Touchdown

Aviation Landing Runway Operations

Touchdown – Flugzeugberührung mit der Landebahn im Flugbetrieb

Touchdown ist ein grundlegendes Konzept in der Luftfahrt und bezeichnet den exakten Moment und Ort, an dem das Fahrwerk eines Flugzeugs bei der Landung erstmals die Oberfläche der Landebahn berührt. Dieses Ereignis markiert den Übergang vom Flug- zum Bodenbetrieb und ist entscheidend für die Sicherheit, Leistung und Kontrolle des Flugzeugs. Anders als der weiter gefasste Begriff „Landung“, der Anflug, Flare, Ausrollen und Anhalten umfasst, ist „Touchdown“ das punktgenaue Ereignis des Kontakts der Räder mit der Landebahn.

In regulierten Luftfahrtumgebungen, wie sie von der International Civil Aviation Organization (ICAO) und der Federal Aviation Administration (FAA) beaufsichtigt werden, ist der Touchdown genau definiert. Die Position des Touchdowns beeinflusst die verfügbare Bremsstrecke, die Einhaltung von Flughafen- und Flugzeugleistungsrichtlinien sowie das Risiko von Landebahnüberläufen. Die meisten Verfahren und Prüfungsflüge verlangen von Piloten, den Touchdown in einer speziell markierten Touchdown Zone (TDZ) zu erreichen – meist innerhalb der ersten 3.000 Fuß oder des ersten Drittels der Landebahn.

Ein kontrollierter, präziser Touchdown wird in allen Betriebsarten betont – egal ob beim Fliegen großer Verkehrsflugzeuge, Business-Jets oder leichter Motorflugzeuge. Moderne Technologie, standardisierte Ausbildung und behördliche Aufsicht konzentrieren sich gleichermaßen auf den Touchdown als entscheidenden Moment, der das Ergebnis jeder Landung bestimmt.

Aircraft touching down on runway

Wichtige Begriffe rund um den Touchdown

Zielpunkt (Aiming Point)

Der Zielpunkt ist eine markante Landebahnmarkierung, typischerweise ein Paar großer weißer Rechtecke, die 1.000 Fuß hinter der Landebahnschwelle liegen. Piloten nutzen den Zielpunkt als visuelle Referenz, um den Gleitpfad während des Anflugs zu etablieren und zu stabilisieren. Wichtig ist, dass der Zielpunkt nicht der eigentliche Aufsetzpunkt ist; durch die Vorwärtsbewegung des Flugzeugs im Flare-Manöver erfolgt der tatsächliche Touchdown hinter dieser Markierung. Der Zielpunkt dient dazu, Piloten ein konstantes Sichtbild zu geben und unterstützt sowohl manuelle als auch automatisierte Landungen. Er ist weltweit auf Präzisionslandebahnen Standard.

Touchdown-Punkt

Der Touchdown-Punkt ist die genaue Stelle, an der die Räder des Flugzeugs erstmals die Landebahn berühren. Er wird durch Geschwindigkeit, Anflugwinkel, Flare-Technik und Umgebungsbedingungen bestimmt. Die präzise Kontrolle des Touchdown-Punktes ist entscheidend für Sicherheit und Regularien, da ein Touchdown zu weit hinten auf der Bahn das Überlaufrisiko erheblich erhöht. Daten aus Flugdatenschreibern und Flughafenüberwachungssystemen werden zur Analyse des Touchdown-Punktes für Betriebsüberprüfungen und Unfalluntersuchungen genutzt.

Touchdown Zone (TDZ)

Die Touchdown Zone (TDZ) ist ein definierter Abschnitt der Landebahn, in dem Piloten das Flugzeug aufsetzen sollen. Nach ICAO- und FAA-Standards beginnt die TDZ 500 Fuß hinter der Landebahnschwelle und erstreckt sich bis 3.000 Fuß oder zum ersten Drittel der Bahn – je nachdem, was kürzer ist. Sie ist durch Paare weißer Rechteckbalken gekennzeichnet und in manchen Fällen zusätzlich mit eingebetteten Lichtern für Nacht- und Schlechtwetterbedingungen ausgestattet. Das Aufsetzen innerhalb der TDZ ist für die meisten Airline- und Firmenverfahren verpflichtend und ein zentrales Kriterium in Sicherheits- und Trainingsprogrammen.

