Farbübergang

Airport lighting Aviation safety Pilot aids Visual guidance

Farbübergang – Wechsel von einer Farbe zur anderen in PAPI- oder VASI-Systemen (Flughafenbeleuchtung)

Definition

Ein Farbübergang in der Flughafenbeleuchtung ist der technisch erzeugte, abrupte Wechsel von einer Farbe (typischerweise Weiß) zu einer anderen (typischerweise Rot) im Lichtstrahl von Anflugbefeuerungssystemen wie dem Precision Approach Path Indicator (PAPI) und dem Visual Approach Slope Indicator (VASI). Diese scharfe Grenze ist exakt auf den Standardgleitweg für anfliegende Flugzeuge ausgerichtet und gibt Piloten sofortige visuelle Rückmeldung über ihre vertikale Position relativ zum idealen Anflugwinkel.

Hintergrund: Bedeutung des Farbübergangs in der Flughafenbeleuchtung

Der Farbübergang ist das zentrale Prinzip, das PAPI- und VASI-Systeme wirksam macht. Bei schlechter Sicht, in der Nacht oder über strukturlosen Flächen fehlen klassische visuelle Anhaltspunkte. Das menschliche Auge ist jedoch besonders empfindlich gegenüber abrupten Farbwechseln, insbesondere zwischen Weiß und Rot. Durch die Nutzung eines scharfen Farbübergangs bieten diese Systeme den Piloten ein unmissverständliches, binäres Signal, dem sie bei jedem Anflug vertrauen können.

Internationale Standards (wie ICAO Annex 14) verlangen, dass Landebahnen mit Instrumentenanflug mit visuellen Gleitweganzeigen ausgestattet sind, die Farbübergänge nutzen. Dieses universelle Design sorgt dafür, dass alle Piloten konsistente, leicht interpretierbare Rückmeldungen erhalten, die die mentale Belastung reduzieren und das Risiko in kritischen Flugphasen minimieren.

Technischer Mechanismus: Wie der Farbübergang funktioniert

Optische Technik in PAPI und VASI

Jede PAPI- oder VASI-Leuchte projiziert einen Strahl mit einer exakt konstruierten horizontalen Grenze. Oberhalb des eingestellten Winkels ist der Strahl weiß, darunter rot. Dies wird erreicht durch:

  • Optische Filter (z. B. rote Gläser oder dichroitische Beschichtungen)
  • Präzisionslinsen und Reflektoren
  • Hochintensive Lampen oder LEDs

Der Übergang zwischen den Farben ist extrem scharf gestaltet – weniger als drei Winkelminuten. Bei PAPI sind vier Einheiten mit gestaffelten Farbübergangswinkeln ausgerichtet, um eine Reihe klar unterscheidbarer Muster zu erzeugen. Bei VASI erzeugen zwei oder drei Lichtbalken ein einfacheres, aber dennoch effektives Farbsystem.

Winkelsegmentierung der Farben

Die Wirksamkeit des Farbübergangs beruht auf präziser Winkelsegmentierung. Der Übergang jeder Leuchte ist so eingestellt, dass der Farbwechsel bei einem bestimmten vertikalen Winkel – entsprechend dem Gleitweg der Landebahn (meist 3 Grad) – erfolgt. Piloten sehen mehr weiße Lichter, wenn sie oberhalb des Gleitwegs sind, mehr rot, wenn sie darunter sind, und ein ausgewogenes Verhältnis beim korrekten Anflug.

Diese Segmentierung wird über eine seitliche Abdeckung von ±10° ausgehend von der Mittellinie der Landebahn und bis zu 5 nautischen Meilen Entfernung (bei PAPI) beibehalten. Außerhalb dieses Bereichs kann das Muster undeutlich werden; Piloten nutzen das System daher nur bei korrekter Ausrichtung zur Landebahn.

Moderne Komponenten: LEDs und Kalibrierung

Moderne Systeme verwenden zunehmend LEDs für die weißen und roten Segmente, die eine höhere Zuverlässigkeit und schärfere Übergänge als Glühbirnen bieten. Jede Leuchte ist auf einem justierbaren Sockel montiert, um eine präzise Ausrichtung bei der Installation und regelmäßigen Kalibrierung zu ermöglichen.

