierungen an Flughäfen sind präzise definierte visuelle Hinweise, die direkt auf die Oberflächen von Start- und Landebahnen, Rollwegen, Vorfeldern und anderen Betriebsbereichen innerhalb eines Flughafens aufgetragen werden. Diese Markierungen – bestehend aus Linien, Symbolen, Zahlen und Buchstaben – entsprechen strengen Vorgaben hinsichtlich Größe, Form, Farbe und Platzierung, die von internationalen und nationalen Vorschriften bestimmt werden. Ihr Hauptzweck: Eindeutige visuelle Führung für Piloten, Fahrer von Bodenfahrzeugen und Flugplatzpersonal, um eine sichere und geordnete Bewegung von Flugzeugen und Fahrzeugen zu gewährleisten.

Diese Markierungen sind entscheidende Sicherheitselemente – nicht bloß ästhetisch oder organisatorisch. Sie bieten sofort erkennbare, weltweit verständliche Orientierungshilfen, die Piloten beim Ausrichten des Flugzeugs während Start, Landung und Rollen unterstützen, besonders bei schlechter Sicht. Zum Beispiel ist die Mittellinie der Start- und Landebahn (eine Reihe gleichmäßiger weißer Streifen) unerlässlich zur Richtungssteuerung. Rollwegmarkierungen, Haltelinien und andere Hinweise sorgen dafür, dass sich Flugzeuge und Fahrzeuge innerhalb sicherer Bewegungsbereiche befinden, wodurch das Risiko von Start- und Landebahneinfahrungen und Kollisionen am Boden verringert wird.

Bodenmarkierungen kennzeichnen außerdem Bereiche, in denen bestimmte Tätigkeiten erlaubt oder verboten sind, wie z. B. Blast Pads, Stoppbahnen oder gesperrte Start- und Landebahnen. Sie warnen vor Gefahrenzonen, nicht tragfähigen Oberflächen und Grenzen zwischen Bewegungs- und Nichtbewegungsbereichen. Farben mit hohem Kontrast und retroreflektierende Materialien werden häufig verwendet, um die Sichtbarkeit bei allen Licht- und Wetterbedingungen sicherzustellen.

Standardisierung ist entscheidend: ICAO Anhang 14 und nationale Luftfahrtbehörden stimmen die Markierungsdesigns weltweit ab. So können Piloten und Bodencrews Markierungen effizient interpretieren und befolgen – unabhängig vom Flughafenstandort. Das ist für die globale Luftfahrtsicherheit und die Vermeidung von Missverständnissen unerlässlich.

Internationale Standards und regulatorische Grundlagen

Bodenmarkierungen an Flughäfen werden nach umfassenden internationalen und lokalen Vorschriften entworfen, aufgetragen und instand gehalten.

  • ICAO Anhang 14 (Flugplätze): Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) legt die weltweiten Standards für Flughafenmarkierungen fest, einschließlich Abmessungen, Abständen, Farben und Platzierung. Das gewährleistet, dass Piloten an jedem ICAO-konformen Flughafen vertraute visuelle Hinweise vorfinden.
  • FAA Advisory Circulars (z. B. AC 150/5340-1): In den USA regelt die Federal Aviation Administration das Design, die Materialien und die Installation durch Advisory Circulars. Das Aeronautical Information Manual (AIM) bietet zusätzliche praktische Hinweise.
  • EASA und andere nationale Vorschriften: In Europa setzt die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) die ICAO-Standards über Vorschriften wie die Verordnung (EU) Nr. 139/2014 um. Weitere Länder, darunter Kanada, Australien und das Vereinigte Königreich, erstellen eigene Richtlinien auf Basis der ICAO, angepasst an nationale Bedürfnisse.

Diese Vorschriften regeln auch die Markierungsmaterialien, retroreflektierende Anforderungen für den Nachtbetrieb und die Wartung. Die Einhaltung wird durch regelmäßige Audits und Sicherheitsinspektionen überprüft; Verstöße können zu betrieblichen Einschränkungen führen.