Touchdown Point Limit (TPL)

Das Touchdown Point Limit (TPL) ist die maximal zulässige Entfernung von der Landebahnschwelle, innerhalb der das Flugzeug am Boden sein muss, um eine sichere Reststrecke für das Anhalten zu gewährleisten. Das TPL wird anhand der Landeleistungsdaten des Flugzeugs, der aktuellen Landebahnbedingungen und Umgebungsfaktoren berechnet. Erfolgt der Touchdown hinter dem TPL, ist in der Regel ein Go-Around vorgeschrieben. Das TPL ist besonders an kurzen, nassen oder verschmutzten Landebahnen von Bedeutung.

Gleitpfad

Der Gleitpfad bezeichnet den optimalen vertikalen Sinkwinkel, dem das Flugzeug im Endanflug folgt, meist 3 Grad. Die Einhaltung des korrekten Gleitpfades sorgt dafür, dass das Flugzeug die Schwelle in der richtigen Höhe und Energie erreicht, um einen sicheren Flare und kontrollierten Touchdown zu ermöglichen. Die Gleitpfadführung kann visuell durch PAPI- oder VASI-Systeme oder instrumentell durch ILS-, GLS- oder GPS-basierte Anflüge erfolgen.

Flare (Abfangen)

Der Flare oder das Abfangen ist das Manöver unmittelbar vor dem Touchdown, bei dem der Pilot die Nase sanft anhebt, um Sinkrate und Geschwindigkeit zu verringern und eine sanfte Landung zu erzielen. Das Timing und die Technik des Flares sind entscheidend – zu hoch oder zu niedrig führen zu harten oder instabilen Landungen. Die Flare-Handhabung beeinflusst direkt den tatsächlichen Touchdown-Punkt und den Passagierkomfort.

Landebahnschwelle

Die Landebahnschwelle ist der markierte Anfang des nutzbaren Teils der Landebahn für die Landung. Sie ist durch weiße „Klaviatur“-Streifen gekennzeichnet und kann zur Hindernisfreiheit oder aus baulichen Gründen verschoben sein. Der Bereich vor einer verschobenen Schwelle darf nicht für den Touchdown genutzt werden. Die Schwelle dient als wichtiges visuelles und betriebliches Bezugselement für Piloten.

Landebahnmittellinie

Die Landebahnmittellinie ist die gestrichelte weiße Linie, die sich über die gesamte Länge der Landebahn zieht und Piloten während des Anflugs, Touchdowns und Ausrollens zur Ausrichtung dient. Präzision beim Halten der Mittellinie ist besonders bei großen Flugzeugen und schlechten Sichtbedingungen für die Sicherheit unerlässlich.

Landungsbahn

Die Landungsbahn ist die aktuelle Bahn, die für die Landung ausgewählt wird – basierend auf Windrichtung, Länge, Zustand der Oberfläche und Verkehrsaufkommen. Die gewählte Landungsbahn wird in der Landeerlaubnis mitgeteilt und ist zentral für das Lande-Briefing und die Leistungsplanung.

Wie Touchdown in der Luftfahrt verwendet wird

Touchdown ist zentral für den Linien-, Geschäfts- und Privatflugverkehr. Dessen Ort und Qualität beeinflussen die Sicherheit (Landebahnüberlauf/-abkommen), den Wartungsaufwand (Verschleiß von Fahrwerk und Reifen), den Passagierkomfort und die Einhaltung von Vorschriften. Piloten werden darauf trainiert und überprüft, präzise und stabile Touchdowns innerhalb der TDZ unter verschiedensten Bedingungen zu erzielen – auch bei kurzen, nassen oder verschmutzten Landebahnen sowie an hoch gelegenen Flughäfen.

Die Touchdown-Leistung ist außerdem ein Kernelement der behördlichen Überwachung und der Datenanalyse. Fluggesellschaften und Betreiber werten Touchdown-Daten aus Flugdatenschreibern aus, um Trends zu erkennen, das Training zu verbessern und Vorfälle zu vermeiden. Bei Instrumentenbedingungen sind Präzisionsanflüge und Autoland-Systeme darauf ausgelegt, sichere, genaue Touchdowns zu gewährleisten – unterstützt durch Markierungen und Beleuchtung der Landebahn.

Verspätete oder zu weite Touchdowns sind eine häufige Ursache für Landebahnabkommen, weshalb die Kontrolle des Touchdowns ein Hauptfokus in Unfalluntersuchungen und Sicherheitsprogrammen ist. Standardarbeitsanweisungen (SOPs) verlangen ausnahmslos ein Go-Around, wenn ein sicherer Touchdown innerhalb der definierten Zone nicht gewährleistet ist.