Interpretation: Was die Farbkombinationen bedeuten

PAPI-System

Bei einem PAPI mit vier Leuchten bedeuten die Farben (von links nach rechts):

Sichtbare LichterGleitwegpositionPilotenaktion
4 WeißDeutlich zu hochSinkrate erhöhen
3 Weiß, 1 RotLeicht zu hochSanft sinken
2 Weiß, 2 RotAuf Gleitweg (ideal)Anflug beibehalten
1 Weiß, 3 RotLeicht zu niedrigSanft steigen
4 RotDeutlich zu niedrigDurchstarten einleiten

VASI-System

Nahe LeisteFerne LeisteGleitwegpositionPilotenaktion
WeißWeißZu hochSinkrate erhöhen
WeißRotAuf Gleitweg (ideal)Anflug beibehalten
RotRotZu niedrigSteigen oder durchstarten

Eselsbrücken:

  • „Weiß über Weiß – du bist zu hoch wie ein Drache.“
  • „Rot über Rot – Gefahr droht.“
  • „Rot über Weiß – alles im Bereich.“

Anwendung: Wie Piloten den Farbübergang nutzen

Während des Anflugs beobachten Piloten kontinuierlich das Farbmuster:

  • Zu hoch: Mehr weiße Lichter – sinken.
  • Auf Kurs: Gleich viele weiß und rot – Anflug beibehalten.
  • Zu niedrig: Mehr rote Lichter – steigen oder durchstarten.

Diese Hinweise werden mit anderen Instrumenten kombiniert und sind besonders bei Nacht oder schlechter Sicht wertvoll. Farbübergänge sind auch in der Ausbildung wichtig, da sie eine standardisierte und objektive Bewertung der Anflugtechnik ermöglichen.

Vergleich: PAPI vs. VASI Farbübergang

MerkmalPAPI (Precision Approach Path Indicator)VASI (Visual Approach Slope Indicator)
Konfiguration4 (oder 2) Lichter in einer Reihe2 oder 3 Lichtbalken
RückmeldungFünfstufig (fein abgestuft)Dreistufig (einfach)
SichtweiteBis zu 5 Meilen (Tag), 20+ (Nacht)Ähnlich
PlatzierungEine Seite der Bahn, 300 m vor SchwelleEine/beide Seiten, 200–300 m vor Schwelle
WartungHöher (individuelle Ausrichtung)Mittel

PAPI bietet feinere Rückmeldungen, während VASI für Einsteiger einfacher ist. Beide Systeme sind auf scharfe Farbübergänge angewiesen.

Einschränkungen und Sicherheitsaspekte

  • Abdeckung: Präzise nur innerhalb von ±10° zur Mittellinie und bis zu 5 Meilen.
  • Wetter: Sicht kann bei starkem Regen, Nebel oder Schnee abnehmen.
  • Flugzeugtyp: Cockpithöhe beeinflusst die Wahrnehmung des Übergangs; große Jets benötigen ggf. Zweiwinkel-Systeme.
  • Wartung: Regelmäßige Kalibrierung und Reinigung sind für zuverlässige Übergänge unerlässlich.

Glossar wichtiger Begriffe

  • PAPI (Precision Approach Path Indicator): Vier (manchmal zwei) Leuchteneinheiten, die durch Farbübergänge einen präzisen Gleitweg anzeigen.
  • VASI (Visual Approach Slope Indicator): Zwei oder drei Lichtbalken, die den Gleitweg mit einfachen Farbmustern anzeigen.
  • Gleitweg: Der ideale Sinkwinkel (meist 3°), der ein Flugzeug sicher zur Landebahn führt.
  • Farbübergang: Die scharf abgegrenzte, technisch erzeugte Grenze zwischen weißem und rotem Licht in Anflugshilfen.
  • Winkelsegmentierung: Die Teilung des Lichtstrahls bei einem bestimmten Winkel zur Erzeugung des Farbübergangs.
  • Dichroitischer Filter: Ein optischer Filter, der präzise eine Farbe (z. B. Rot) durchlässt und andere blockiert.