Farbkennzeichnung von Flughafenmarkierungen

Jede Farbe, die bei Flughafenmarkierungen verwendet wird, hat eine bestimmte, standardisierte Bedeutung:

  • Weiß: Für Start- und Landebahnmarkierungen reserviert (Mittellinien, Schwellen, Zielmarkierungen, Aufsetzzonen, Kennzeichnungen).
  • Gelb: Für Rollwegmarkierungen (Mittellinien, Ränder, Haltelinien, Schultern) und zur Abgrenzung von Flächen, die nicht für den Flugzeugbetrieb vorgesehen sind.
  • Rot: Für verpflichtende Hinweisschilder (z. B. Start- und Landebahneinmündungen, Stoppbalken) – roter Hintergrund mit weißem Text signalisiert Verbot oder Freigabepflicht.
  • Schwarz: Als Hintergrund zur Kontrasterhöhung für weiße oder gelbe Markierungen, insbesondere auf hellem Belag.
  • Blau: Selten verwendet, manchmal für Markierungen auf Vorfeldern oder Sonderbereichen.

Die strikte Farbgebung gewährleistet sofortige Erkennbarkeit und reduziert Fehlinterpretationen. Hochbeständige, retroreflektierende Farben verbessern die Sichtbarkeit bei allen Bedingungen.

Start- und Landebahnmarkierungen

Markierungen auf Start- und Landebahnen liefern entscheidende Informationen für einen sicheren Flugbetrieb. Sie sind immer weiß und hinsichtlich Größe, Abstand und Ausführung streng geregelt.

Bahnbezeichnungen

Bahnbezeichnungen sind große weiße Zahlen und (falls nötig) Buchstaben an jedem Bahnanfang, die die magnetische Ausrichtung der Bahn auf die nächsten 10° gerundet angeben. Parallele Bahnen erhalten zusätzlich „L“, „C“ oder „R“ für Links, Center oder Rechts. Beispiel: „09L“ und „09R“.

Mittellinie der Start- und Landebahn

Eine Reihe langer weißer Streifen und Zwischenräume verläuft über die gesamte Länge der Bahn und gibt Piloten eine genaue Ausrichtung beim Start und bei der Landung. Das Muster hilft auch, die Sichtweite (RVR) bei schlechter Sicht einzuschätzen.

Schwellenmarkierungen

Parallele weiße Streifen an der Bahnschwelle kennzeichnen den Beginn der Landefläche. Die Anzahl der Streifen entspricht der Bahnbreite:

BahnbreiteAnzahl der Streifen
18 m (60 ft)4
23 m (75 ft)6
30 m (100 ft)8
45 m (150 ft)12
60 m (200 ft)16

Versetzte Schwelle

Eine versetzte Schwelle ist ein Bahnabschnitt, der für Landungen nicht verfügbar ist (oft wegen Hindernissen oder Oberflächenbeschränkungen), aber zum Rollen, Starten oder Ausrollen genutzt werden darf. Markiert durch einen weißen Balken und weiße Pfeile, die auf die Schwelle zeigen.

Schwellenbalken

Ein durchgehender weißer Balken quer über die Bahn an einer versetzten Schwelle markiert den Beginn des Landebereichs.

Zielmarkierungen

Große rechteckige weiße Markierungen, typischerweise 300 Meter (1.000 Fuß) von der Schwelle entfernt, dienen Piloten als Hauptrichtpunkt beim Anflug.

Aufsetzzonenmarkierungen (TDZ)

Paare weißer Rechteckbalken in 150-Meter-(500-Fuß-)Abständen ab der Schwelle kennzeichnen die Aufsetzzone und geben Entfernungsangaben.

Seitenstreifen

Durchgehende weiße Linien entlang jeder Bahnkante definieren die nutzbare Breite.

Schultermarkierungen

Gelbe Schraffuren oder Chevrons neben den Seitenstreifen kennzeichnen Flächen, die nicht für den Flugzeugbetrieb vorgesehen sind.

