Windrichtung

Aviation Meteorology Navigation Weather instruments

Windrichtung (Meteorologie): Umfassender Leitfaden für Luftfahrt, Meteorologie und Navigation

Definition und Grundkonzept

Windrichtung ist die Kompassrichtung, aus der der Wind stammt, nicht wohin er weht. In Luftfahrt, Meteorologie und Navigation ist diese „von“-Konvention entscheidend, um Wetterlagen zu verstehen, Flugoperationen zu planen und Umweltveränderungen zu interpretieren. Zum Beispiel kommt ein „Westwind“ aus Westen und bewegt sich ostwärts.

Windrichtung kann angegeben werden als:

  • Kompasspunkte (N, NO, W usw.)
  • Grad relativ zum geografischen Norden (0°–360°)

Diese Standardisierung ist international anerkannt und wird von Organisationen wie ICAO und WMO vorgeschrieben, um eine klare Kommunikation in sicherheitsrelevanten Branchen zu gewährleisten.

Messung und Angabe der Windrichtung

Kompasspunkte und Gradangaben

Die Windrichtung wird angegeben durch:

  • Cardinal- oder Zwischenrichtungen: Nord (N), Südwest (SW), Ost-Nordost (ONO) usw.
  • Gradsystem: 0°/360° (Nord), 90° (Ost), 180° (Süd), 270° (West), mit feineren Abstufungen für Präzision (z. B. 135° = SO).
KompasspunktAbkürzungGrad
NordN0°/360°
Nord-NordostNNO22.5°
NordostNO45°
Ost-NordostONO67.5°
OstO90°
Ost-SüdostOSO112.5°
SüdostSO135°
Süd-SüdostSSO157.5°
SüdS180°
Süd-SüdwestSSW202.5°
SüdwestSW225°
West-SüdwestWSW247.5°
WestW270°
West-NordwestWNW292.5°
NordwestNW315°
Nord-NordwestNNW337.5°

Die Gradzahlen beziehen sich auf den geografischen Norden, sofern nicht anders angegeben (z. B. magnetischer Norden für Pistenbetrieb).

Messinstrumente für die Windrichtung

Windfahne

Eine Windfahne richtet sich nach dem Wind aus und zeigt zur Quelle des Windes. Moderne Varianten nutzen elektronische Sensoren für digitale Anzeigen, die besonders für automatisierte Wetterstationen und Flugsysteme wichtig sind.

Windsack

Ein konischer Textilschlauch, der Windsack, zeigt von der Windquelle weg. Das offene Ende zeigt gegen den Wind. Weit verbreitet an Flughäfen und Hubschrauberlandeplätzen zur schnellen, visuellen Orientierung.

Kombinierte Anemometer und Sensoren

Automatisierte Systeme kombinieren Windfahnen (Richtung) und Anemometer (Geschwindigkeit), um Echtzeitdaten für Luftfahrt (AWOS/ASOS) und Meteorologie zu liefern.

Windrose

Eine Windrose stellt grafisch Häufigkeit und Stärke des Windes aus verschiedenen Richtungen dar und unterstützt die Flughafenplanung sowie klimatologische Untersuchungen.

Windrose-Diagramm zeigt Häufigkeit der Windrichtung

Wetterradar und Fernerkundung

Doppler-Radar und Satelliten leiten die Windrichtung in der Höhe ab, indem sie Niederschlag oder Wolkenbewegungen verfolgen – unerlässlich für Vorhersagen und Überwachung von Unwettern.

Meldung der Windrichtung: Luftfahrt- und METAR-Konventionen

METAR-Windmeldung

  • Format: „DDDSSKT“ (z. B. 27015KT: Wind aus 270° mit 15 Knoten)
  • Böen: „G“ kennzeichnet Böen (z. B. 27015G25KT)
  • Variable Winde: „VRB“ bei stark schwankender Richtung (z. B. VRB03KT)
  • Windstille: 00000KT bei ≤2 Knoten

Pistenbetrieb

Pistennummern spiegeln ihren magnetischen Kurs wider (z. B. Piste 27 = 270°). Piloten starten und landen gegen den Wind für optimalen Auftrieb und Kontrolle.

