Bodenmarkierungen auf Flughäfen

Airport Operations Runway Safety Taxiway Guidance Aviation Standards

Bodenmarkierungen auf Flughäfen und aufgemalte Oberflächenmarkierungen: Umfassendes Glossar

Bodenmarkierungen auf Flughäfen – auch als Oberflächenmarkierungen bezeichnet – sind das Rückgrat eines sicheren und effizienten Flughafenbetriebs. Sie bieten eine standardisierte, nonverbale Sprache für Piloten, Fahrzeugführer und Flughafenpersonal und sorgen als aufgemalte visuelle Hilfen für die geordnete Bewegung von Luftfahrzeugen und Fahrzeugen auf den Flughafenflächen. Das folgende Glossar beleuchtet die Arten, Zwecke, regulatorischen Rahmenbedingungen und praktische Beispiele jeder Hauptkategorie von Bodenmarkierungen im Detail.

Bodenmarkierungen auf Flughäfen / Oberflächenmarkierungen

Bodenmarkierungen auf Flughäfen umfassen alle aufgemalten Hinweise auf Start- und Landebahnen, Rollwegen, Vorfeldern, Abstellflächen und speziellen Zonen. Sie werden mit hochbeständigen, retroreflektierenden Farben aufgetragen, um Sichtbarkeit bei allen Wetter- und Lichtverhältnissen zu gewährleisten. Ihre Gestaltung ist durch ICAO Anhang 14 und FAA AC 150/5340-1M sowie weitere Standards geregelt.

Wichtige Funktionen:

  • Abgrenzung von Betriebsbereichen (Bewegungs-/Nichtbewegungszonen)
  • Lenkung des Verkehrsflusses für Luftfahrzeuge und Fahrzeuge
  • Markierung von Sicherheitszonen und gesperrten Bereichen
  • Vermittlung wichtiger Anweisungen wie Haltelinien oder Sperrungen

Praktisches Beispiel:
Im Endanflug bei schlechter Sicht richtet sich ein Pilot nach der aufgemalten Mittellinie der Start- und Landebahn und nutzt Seitenstreifen sowie Schwellenmarkierungen zur räumlichen Orientierung und Landeführung.

Regulatorischer Hinweis:
Markierungen müssen sauber, klar und scharf abgegrenzt sein. Verblasste oder unklare Markierungen können zu Runway Incursions oder Bedienfehlern führen, daher unterhalten Flughäfen strenge Inspektions- und Wartungspläne.

Startbahnmarkierungen

Startbahnmarkierungen sind standardisierte, weiß lackierte Hinweise auf der Start- und Landebahn, die entscheidende Informationen für Start, Landung und Rollbewegungen vermitteln.

Arten und Funktionen:

  • Startbahnbezeichnungsmarkierungen: Große weiße Ziffern/Buchstaben an jedem Ende, die die magnetische Richtung angeben (z.B. „09L“ für 90° links).
  • Mittellinie der Startbahn: Weiße gestrichelte Linien zur Ausrichtung und Sichtbarkeit.
  • Schwellenmarkierungen: Breite weiße Streifen am Beginn der Landefläche.
  • Zielpunktmarkierungen: Zwei breite weiße Rechtecke (meist 300 m von der Schwelle entfernt) als Landepunkte.
  • Landezonenmarkierungen: Paare weißer Balken im Abstand von 150 m im ersten Kilometer.
  • Seitenstreifenmarkierungen: Durchgehende weiße Linien zur seitlichen Führung.
  • Schultermarkierungen: Gelbe Chevrons oder Linien für nicht benutzbare Bereiche.
  • Versetzte Schwelle: Pfeile und ein Querbalken zur Kennzeichnung verlegter Schwellen.

Betriebliche Bedeutung:
Diese Markierungen verringern das Risiko von Bahnabkommen, Überschüssen und Verwechslungen, insbesondere bei schlechter Sicht oder an komplexen Flughäfen.

Rollwegmarkierungen

Rollwegmarkierungen sind gelb aufgemalte Linien und Symbole, die Luftfahrzeuge und Fahrzeuge zwischen Start- und Landebahnen, Vorfeldern und Abstellflächen leiten.

Wichtige Bestandteile:

  • Mittellinie des Rollwegs: Durchgehende gelbe Linie zur Führung.
  • Randmarkierungen: Doppelte gelbe Linien (durchgehend oder gestrichelt) zur Begrenzung der befestigten Fläche.
  • Schultermarkierungen: Schräg verlaufende gelbe Streifen für nicht tragfähige Schultern.
  • Oberflächenbeschilderungen: Richtungs- und Ortsangaben direkt aufgemalt.
  • Erweiterte Mittellinie: Zusätzliche gestrichelte Linien vor Haltelinien zur besseren Wahrnehmung.

Betriebliche Nutzung:
Piloten folgen der Mittellinie, um Hindernissen auszuweichen und halten an Haltelinien vor Einfahrt in aktive Start- und Landebahnen.