Blast Pad, Stoppbahn oder Auslaufbereich

Große gelbe Chevrons jenseits des Bahnendes markieren Flächen, die nicht zum Rollen, Starten oder Landen genutzt werden dürfen, aber als Auslauf- oder Schutzbereich dienen können.

Rollwegmarkierungen

Rollwegmarkierungen leiten Flugzeuge und Fahrzeuge zwischen Start- und Landebahnen, Vorfeldern und Terminals. Sie sind immer gelb.

Mittellinie des Rollwegs

Eine durchgehende gelbe Linie verläuft in der Mitte des Rollwegs. Verstärkte Mittellinien – Doppellinien oder Strichlinien – erscheinen in der Nähe von Haltelinien an Start- und Landebahnen.

Rollwegrandmarkierungen

Doppelte gelbe Linien (durchgehend oder gestrichelt) definieren den Rand des Rollwegs. Strichlinien zeigen an, dass angrenzender Belag genutzt werden darf (z. B. zum Zugang zum Vorfeld).

Schultermarkierungen

Gelbe Schraffuren oder Chevrons neben dem Rollweg kennzeichnen Flächen, die nicht für den Flugzeugbetrieb ausgelegt sind.

Oberflächenmarkierte Zeichen

Große alphanumerische Codes, Pfeile und Hintergründe (gelb, schwarz), die direkt auf Rollwege aufgemalt sind, ergänzen vertikale Beschilderungen. Sie helfen bei der Orientierung an komplexen Knotenpunkten.

Geographische Positionsmarkierungen

Auffällige Kreise (oft mit Zahlen/Buchstaben) auf Rollwegen großer Flughäfen mit Niedrigsichtbetrieb. Sie dienen als Bezugspunkte für Piloten und Lotsen.

Grenze zum Nicht-Bewegungsbereich

Zwei gelbe Linien – eine durchgehend, eine gestrichelt – markieren die Grenze zwischen Bewegungsbereichen (mit ATC-Freigabe) und Nicht-Bewegungsbereichen (z. B. Vorfelder).

Haltelinien

Entscheidend zur Vermeidung von Start- und Landebahneinfahrungen und für die sichere Bodenabwicklung.

Haltelinien an Start- und Landebahnen

Vier gelbe Linien – zwei durchgehend, zwei gestrichelt – quer über einen Rollweg an der Kreuzung mit einer Start- und Landebahn. Flugzeuge und Fahrzeuge müssen an den durchgehenden Linien halten, sofern nicht von der Flugsicherung freigegeben. Die gestrichelten Linien zeigen zur Bahn hin.

Schutzbereichmarkierungen für das ILS

Spezielle Markierungen (abwechselnd gelbe Linien und Rechtecke) sichern Bereiche, in denen das Instrumentenlandesystem (ILS) durch Flugzeuge oder Fahrzeuge bei Niedrigsicht gestört werden könnte.

Vorfeld- und weitere Oberflächenmarkierungen

Vorfelder (Flugzeugabstell- und Wartungsbereiche) haben eigene Markierungen zur Führung und Sicherheit:

  • Gate-Zufahrtslinien: Leiten Flugzeuge präzise zu den Parkpositionen.
  • Fahrzeugfahrbahnen: Mit durchgehenden oder gestrichelten Linien, manchmal Zebrastreifen, zur sicheren Bewegung von Fahrzeugen gekennzeichnet.
  • Standplatzkennzeichnungen: Alphanumerische Bezeichnungen für jede Parkposition.
  • Eingeschränkte/Sperrbereiche: Flächen, die für Flugzeuge oder Fahrzeuge nicht zugelassen sind, oft mit roten oder gelben Symbolen markiert.

Markierungsmaterialien und Wartung

Flugplatzmarkierungen verwenden hochbeständige Farben, meist mit retroreflektierenden Kugeln für Sichtbarkeit bei Nacht und schlechten Lichtverhältnissen. In Bereichen mit hohem Verkehrsaufkommen oder rauem Klima können Thermoplaste oder Epoxidharze für längere Haltbarkeit eingesetzt werden.