Zusammenfassung

Der Farbübergang ist der grundlegende optische Effekt in PAPI- und VASI-Anflugshilfen und gibt Piloten durch den scharfen Wechsel von Weiß zu Rot sofortige, eindeutige Rückmeldung über ihre vertikale Position relativ zum idealen Gleitweg. Dieser Mechanismus ist entscheidend für sichere, standardisierte Anflüge unter allen Bedingungen und damit ein zentrales Konzept in der Flughafenbeleuchtung und visuellen Führungssystemen.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert ein Farbübergang in PAPI- und VASI-Systemen?

Der Farbübergang wird durch optische Elemente innerhalb jeder Leuchte erzeugt, die das Licht in scharf getrennte Zonen aufteilen – Weiß oberhalb eines bestimmten Winkels und Rot darunter. Sinkt ein Pilot ab, durchquert sein Blick diese Grenze, was einen sofortigen Farbumschlag verursacht. Das gibt eine klare Rückmeldung, ob das Flugzeug über, unter oder auf dem richtigen Gleitweg ist.

Warum ist der Farbübergang scharf und nicht allmählich gestaltet?

Ein scharfer Übergang (meist weniger als drei Winkelminuten) stellt sicher, dass selbst kleine Abweichungen vom Gleitweg für den Piloten sofort sichtbar sind. Das reduziert Unklarheiten und ermöglicht schnelle, präzise Korrekturen – entscheidend für sichere Landungen, besonders bei schlechter Sicht oder hoher Arbeitsbelastung.

Was bedeuten die verschiedenen Farbmuster in einem PAPI-System?

In einem PAPI-System erzeugen vier Leuchten fünf mögliche Rot/Weiß-Kombinationen: Alle weiß bedeutet zu hoch, drei weiß/eins rot ist leicht zu hoch, zwei weiß/zwei rot ist auf dem Gleitweg, eins weiß/drei rot ist leicht zu niedrig und alle rot bedeutet gefährlich niedrig. Piloten passen ihren Anflug entsprechend dieser Hinweise an.

Können Piloten bei allen Wetterbedingungen auf Farbübergänge vertrauen?

PAPI und VASI sind für die Sichtbarkeit bei Tag, Nacht und verschiedenen Wetterbedingungen ausgelegt, aber schweres Wetter wie Nebel, Schnee oder starker Regen kann die Wirksamkeit verringern. In solchen Fällen sollten Piloten diese Systeme zusammen mit Instrumentenführung nutzen.

Sind die Farbübergänge bei PAPI und VASI für alle Flugzeuge gleich?

Der visuelle Übergang wird durch die Augenhöhe im Cockpit beeinflusst, die je nach Flugzeug unterschiedlich ist. Einige Flughäfen bieten Zweiwinkel-Systeme für verschiedene Flugzeugtypen, aber Piloten sollten stets auf die Kalibrierung des Systems achten und ihre Interpretation entsprechend anpassen.

Erhöhen Sie die Rollbahnsicherheit mit fortschrittlicher Anflugbefeuerung

Entdecken Sie, wie präzise Farbübergänge in PAPI- und VASI-Systemen das Situationsbewusstsein und die Landegenauigkeit von Piloten verbessern. Modernisieren Sie die visuellen Führungssysteme Ihres Flughafens mit neuester Technologie.

Mehr erfahren

Visuelles Gleitwinkelanzeigesystem (VASI)

Visuelles Gleitwinkelanzeigesystem (VASI)

Das Visuelle Gleitwinkelanzeigesystem (VASI) ist ein standardisiertes Flughafen-Beleuchtungssystem, das Piloten während des Anflugs und der Landung visuelle Hin...

5 Min. Lesezeit
Aviation Airport lighting +5
Blinkendes Licht (Licht, das abwechselnd an- und ausgeht)

Blinkendes Licht (Licht, das abwechselnd an- und ausgeht)

Ein blinkendes Licht in der Flughafen- und Flugzeugbeleuchtung bezeichnet eine Lampe oder Leuchte, die mit einer festgelegten Frequenz zwischen An- und Aus-Zust...

4 Min. Lesezeit
Airport lighting Aviation safety +3
Farbkonsistenz

Farbkonsistenz

Farbkonsistenz bezeichnet die Gleichmäßigkeit der Farbe über Produkte, Chargen oder Umgebungen hinweg – entscheidend in Branchen wie Luftfahrt, Automobil, Texti...

7 Min. Lesezeit
Color Management Aviation Standards +2