Vorfeld- und Abstellflächenmarkierungen

Vorfeld- und Abstellflächenmarkierungen, überwiegend in Gelb und Weiß, strukturieren Park-, Lade- und Servicebereiche für Luftfahrzeuge und Bodenfahrzeuge.

Arten:

  • Abstellposition/Nasenfahrwerksstopp: Genaue Parkposition, meist nach Flugzeugtyp beschriftet.
  • Ein-/Ausrücklinien: Gebogene/gerade Linien für sicheres Ein- und Ausrollen zu/von den Positionen.
  • Sicherheitszonen: Bereiche mit Zutrittsbeschränkung für Betankung, Gepäckabfertigung oder andere Dienste.
  • Fahrbahnmarkierungen: Weiße Linien/Zebrastreifen, die Fahrspuren von Luftfahrzeugwegen trennen.

Praktisches Beispiel:
Nach der Landung führen Einweiser das Flugzeug entlang der Einrücklinie zur Parkposition, während Fahrzeuge innerhalb markierter Fahrwege bleiben, um Konflikte mit Luftfahrzeugen zu vermeiden.

Haltelinien (Hold Short Markings)

Haltelinien sind entscheidend, um Runway Incursions zu verhindern. Sie zeigen an, wo Luftfahrzeuge und Fahrzeuge vor Einfahrt in eine Start- und Landebahn oder einen Schutzbereich anhalten müssen.

Arten:

  • Startbahn-Haltelinie: Zwei durchgehende und zwei gestrichelte parallele gelbe Linien an der Kreuzung von Startbahn und Rollweg. Die durchgehenden Linien liegen auf der Seite, auf der gehalten werden muss.
  • ILS-Schutzbereich-Halt: Zwei durchgehende Linien mit Reihen gelber Punkte dazwischen zum Schutz der ILS-Signale.
  • Rollweg-Kreuzungshalt: Einzelne gestrichelte Linie quer über den Rollweg, auf Anweisung der Flugsicherung.

Praktisches Beispiel:
Piloten halten an diesen Markierungen und warten auf Freigabe, bevor sie eine aktive Start- und Landebahn überqueren, besonders bei eingeschränkter Sicht.

Begrenzung von Nichtbewegungsbereichen

Diese Markierungen trennen Bereiche, die eine Freigabe durch die Flugsicherung erfordern (Bewegungsbereiche), von solchen, die dies nicht tun (z.B. Vorfelder).

Gestaltung:
Eine durchgehende gelbe Linie neben einer gestrichelten gelben Linie, die die Grenze zwischen Vorfeld und Rollweg markiert. Die durchgezogene Linie liegt auf der Seite des Nichtbewegungsbereichs.

Nutzung:
Fahrzeuge und Luftfahrzeuge dürfen Bewegungsbereiche nur mit Freigabe der Bodenverkehrskontrolle betreten.

Markierung geschlossener Start- und Rollbahnen („X“-Markierungen)

Große „X“-Symbole kennzeichnen gesperrte Start- und Rollbahnen, um eine versehentliche Nutzung zu verhindern.

Gestaltung:

  • Startbahnen: Weißes „X“ (meist 18 m lange Schenkel)
  • Rollwege: Gelbes „X“
  • Temporäre Sperrungen: Mobile oder beleuchtete „X“

Temporäre Markierungen

Temporäre Markierungen werden bei Bauarbeiten oder Umgestaltungen eingesetzt.

Arten:

  • Temporäre Pfeile/Linien: Leiten den Verkehr bei Umleitungen.
  • Schwarzfarbe: Überdeckt veraltete Markierungen zur Vermeidung von Verwechslungen.
  • Abziehbare Farben: Für kurzfristige Nutzung.

Wichtige Hinweise:
Temporäre Markierungen müssen klar, eindeutig und rückstandslos entfernbar sein, um sogenannte „Geistermarkierungen“ zu vermeiden.

Versetzte Schwelle

Eine versetzte Schwelle ist eine verlegte Landeschwelle, gekennzeichnet durch weiße Pfeile, die zu einem Querbalken führen.

Nutzung:
Der Bereich vor der Schwelle dient zum Rollen, Starten und Ausrollen – jedoch nicht zur Landung.

Blast Pad, Stoppbahn und Überrollbereich (Chevrons)

Blast Pads, Stoppbahnen und Überrollbereiche sind nicht für den regulären Betrieb vorgesehen, sondern dienen als Sicherheitszonen.

Markierung:
Große gelbe Chevron-Markierungen kennzeichnen Bereiche, die nicht zum Rollen, Starten oder Landen genutzt werden dürfen.

  • Blast Pad: Verhindert Oberflächenerosion durch Triebwerksstrahlen.
  • Stoppbahn: Nur für abgebrochene Starts vorgesehen.
  • Überrollbereich: Sicherheitszone für Bahnüberrollungen.

Seitenstreifenmarkierungen der Start- und Landebahn

Durchgehende weiße Linien entlang der Bahn, die die nutzbare Breite definieren und zur seitlichen Führung beitragen.

