Dauerlicht – Kontinuierliches, nicht blinkendes Licht (Flughafenbeleuchtung)

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Dauerlicht – Kontinuierliches, nicht blinkendes Licht (Flughafenbeleuchtung)

Was ist ein Dauerlicht?

Ein Dauerlicht ist eine Art der Luftfahrt- und Flughafenbeleuchtung, die einen kontinuierlichen, nicht blinkenden Lichtstrahl aussendet. Im Gegensatz zu blinkenden oder pulsierenden Lichtern bleibt ein Dauerlicht bei Stromversorgung ständig eingeschaltet und bietet ein ununterbrochenes visuelles Signal. Dadurch ist es unverzichtbar für die Markierung von Pistenrändern, Rollwegen und Hindernissen sowie für die Abgrenzung von Anflugbereichen und die Sichtbarkeit wichtiger Infrastruktur.

Dauerlichter sind von internationalen und nationalen Luftfahrtbehörden, darunter die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und die Federal Aviation Administration (FAA), für bestimmte Zwecke in der Zivilluftfahrt vorgeschrieben. Ihr Einsatz erhöht die Betriebssicherheit, insbesondere bei komplexen Layouts, schlechter Sicht oder hohem Verkehrsaufkommen.

Warum Dauerlichter wichtig sind

  • Ständige Sichtbarkeit: Dauerlichter bieten Piloten und Bodenpersonal eine verlässliche, ständig sichtbare Orientierungshilfe, verringern Verwechslungsgefahr und verbessern das Situationsbewusstsein.
  • Vorschriften: Internationale und nationale Bestimmungen (ICAO Annex 14, FAA AC 70/7460-1M) legen fest, wo und wie Dauerlichter eingesetzt werden müssen, insbesondere zur Markierung von Hindernissen und Flugplatzgrenzen.
  • Sicherheit: Durch die kontinuierliche Markierung von Gefahren und Betriebszonen tragen Dauerlichter entscheidend dazu bei, Kollisionen und Pistenverletzungen zu verhindern – besonders nachts oder bei schlechtem Wetter.
  • Technologie: Moderne Dauerlichter verwenden effiziente LED-Technik, sind wartungsarm und für den Einsatz unter extremen Bedingungen ausgelegt.

Einsatzbereiche von Dauerlichtern

1. Hindernisbefeuerung

Hindernisfeuer werden an oder in der Nähe von Objekten installiert, die für Flugzeuge eine Gefahr darstellen könnten, wie z. B. Kommunikationstürme, Gebäude, Windkraftanlagen und Brücken. Bei Bauwerken bis zu 150 Fuß (45,72 Meter) über Grund werden Dauerlichter mit niedriger Intensität und roter Farbe (meist L-810) verwendet. Für höhere oder markantere Hindernisse kann eine Kombination aus Dauer- und Blinkfeuern erforderlich sein.

Wichtige Merkmale:

  • Farbe: Rot (Standard für geringe Intensität).
  • Sichtbarkeit: Muss aus allen Richtungen (360°) sichtbar sein und Mindestintensität (z. B. 32,5 Candela für L-810) erfüllen.
  • Anbringung: Am oberen Ende des Bauwerks und auf Zwischenebenen bei hohen oder unregelmäßigen Hindernissen.
  • Regulatorische Grundlage: ICAO Annex 14, FAA AC 70/7460-1M.

2. Pistenrand- und Schwellenbefeuerung

Dauerhafte weiße Lichter markieren die Pistenränder, grüne Lichter kennzeichnen die Schwelle (Beginn) und rote Lichter das Ende der nutzbaren Piste. Sie geben Piloten während Anflug, Landung, Start und Rollen klare visuelle Hinweise.

Spezifikationen:

  • Pistenrandbefeuerung: Weiß, variabel oder fest, typischer Abstand 60 Meter (200 Fuß).
  • Schwellenbefeuerung: Grün (Anflugrichtung), Rot (Abflugrichtung).
  • Haltbarkeit: Wetterfest, stoßfest und für alle Betriebsbedingungen geeignet.
  • Stromversorgung: Reihenschaltung mit Backup-Systemen für Zuverlässigkeit.

3. Rollwegrand- und Mittellinienbefeuerung

  • Randlichter: Dauerleuchtende blaue Lichter markieren die Ränder der Rollwege und helfen Piloten bei der Navigation zwischen Pisten und Terminals.
  • Mittellinienlichter: Grüne, bündig eingelassene Lichter in der Mittellinie der Rollwege, hauptsächlich auf großen Flughäfen und bei schlechter Sicht verwendet.

Regulatorische Vorgaben:

  • Abstand: Bis zu 60 Meter (200 Fuß) für Randlichter; bis zu 15 Meter (50 Fuß) für Mittellinienlichter.
  • Farbe: Blau (Rand), Grün (Mittellinie).
  • Integration: Teil des Surface Movement Guidance and Control System (SMGCS).

