Airside-Glossar: Ausführliche Terminologie des Flughafenbetriebs

Airport Airside Ground Operations Safety

Airside-Glossar: Ausführliche Terminologie des Flughafenbetriebs

Willkommen im Airside-Glossar, Ihrem umfassenden Nachschlagewerk zum Verständnis aller Aspekte des Airside-Betriebs an Flughäfen. Dieses Glossar basiert auf internationalen Standards der Zivilluftfahrt, wie sie von ICAO , FAA und IATA festgelegt wurden, und wird durch praktische Einblicke aus dem realen Flughafenbetrieb ergänzt. Ob Sie Luftfahrtprofi, Studierender oder Enthusiast sind – diese Ressource erläutert zentrale Begriffe, Konzepte und bewährte Verfahren im Airside-Umfeld.

Inhaltsverzeichnis

  1. Airside
  2. Landside
  3. Start- und Landebahn
  4. Rollbahn
  5. Vorfeld (Ramp)
  6. Flugzeugstandplatz
  7. Hangar
  8. Tanklager
  9. Feuerwehr- und Rettungsstation
  10. Frachtanlage
  11. ATC-Tower
  12. Zugangskontrolle
  13. Sicherheitsbereich (SRA)
  14. Kritischer Teil der SRA (CPSRA)
  15. Abgegrenzter Bereich
  16. Airside-Ausweis (AIC)
  17. Bodenabfertigung
  18. Vorfeldkontrolle
  19. Bewegungsfläche
  20. Markierungen und Befeuerung
  21. Fahrzeugbetrieb Airside
  22. Schulungsanforderungen
  23. Notfallmanagement – Airside
  24. Regulierungsbehörden
  25. Quellen und weiterführende Literatur

1. Airside

Definition:
Der Airside-Bereich eines Flughafens umfasst alle Betriebsflächen, auf denen sich Flugzeuge bewegen und gewartet werden. Dazu gehören Start- und Landebahnen, Rollbahnen, Vorfelder und das umliegende Gelände sowie unterstützende Einrichtungen wie Hangars und Tanklager. Der Zugang ist aus Sicherheits- und Schutzgründen streng geregelt. Laut ICAO Annex 14 ist Airside die „Bewegungsfläche“ („movement area“) zuzüglich angrenzender Flächen und Gebäude, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Hauptmerkmale:

  • Grenzen: In der Regel durch Zäune, Tore und Sicherheitskontrollen gekennzeichnet.
  • Einrichtungen: Start- und Landebahnen, Rollbahnen, Vorfelder, Hangars, Tanklager, Feuerwachen, Frachthallen.
  • Ausgeschlossen: Öffentliche Bereiche wie Terminalgebäude, Ticketschalter und Parkplätze.
  • Zugang: Kontrolliert durch Ausweise, biometrische Lesegeräte, Fahrzeugpässe und Überwachung.
  • Betriebliche Kontrolle: Durch Flughafenbehörden, Flugsicherung und Sicherheitsdienste.
  • Zweck: Sicherstellung eines sicheren, effizienten und geschützten Flugbetriebs.

Quellen:

2. Landside

Definition:
Landside ist der öffentlich zugängliche Teil des Flughafens, zu dem Ticketbereiche, Gepäckausgabe, Parkplätze, öffentlicher Nahverkehr und Einzelhandel gehören. Keine Sicherheitsüberprüfung erforderlich.

Wichtige Punkte:

  • Funktionen: Passagierabfertigung, öffentlicher Verkehr, kommerzielle Dienstleistungen.
  • Grenze: Durch Sicherheitskontrollen, Türen oder Zäune vom Airside getrennt.
  • Übergang: Sicherheitskontrollen markieren den Wechsel von Landside zu Airside.

Quellen:

3. Start- und Landebahn

Definition:
Eine Start- und Landebahn ist ein ausgewiesener, befestigter rechteckiger Bereich für Start und Landung von Flugzeugen. Sie wird nach internationalen Standards bezüglich Festigkeit, Markierungen und Befeuerung gebaut.