Schultermarkierungen der Start- und Landebahn

Gelbe Linien oder Chevrons auf dem angrenzenden Belag, die nicht nutzbare Bereiche anzeigen.

Schultermarkierungen der Rollwege

Gelbe Streifen auf den Schultern der Rollwege, die nicht tragfähige Bereiche kennzeichnen.

Oberflächenbeschilderungen

Große, farbige Markierungen direkt auf Rollwegen und Vorfeldern zur Standort-, Richtungs- und Anweisungsinformation.

Arten:

  • Richtungsschilder: Gelber Hintergrund, schwarze Buchstaben/Pfeile (z.B. „←B“).
  • Standortschilder: Schwarzer Hintergrund, gelbe Buchstaben („A“).
  • Haltelinien-Schilder: Roter Hintergrund, weiße Buchstaben (z.B. „27-APCH“).

Geografische Positionsmarkierungen („Pink Spots“)

Geografische Positionsmarkierungen – manchmal „Pink Spots“ genannt – sind spezielle Referenzpunkte auf Bewegungsflächen, die vor allem bei eingeschränkter Sicht genutzt werden. Sie ermöglichen es Piloten und Lotsen, die Position des Flugzeugs in Bezug auf Rollwege oder Haltepunkte zu verifizieren.

Gestaltung:
Typischerweise ein pinkfarbener Kreis mit einer weißen Zahl oder einem Buchstaben, oft mit schwarzem Hintergrund zur besseren Sichtbarkeit.

Nutzung:
Piloten melden ihre Position anhand der Kennung der Markierung während „Follow the Greens“- oder Rollverfahren bei geringer Sicht.

Fazit

Bodenmarkierungen auf Flughäfen sind unverzichtbar für die sichere, geordnete und effiziente Bewegung von Luftfahrzeugen und Fahrzeugen auf dem Vorfeld. Durch die Einhaltung strenger internationaler Standards stellen Flughäfen sicher, dass diese visuellen Hinweise unter allen Bedingungen klar, konsistent und eindeutig bleiben. Sorgfältige Wartung und regulatorische Konformität sind unerlässlich, denn verblasste oder verwirrende Markierungen können gravierende Sicherheitsfolgen haben. Vom Moment der Landung eines Flugzeugs bis zu dessen Fahrt über Vorfelder, Rollwege und Start- und Landebahnen weisen diese Markierungen jeden Schritt – sie bilden das Fundament moderner Luftfahrtsicherheit und Effizienz.

Häufig gestellte Fragen

Welche Standards regeln Bodenmarkierungen auf Flughäfen?

Bodenmarkierungen auf Flughäfen werden durch internationale Standards wie ICAO Anhang 14 und regionale Behörden wie den FAA Advisory Circular 150/5340-1M geregelt. Diese Standards definieren Farben, Abmessungen, Platzierung und Instandhaltungsanforderungen für alle Markierungen auf Start- und Landebahnen, Rollwegen, Vorfeldern und anderen Betriebsflächen und gewährleisten so weltweit Einheitlichkeit und Klarheit.

Wie werden Bodenmarkierungen auf Flughäfen instand gehalten?

Die Instandhaltung erfolgt durch regelmäßige Inspektionen, Reinigung, Nachstreichen und Reflexionstests. Verblasste oder unklare Markierungen werden umgehend erneuert, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Entfernung veralteter Markierungen erfolgt mit umweltschonenden Methoden; die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben ist Pflicht, um Betriebsgefahren zu vermeiden.

Warum werden verschiedene Farben für Flughafenmarkierungen verwendet?

Farben unterscheiden Funktion und Lage der Markierungen: Weiß für startbahnbezogene Informationen, Gelb für Rollwege und Vorfelder, Rot für eingeschränkte oder zwingende Bereiche und Schwarz zum Überdecken veralteter Markierungen. Diese Farbcodierung, definiert von ICAO und FAA, hilft Piloten und Personal, Hinweise unter allen Bedingungen schnell zu erkennen.

Was ist eine versetzte Schwelle?

Eine versetzte Schwelle ist eine verlegte Landeschwelle auf der Start- und Landebahn, gekennzeichnet durch weiße Pfeile, die zu einem Querbalken führen. Der Bereich vor der Schwelle darf zum Rollen, Starten oder Ausrollen genutzt werden, jedoch nicht für Landungen. Die Versetzung dient der Sicherheit, Hindernisfreiheit oder Lärmschutz.

Worin unterscheiden sich aufgemalte Zeichen von aufrechten Schildern?

Oberflächenbeschilderungen sind große, farbige Markierungen auf Rollwegen und Vorfeldern, die Richtungs-, Standort- und Halteinformationen direkt im Sichtfeld von Piloten und Fahrern während des Bodenverkehrs liefern. Sie ergänzen (oder ersetzen vorübergehend) aufrechte Schilder, insbesondere wenn diese durch Schnee, Eis oder Fahrzeuge verdeckt sein könnten.

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