4. Anflugbefeuerungssysteme (ALS)

Ein Anflugbefeuerungssystem verwendet Dauer- und Blinklichter, um einen „Lichtweg“ vom Pistenanfang in den Anflugbereich zu schaffen. Dauerhaft weiße Lichter bilden die primäre visuelle Orientierung, Blinksequenzen erhöhen die Auffälligkeit.

  • Zweck: Piloten bei der Endanflugphase, besonders bei schlechter Sicht, zur Piste führen.
  • Reichweite: Typischerweise 420–900 Meter (1.400–3.000 Fuß) ab Piste.
  • Vorschriften: ICAO und FAA schreiben bestimmte Konfigurationen vor (z. B. ALSF-1, ALSF-2, MALSR).

Technische Standards und Vorschriften

ICAO Annex 14

ICAOs Annex 14 – Flugplätze legt internationale Standards für die Flughafenbeleuchtung fest, einschließlich Vorgaben für:

  • Anbringung, Farbe und Intensität von Dauerlichtern.
  • Photometrische und Haltbarkeitsanforderungen.
  • Wartungs- und Inspektionsprotokolle.

FAA Advisory Circulars

Wichtige FAA-Dokumente:

  • AC 70/7460-1M: Anforderungen für Hindernisbefeuerung und -markierung.
  • AC 150/5345-43: Spezifikation für Hindernisbefeuerungsanlagen (inkl. L-810).
  • AC 150/5345-46: Spezifikation für Pisten- und Rollwegbefeuerung.

L-810-Licht: Der Standard bei Hindernisbefeuerung

Das L-810-Licht ist der Industriestandard für Hindernisfeuer mit niedriger Intensität und rotem Dauerlicht an Bauwerken bis 150 Fuß über Grund. Es muss:

  • Mindestens 32,5 Candela abstrahlen.
  • Aus allen Richtungen sichtbar sein.
  • Robuste, wetterfeste Bauweise (IP65+) aufweisen.
  • In AC- und DC-Ausführung sowie als Solarversion für abgelegene Standorte verfügbar sein.
  • Über ausfallsichere Überwachung und Überspannungsschutz verfügen.

Ein Ausfall von L-810-Lichtern kann zu behördlichen Strafen, NOTAMs und betrieblichen Einschränkungen führen.

Wartung und Überwachung

Ein ordnungsgemäßer Betrieb von Dauerlichtern ist entscheidend. Zentrale Empfehlungen:

  • Regelmäßige Inspektionen: Alle Leuchten auf Funktion, Ausrichtung und Sauberkeit prüfen.
  • Schnelle Instandsetzung: Ausfälle oder Defekte umgehend beheben – Behörden fordern bei Ausfall eine NOTAM-Meldung.
  • Fernüberwachung: Zunehmend melden automatisierte Systeme Fehler in Echtzeit.
  • Dokumentation: Wartungsprotokolle für Compliance und Audits führen.

Stromversorgung und Technik

  • LEDs: Bevorzugt wegen Effizienz, Lebensdauer (50.000+ Stunden) und geringem Wartungsaufwand.
  • Stromversorgung: AC-, DC- und Solar-Varianten verfügbar.
  • Umweltschutz: Alle Leuchten müssen gegen Wasser, Staub, Korrosion und extreme Temperaturen geschützt sein.
  • Backup-Systeme: Generatoren oder USV sichern den Betrieb bei Stromausfall.

Integration mit anderen visuellen Hilfen

Dauerlichter werden koordiniert mit:

  • Blinklichtern (für Warnungen hoher Intensität)
  • Bodenmarkierungen und Beschilderungen
  • Kugelförmigen Markierungen für Leitungen und Kabel
  • Surface Movement Guidance Systems (SMGCS)

Regulierungsbehörden

ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation)

Eine Organisation der Vereinten Nationen, die weltweite Luftfahrtnormen festlegt, darunter auch für Flughafenbeleuchtung. ICAO Annex 14 ist das zentrale Referenzdokument für Anforderungen an Dauerlichter weltweit.

FAA (Federal Aviation Administration)

Die US-Behörde, die die Einhaltung von ICAO- und nationalen Normen sicherstellt. FAA-Dokumente regeln Gestaltung, Anordnung und Wartung aller Dauerlichter im US-Luftraum.

NOTAM (Notice to Airmen)

Jede ausgefallene Dauerlichtbefeuerung (z. B. an einem Turm oder auf der Piste) muss per NOTAM gemeldet werden, um Piloten und Luftraumnutzer zu informieren und die Sicherheit zu gewährleisten.