Merkmale:

  • Markierungen: Zahlen für magnetische Richtung, Schwellen, Mittellinie, Aufsetzzone.
  • Befeuerung: Kanten-, Mittellinien-, Schwellen-, Anflug- und REIL-Befeuerung.
  • Sicherheitsbereich: Abgeflachter Streifen zum Schutz bei Überrollen.
  • Schutzzone: Für Unbefugte und Fahrzeuge gesperrt.

Quellen:

4. Rollbahn

Definition:
Eine Rollbahn ist ein Weg, auf dem Flugzeuge mit geringer Geschwindigkeit zwischen Start- und Landebahnen, Vorfeldern, Hangars und anderen Einrichtungen verkehren.

Merkmale:

  • Markierungen: Gelbe Mittellinie und Randlinien, Haltebalken.
  • Befeuerung: Blaue Randbefeuerung, grüne Mittellinienlichter (bei schlechter Sicht).
  • Bezeichnung: Buchstaben und Zahlen für die Kommunikation.
  • Beschilderung: Richtungs- und Standortschilder für Piloten und Fahrzeuge.

Quellen:

5. Vorfeld (Ramp)

Definition:
Das Vorfeld (in den USA auch Ramp) ist der Bereich, in dem Flugzeuge geparkt, be- und entladen, betankt und gewartet werden.

Merkmale:

  • Flugzeugstandplätze: Gekennzeichnete Parkpositionen.
  • Bodenabfertigungsgeräte: Förderbänder, Schlepper, Tankwagen.
  • Fluggastbrücken: Geschlossene Übergänge an den Terminals.
  • Sicherheitszonen: Markierte Bereiche, Abstand zu Triebwerken und Propellern.
  • Vorfeldbeleuchtung: Flutlichtanlagen für Nachtbetrieb.

Quellen:

6. Flugzeugstandplatz

Definition:
Ein Flugzeugstandplatz ist ein speziell gekennzeichneter Bereich auf dem Vorfeld, auf dem Flugzeuge zur Wartung, zum Ein- und Aussteigen sowie zum Be- und Entladen abgestellt werden.

Typen:

  • Contact Stand: Direkt am Terminal, erreichbar über Fluggastbrücke.
  • Remote Stand: Abseits des Terminals, Zugang per Bus oder Treppe.
  • Service Stand: Für Übernachtparken oder Wartung.

Merkmale:

  • Gekennzeichnete Einweiserlinien, Sicherheitszonen, Bodenstromaggregate.

Quellen:

7. Hangar

Definition:
Ein Hangar ist ein großes, geschlossenes Gebäude zur Unterbringung, Wartung oder Reparatur von Flugzeugen.

Merkmale:

  • Brandschutzsysteme, hochbelastbare Böden, Kräne, große Tore, Klimatisierung.

Verwendung:

  • Routinekontrollen, Schwerwartung, Langzeitlagerung.

Quellen:

8. Tanklager

Definition:
Ein Tanklager ist ein gesicherter Bereich zur Lagerung und Verteilung von Flugkraftstoffen an Flugzeuge.

Bestandteile:

  • Lagertanks, Pumpen, Filter, Hydrantennetz, Leitstand, Notfallsysteme.

Zugang:

  • Nur für geschultes Personal, mit Videoüberwachung und regelmäßigen Prüfungen.

Quellen:

9. Feuerwehr- und Rettungsstation

Definition:
Die Feuerwehr- und Rettungsstation (ARFF) ist für den Notfalleinsatz bei Flugzeugunfällen und Bränden im Airside-Bereich zuständig.

Merkmale:

  • Spezialisierte Fahrzeuge, Rettungsgeräte, Sanitätsausrüstung, Schaum-/Wassersysteme.
  • Strategische Lage zur Einhaltung der ICAO-Reaktionszeiten.