ATIS und Tower-Kommunikation

Automatische Durchsagen (ATIS) und Lotsen geben Windrichtung und -geschwindigkeit für Piloten durch – essenziell für Flugsicherheit und Leistungsberechnung.

Stationsmodell und Windbarben

Wetterkarten verwenden Windbarben:

  • Stab: Richtung, aus der der Wind kommt
  • Barben/Fähnchen: geben die Geschwindigkeit an

Interpretation der Windrichtung in der Praxis

  • Windfahne: Pfeil zeigt zur Windquelle.
  • Windsack: Zeigt in die Richtung, in die der Wind weht; die gemeldete Richtung ist die entgegengesetzte.
  • Wetterkarten: Pfeilbasis = Windursprung; Spitze = Zielrichtung.
  • Windrose: Längstes „Blütenblatt“ zeigt die vorherrschende Richtung.

Beispiel Luftfahrt

Ein METAR von „18010KT“ bedeutet Wind aus Süden (180°) mit 10 Knoten. Piloten wählen Pisten und Anflug basierend auf diesen Daten.

Typischer Fehler:
Die Verwechslung von „von“ und „nach“-Konventionen kann zu kritischen Fehlinterpretationen führen, besonders in Luftfahrt und Navigation.

Windrichtung vs. Windgeschwindigkeit

  • Windrichtung: Woher der Wind kommt (Grad oder Kompass)
  • Windgeschwindigkeit: Wie schnell sich die Luft bewegt (Knoten, m/s, km/h, mph)

Beide werden gemeinsam gemeldet; z. B. „225° mit 20 Knoten“ = Wind aus SW mit 20 kt.

Anwendungen:

  • Luftfahrt: Berechnung von Gegen-, Rücken- und Seitenwind für die Flugsicherheit.
  • Seefahrt: Segeltrimm und Routenplanung.
  • Prognosen: Erkennung von Fronten und Sturmverlagerungen.

Windrose: Visualisierung von Windrichtungsdaten

Eine Windrose zeigt die Häufigkeit und Stärke der Winde aus allen Richtungen für einen bestimmten Ort und Zeitraum. Jedes „Blütenblatt“ steht für den Anteil und die Stärke.

Anwendungen:

  • Ausrichtung von Flughäfen und Pisten
  • Stadtplanung zur Minimierung von Windeinflüssen
  • Umweltstudien (z. B. Schadstoffverteilung)

Anwendungen von Windrichtungsinformationen

  • Meteorologie: Zeigt Luftmassenbewegung, Wetterwechsel, Fronten und Ausbreitung von Schadstoffen.
  • Luftfahrt: Bestimmt Pistenwahl, Flugplanung und sichere Abläufe.
  • Seefahrt: Leitet den Segeltrimm und die Routenoptimierung.
  • Sport und Freizeit: Sichert Leistung und Sicherheit z. B. beim Kitesurfen, Golf, Gleitschirmfliegen etc.
  • Alltag: Beeinflusst Gartenarbeit, Veranstaltungsplanung und Wohnkomfort.

Häufige Fehler und Missverständnisse

  • „Von“ vs. „Nach“: Die Windrichtung wird immer als „von“ der Herkunft, nicht als „nach“ dem Ziel gemeldet.
  • Fehlinterpretation des Windsacks: Der Windsack zeigt von der Windquelle weg.
  • Pfeile auf Wetterkarten: Legende prüfen, um die Pfeil-Konvention zu bestätigen.
  • Windstille: Bei ≤2 Knoten wird keine Richtung gemeldet.