Übersichtstabelle: Zentrale Anwendungen von Dauerlichtern

AnwendungFarbeRegulatorische ReferenzAbstand/PositionierungHauptzweck
Hindernis (L-810)RotICAO Annex 14, FAAOben/zwischenebenenKennzeichnung von Hindernissen ≤150 ft AGL
PistenrandWeißICAO Annex 14, FAA≤60m (200 ft)Definition der seitlichen Pistenbegrenzung
PistenschwelleGrünICAO Annex 14, FAAÜber die SchwelleKennzeichnung des Pistenanfangs für Piloten
PistenendeRotICAO Annex 14, FAAÜber das PistenendeKennzeichnung des Endes der nutzbaren Piste
RollwegrandBlauICAO Annex 14, FAA≤60m (200 ft)Abgrenzung von Rollwegen
RollwegmittellinieGrünICAO Annex 14, FAA≤15m (50 ft)Präzise Führung beim Rollen
AnflugbefeuerungWeiß/rotICAO Annex 14, FAAVorgeschriebene AnordnungAusrichtung im Endanflug

Best Practices für das Management von Dauerlichtbefeuerung

  • Verwenden Sie ausschließlich ICAO-/FAA-zertifizierte Leuchten.
  • Planen Sie regelmäßige Inspektionen und Reinigungen.
  • Setzen Sie für kritische Lichter Fernüberwachung ein.
  • Melden Sie Ausfälle umgehend per NOTAM.
  • Führen Sie aktuelle Wartungs- und Compliance-Aufzeichnungen.
  • Priorisieren Sie LED-Umrüstungen für Effizienz und Zuverlässigkeit.

Fazit

Dauerlichter sind ein grundlegendes Element der Flughafen- und Luftraumsicherheit. Ihre ständige Beleuchtung stellt sicher, dass Start- und Landebahnen, Rollwege und Hindernisse für Piloten jederzeit sichtbar bleiben und unterstützt den sicheren Flugbetrieb unter allen Bedingungen. Die Einhaltung von ICAO- und FAA-Vorschriften ist verpflichtend, und die Investition in zuverlässige, effiziente Dauerlichtsysteme ist für Flughafen-, Heliport- und Hindernisbetreiber, die Sicherheit und Exzellenz anstreben, unerlässlich.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Dauerlicht in der Flughafenbeleuchtung?

Ein Dauerlicht ist eine kontinuierliche, nicht blinkende Lichtquelle, die in Flughafen- und Hindernisbefeuerungssystemen eingesetzt wird, um ein dauerhaftes visuelles Signal zu geben. Im Gegensatz zu Blinklichtern bleiben Dauerlichter ständig eingeschaltet, wodurch die Sichtbarkeit von Start- und Landebahnen, Rollwegen und Hindernissen für Piloten, insbesondere bei Nacht oder schlechtem Wetter, verbessert wird.

Wo sind Dauerlichter im Flughafenbetrieb vorgeschrieben?

Dauerlichter sind bei Hindernisbefeuerungen mit niedriger Intensität erforderlich (z. B. L-810-Rotlichter auf Türmen und Gebäuden unter 150 Fuß/45,72 m über Grund), an Pistenrändern und -schwellen, Rollwegen und bestimmten Elementen von Anflugbefeuerungssystemen. Ihr Einsatz ist in ICAO Annex 14 und FAA Advisory Circulars geregelt.

Was ist der Unterschied zwischen Dauerlichtern und Blinklichtern in der Luftfahrt?

Dauerlichter senden einen kontinuierlichen, ununterbrochenen Lichtstrahl aus, während Blinklichter in regelmäßigen Abständen pulsieren oder blinken. Die Wahl hängt vom Einsatzzweck ab: Dauerlichter sorgen für konstante Sichtbarkeit zur Kennzeichnung von Hindernissen und Pisten, während Blinklichter häufig für Warnungen mittlerer/hoher Intensität oder zur Aufmerksamkeitslenkung bei Anflugbefeuerungen verwendet werden.

Was ist ein L-810-Licht?

Ein L-810-Licht ist ein Hindernisfeuer mit niedriger Intensität und rotem Dauerlicht zur Kennzeichnung von Bauwerken bis 150 Fuß (45,72 Meter) über Grund. Es ist von FAA und ICAO zur Sicherung des Luftraums vorgeschrieben und unterliegt strengen Anforderungen an Intensität, Farbe und Haltbarkeit. Moderne L-810-Lichter verwenden meist LEDs für Effizienz und Langlebigkeit.

Warum sind Dauerlichter für Flughafen- und Flugsicherheit wichtig?

Dauerlichter sorgen für ständige Sichtbarkeit von Flughafenbereichen und Hindernissen, verringern die Verwechslungsgefahr für Piloten und erhöhen das Situationsbewusstsein, insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen. Sie sind entscheidend zur Vermeidung von Kollisionen, sichern den sicheren Flugzeugbetrieb und gewährleisten die Einhaltung internationaler Luftfahrtsicherheitsstandards.

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