Quellen:

10. Frachtanlage

Definition:
Eine Frachtanlage ist ein Airside-Bereich zur Abwicklung, Kontrolle und Umladung von Luftfracht und Post.

Merkmale:

  • Frachthallen, Sicherheitszäune, Speziallager, Rampe.

Betrieb:

  • Personal benötigt Sicherheitsüberprüfung und Airside-Schulung. Güter werden gemäß ICAO Annex 17 kontrolliert.

Quellen:

11. ATC-Tower

Definition:
Der Flugsicherungstower (ATC-Tower) ist das operative Zentrum zur Steuerung aller Flugzeug- und Fahrzeugbewegungen am Boden und im Nahbereich des Flughafens.

Funktionen:

  • Bodenkontrolle, Turmkontrolle, teilweise Vorfeldkontrolle.
  • Nutzung von Radar, Funk und Befeuerung zur Sicherheit und Koordination.

Quellen:

12. Zugangskontrolle

Definition:
Zugangskontrollsysteme und -verfahren regeln, überwachen und autorisieren den Zutritt zum Airside-Bereich.

Elemente:

  • Sicherheitskontrollen, elektronische Lesegeräte, biometrische Tore, Fahrzeuginspektion, Videoüberwachung.

Quellen:

13. Sicherheitsbereich (SRA)

Definition:
Der Sicherheitsbereich (SRA) ist der zentrale Airside-Bereich mit höchsten Schutzanforderungen, in dem sich Flugzeuge und kritische Infrastruktur befinden.

Zugang:

  • Nur bei betrieblichem Bedarf und mit entsprechender Freigabe, unter strenger Kontrolle und Überwachung.

Quellen:

14. Kritischer Teil der SRA (CPSRA)

Definition:
Der kritische Teil des Sicherheitsbereichs (CPSRA) ist der sensibelste Bereich der SRA, meist im Umfeld von Flugzeugen und wichtigen Betriebsstellen.

Zugang:

  • Nur für unbedingt notwendiges Personal mit höchster Freigabe. Verschärfte Kontrolle und Überwachung.

15. Abgegrenzter Bereich

Definition:
Ein abgegrenzter Bereich ist eine temporär oder dauerhaft abgesperrte Airside-Zone für spezielle Vorgänge, wie VIP-Bewegungen oder Bauarbeiten.

Merkmale:

  • Abtrennung durch Barrieren, Kegel oder Zäune. Zugang und Überwachung je nach Lage angepasst.

16. Airside-Ausweis (AIC)

Definition:
Ein Airside-Ausweis (AIC) ist ein offizieller Ausweis für berechtigtes Personal mit Zugang zum Airside-Bereich.

Ausgabe:

  • Benötigt Zuverlässigkeitsüberprüfung, Sicherheitsschulung und beschränkten Bereichszutritt. Muss stets sichtbar getragen werden.

Quellen:

17. Bodenabfertigung

Definition:
Bodenabfertigung umfasst alle Dienstleistungen zur Unterstützung eines Flugzeugs am Boden einschließlich Gepäck, Fracht, Passagierdienst, Betankung, Catering und Wartung.

Anbieter:

  • Fluggesellschaften, Flughafenbetreiber oder spezialisierte Dienstleister.

Quellen:

18. Vorfeldkontrolle

Definition:
Vorfeldkontrolle ist die Stelle, die an großen Flughäfen für die Koordination von Flugzeugparkpositionen, Pushbacks und Fahrzeugbewegungen auf dem Vorfeld zuständig ist.

Funktionen:

  • Zuweisung von Standplätzen, Koordination mit Flugsicherung und Bodenabfertigung.

Quellen:

19. Bewegungsfläche

Definition:
Die Bewegungsfläche umfasst alle Start- und Landebahnen sowie Rollbahnen und sonstige Flächen für das Rollen, Starten und Landen unter Kontrolle der Flugsicherung.

Ausgeschlossen:

  • Vorfelder und Standplätze.