Glossar verwandter Begriffe

BegriffDefinition
WindrichtungKompass- oder Gradrichtung, aus der der Wind weht.
HauptrichtungenNord, Ost, Süd und West.
KompasspunkteBenannte Richtungen für detaillierte Meldungen (NNO, WSW usw.).
WindroseGrafisches Werkzeug zur Darstellung von Häufigkeit und Stärke der Windrichtungen.
WindfahneInstrument, das in die Windquelle zeigt.
WindsackTextilschlauch zur visuellen Anzeige von Windrichtung und -geschwindigkeit.
StationsmodellWettersymbolsatz auf Karten inkl. Winddaten.
WindbarbeSymbol für Windrichtung (Stab) und Geschwindigkeit (Barben/Fähnchen).
METARFormat für Luftfahrt-Wetterberichte.
IsobareLinie gleichen Luftdrucks auf einer Wetterkarte.
Stetiger WindMittlere Windgeschwindigkeit über einen festgelegten Zeitraum (z. B. 2 Min. für Luftfahrt).
BöeKurzzeitige, deutliche Erhöhung der Windgeschwindigkeit.

Windrichtung ablesen: Praktische Schritte

  • Kompass oder Windrose: Stellen Sie sich gegen den Wind; Ihre Blickrichtung entspricht der Windquelle.
  • Windfahne: Lesen Sie das Etikett, in das der Pfeil zeigt.
  • Windsack: Merken Sie sich, wohin der Sack zeigt (Windrichtung); melden Sie das Gegenteil als Windursprung.
  • Wetterkarten: Pfeilbasis = Ursprung; Barben = Geschwindigkeit.
  • METAR: „DDDSSKT“ = Richtung in Grad (geografisch), Geschwindigkeit in Knoten.

Beispiel-Szenarien

Luftfahrt:
ATIS meldet „Winds 270 at 12.“ Piloten wählen Piste 27 (270°) für optimalen Gegenwind.

Outdoor-Sport:
Ein Kitesurfer prüft die Windrose, die SSW-Winde zeigt, und wählt die sicherste Startzeit.

Vorhersage:
Ein Meteorologe beobachtet einen Windwechsel von südlicher auf nördliche Richtung und erkennt so das Durchziehen einer Kaltfront.

Hausbesitzer:
Pflanzt eine Windschutzhecke an der Nordwestseite des Grundstücks, basierend auf den vorherrschenden Winden.

Häufig gestellte Fragen

F: Warum wird die Windrichtung immer als „von“ und nicht als „nach“ gemeldet?
A: Die „von“-Konvention liefert Informationen über die Herkunft der Luftmasse und sorgt für Sicherheit und Klarheit in Luftfahrt, Meteorologie und Navigation.

F: Wie lese ich einen Windsack?
A: Der Windsack zeigt in die Richtung, in die der Wind weht; gemeldet wird die entgegengesetzte Richtung als Windursprung.

F: Wie wird die Windrichtung in einem METAR gemeldet?
A: Die dreistellige Gruppe in einem METAR (z. B. 270) gibt die Richtung in Grad (geografisch) an, aus der der Wind stammt.

Wenn Sie die Prinzipien der Windrichtungsmessung und -meldung verstehen und anwenden, verbessern Sie Sicherheit, Effizienz und Genauigkeit in Luftfahrt, Meteorologie, Navigation und Freizeitaktivitäten.

Häufig gestellte Fragen

Warum wird die Windrichtung als 'von' und nicht als 'nach' gemeldet?

Die Windrichtung wird als die Richtung gemeldet, aus der sie stammt, um Nutzer über die Herkunft der Luftmasse zu informieren. Dieser Standard hilft Meteorologen, Piloten und Seeleuten, Temperatur-, Feuchte- und Wetteränderungen einzuschätzen und sorgt für weltweite Konsistenz und Sicherheit.

Wie wird die Windrichtung gemessen und gemeldet?

Die Windrichtung wird mit Windfahnen, Windsäcken oder elektronischen Sensoren gemessen. Sie wird in Kompasspunkten (z. B. NO, SSW) oder in Gradzahlen relativ zum geografischen Norden (0°–360°) angegeben. In der Luftfahrt und in METARs wird die Richtung mit drei Ziffern gemeldet (z. B. 270 für Wind aus Westen).

Wie interpretiere ich einen Windsack?

Ein Windsack zeigt in die Richtung, in die der Wind weht. Die Windrichtung wird als die entgegengesetzte Richtung gemeldet, also von woher der Wind kommt. Zeigt der Windsack beispielsweise nach Osten, kommt der Wind aus Westen.

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