Beispiele und Anwendungsszenarien

Normale Landungen

Bei einer Standardlandung wird ein stabilisierter Anflug unter Nutzung des Zielpunkts als Referenz geflogen. Der Pilot fängt in der richtigen Höhe ab, wodurch der Touchdown üblicherweise 1.200 bis 1.500 Fuß hinter der Schwelle und damit gut innerhalb der TDZ einer Standardbahn erfolgt. Das gewährleistet ausreichend Bremsweg und die Einhaltung von Sicherheitsstandards.

Instrumentenanflüge

Bei Instrumentenanflügen (z. B. ILS, LPV) folgt das Flugzeug einem präzise definierten Gleitpfad, um die Schwelle in der richtigen Höhe zu überqueren. Der Autopilot kann den Anflug steuern, aber der Pilot stellt sicher, dass der Touchdown innerhalb der TDZ erfolgt. Ist dies nicht der Fall, wird ein Fehlanflug eingeleitet.

Kurzbahnlandungen

Auf kurzen Landebahnen versuchen Piloten, so nah wie sicher möglich an der Schwelle aufzusetzen, um das Überfliegen zu minimieren und die Bremswirkung zu maximieren. Die exakte Einhaltung der Anfluggeschwindigkeit und Klappenstellung ist entscheidend, um einen sicheren, kontrollierten Touchdown innerhalb der verfügbaren Landebahnlänge zu erzielen.

Vermeidung von Landebahnabkommen

Piloten und Flugoperationen nutzen Touchdown Point Limits (TPL), Landebahn-Overlays und Leistungskalkulationen, um zu entscheiden, ob sie fortsetzen oder durchstarten. Die Einhaltung dieser Grenzen ist insbesondere bei nassen, verschmutzten oder hochgelegenen Landebahnen entscheidend, um Überläufe zu verhindern.

Zusammenfassung

Touchdown ist ein präziser, regulierter und wesentlicher Aspekt jeder Flugzeuglandung. Dessen Steuerung bestimmt das Ergebnis von Landungen in Bezug auf Sicherheit, Einhaltung von Vorschriften und betriebliche Effizienz. Moderne Flugoperationen verlassen sich auf eine Kombination aus Ausbildung, Technologie und Verfahren, um sicherzustellen, dass jeder Touchdown – unabhängig von Flugzeugtyp oder Landebahn – so sicher und vorhersehbar wie möglich erfolgt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Touchdown und Landung?

Touchdown bezeichnet speziell den Moment, in dem die Räder des Flugzeugs erstmals die Landebahn berühren, während Landung den gesamten Vorgang vom Anflug über das Ausrollen bis zum Anhalten umfasst. Touchdown ist ein kritischer Teil innerhalb der Landesequenz.

Wo sollte der Touchdown auf einer Landebahn erfolgen?

Der Touchdown sollte innerhalb der Touchdown Zone (TDZ) erfolgen, die sich typischerweise 500 bis 3.000 Fuß hinter der Landebahnschwelle oder im ersten Drittel der Landebahn befindet – je nachdem, was kürzer ist. Ein Touchdown außerhalb dieser Zone erhöht das Risiko eines Landebahnüberlaufs und gilt als Abweichung vom Verfahren.

Wie wird Touchdown überwacht und aufgezeichnet?

Moderne Flugzeuge verwenden Flugdatenschreiber, um den genauen Touchdown-Punkt, die Vertikalgeschwindigkeit und die Ausrichtung zu erfassen. Flughäfen können Überwachungs- und Landebahnsysteme einsetzen, um Touchdown-Orte aus Sicherheits- und Betriebsgründen zu verfolgen.

Warum ist der Zielpunkt nicht dasselbe wie der Touchdown-Punkt?

Der Zielpunkt ist eine visuelle Referenz auf der Landebahn, damit Piloten während des Anflugs den korrekten Gleitpfad einhalten. Aufgrund des Flare-Manövers erfolgt der tatsächliche Touchdown-Punkt normalerweise hinter dem Zielpunkt.

Was passiert, wenn ein Flugzeug hinter dem Touchdown Point Limit (TPL) aufsetzt?

Erfolgt der Touchdown hinter dem TPL, steht möglicherweise nicht mehr genug Landebahn für ein sicheres Abbremsen zur Verfügung. Die meisten SOPs verlangen einen Go-Around, wenn das Flugzeug bis zum TPL nicht am Boden ist, um Landebahnüberläufe zu vermeiden.

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