Regelmäßige Inspektionen und Wartung sind erforderlich:

  • Ausbleichen, Abplatzen oder Verschmutzungen können die Wirksamkeit der Markierungen mindern und Sicherheitsrisiken darstellen.
  • Periodisches Nachstreichen erfolgt je nach Verkehrsaufkommen, Wetter und gesetzlichen Vorgaben.
  • Reibungsprüfungen stellen sicher, dass Markierungen den Grip auf Start- und Landebahnen oder Rollwegen nicht vermindern.

Sicherheitsaspekte und Human Factors

Ordnungsgemäß gewartete, standardisierte Markierungen sind entscheidend, um:

  • Start- und Landebahneinfahrungen und falsche Landungen zu verhindern.
  • Sofortige Erkennbarkeit und Situationsbewusstsein für Piloten und Bodenpersonal zu gewährleisten.
  • Den Betrieb bei schlechter Sicht durch retroreflektierende und verstärkte Markierungen zu unterstützen.

Nicht standardisierte oder schlecht gewartete Markierungen haben weltweit zu Vorfällen in der Luftfahrt beigetragen. Deshalb sind kontinuierliche Schulungen, Inspektionen und die Einhaltung aktueller Standards unerlässlich.

Quellen und weiterführende Informationen

Fazit

Bodenmarkierungen an Flughäfen sind unverzichtbar für eine sichere, effiziente und standardisierte Bewegung von Flugzeugen und Fahrzeugen. Ihre einheitliche Anwendung, Sichtbarkeit und Interpretation an Flughäfen weltweit bilden die Grundlage für die Sicherheit der modernen Luftfahrt. Regelmäßige Wartung, Einhaltung internationaler und nationaler Vorschriften sowie fortlaufende Schulungen sorgen dafür, dass diese wichtigen visuellen Hilfen auch weiterhin Leben retten und das globale Luftverkehrssystem unterstützen.

Häufig gestellte Fragen

Warum sind Bodenmarkierungen an Flughäfen wichtig?

Bodenmarkierungen an Flughäfen bieten Piloten und Fahrern von Bodenfahrzeugen standardisierte, gut sichtbare visuelle Hinweise. Sie helfen, Kollisionen, Start- und Landebahneinfahrungen sowie Navigationsfehler zu verhindern, insbesondere bei schlechter Sicht oder bei Nachtbetrieb.

Wer legt die Standards für Flughafenmarkierungen fest?

Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) legt globale Standards durch Anhang 14 fest. Nationale Behörden wie die FAA (in den USA) oder EASA (in Europa) geben zusätzliche Vorschriften und Richtlinien heraus, um sicherzustellen, dass Markierungen an allen Flughäfen einheitlich und wirksam sind.

Wie unterscheiden sich Start- und Landebahnmarkierungen von Rollwegmarkierungen?

Markierungen auf Start- und Landebahnen sind immer weiß und kennzeichnen Bereiche für Start und Landung von Flugzeugen, während Rollwegmarkierungen gelb sind und Flugzeuge sowie Fahrzeuge zwischen Start- und Landebahnen, Vorfeldern und Terminals leiten. Jede Markierung verwendet für die Klarheit eigene Muster und Symbole.

Was ist eine versetzte Schwelle?

Eine versetzte Schwelle ist ein Abschnitt einer Start- und Landebahn, auf dem keine Landung erlaubt ist, oft aufgrund von Hindernissen oder Einschränkungen der Oberfläche. Sie ist durch einen weißen Querbalken und Pfeile gekennzeichnet. Der Bereich vor dem Balken kann für das Rollen, den Start oder das Ausrollen genutzt werden, nicht aber für das Aufsetzen bei der Landung.

Wie werden Bodenmarkierungen an Flughäfen instand gehalten?

Flughäfen verwenden hochbeständige, retroreflektierende Farben und führen regelmäßige Inspektionen durch. Markierungen werden je nach Bedarf aufgefrischt oder ersetzt, damit sie sichtbar und den aktuellen Standards entsprechend bleiben – insbesondere in Bereichen mit viel Verkehr oder extremen Wetterbedingungen.

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