Quellen:

20. Markierungen und Befeuerung

Definition:
Markierungen und Befeuerung bieten optische Orientierung für sichere Flugzeug- und Fahrzeugbewegungen.

Typen:

  • Markierungen: Mittellinie, Randlinien, Haltebalken, Schwellen, Aufsetzzonen.
  • Befeuerung: Start- und Landebahn (weiß), Rollbahn (blau/grün), Anflugbefeuerung, Stopbars.

Quellen:

21. Fahrzeugbetrieb Airside

Definition:
Alle Fahrzeugbewegungen im Airside-Bereich sind streng geregelt, um Gefahren und Störungen des Flugbetriebs zu vermeiden.

Anforderungen:

  • Fahrerschulung, Genehmigungen, Fahrzeugkennzeichnung, Funkkontakt mit Flugsicherung oder Vorfeldkontrolle.

Regeln:

  • Tempolimits, Vorfahrtsregeln, Überquerungsverfahren.

Quellen:

22. Schulungsanforderungen

Definition:
Personal im Airside-Bereich muss eine Grund- sowie regelmäßige Wiederholungsschulung in Sicherheit, Schutz, Fahrbetrieb und Notfallverfahren absolvieren.

Umfasst:

  • Airside-Fahren, FOD-Awareness, Brandschutz, Funkverfahren, Notfallmanagement.

Quellen:

23. Notfallmanagement – Airside

Definition:
Das Notfallmanagement im Airside umfasst koordinierte Maßnahmen bei Flugzeugunfällen, Bränden, Gefahrstoffaustritten und medizinischen Notfällen.

Bestandteile:

  • Flughafenfeuerwehr (ARFF), Sanitätsteams, Einsatzleitung, Evakuierungsverfahren.

Quellen:

24. Regulierungsbehörden

Definition:
Wichtige Organisationen, die Standards für den Airside-Betrieb festlegen und durchsetzen:

  • ICAO – Internationale Zivilluftfahrtorganisation
  • FAA – Federal Aviation Administration (USA)
  • EASA – Europäische Agentur für Flugsicherheit
  • IATA – Internationaler Lufttransportverband

Quellen:

25. Quellen und weiterführende Literatur

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Airside an einem Flughafen?

Der Airside-Bereich eines Flughafens umfasst alle Flächen, die für die Bewegung und Abfertigung von Flugzeugen genutzt werden, wie Start- und Landebahnen, Rollbahnen, Vorfelder und angrenzende Einrichtungen. Der Zutritt ist aus Sicherheitsgründen streng kontrolliert. Siehe ICAO Annex 14 für formale Definitionen.

Wie unterscheidet sich Airside von Landside?

Landside bezeichnet öffentlich zugängliche Bereiche wie Check-in, Gepäckausgabe und Parkplätze, während Airside nur für autorisiertes Personal zugänglich ist und alle Flugzeugoperationen stattfinden. Beide Bereiche sind durch Sicherheitskontrollen und Zugangsbeschränkungen voneinander getrennt.

Was ist ein Runway Incursion?

Ein Runway Incursion ist jedes unbefugte Betreten einer Start- und Landebahn durch ein Flugzeug, Fahrzeug oder eine Person und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Es gibt internationale Standards und Verfahren zur Vermeidung solcher Vorfälle.

Wer hat Zugang zu Airside-Bereichen?

Nur autorisiertes Personal mit entsprechender Identifikation und Schulung erhält Zugang zu Airside-Bereichen. Dazu zählen Flughafenmitarbeiter, Fluglinienpersonal, Bodenabfertiger und Behörden. Der Zugang wird durch Ausweise und Sicherheitsprotokolle geregelt.

Was sind die wichtigsten Gefahren im Airside-Bereich?

Zu den Gefahren zählen Flugzeugbewegungen, Jetblast, Propellerwirbel, Fremdkörper (FOD), Kraftstoffverschmutzungen und unbefugter Zutritt. Strenge Vorschriften, Schulungen und Überwachung helfen, diese Risiken zu minimieren.

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