Hochintensive Rollbahnbeleuchtung (HIRL)

Airport lighting Runway lights Aviation safety Precision approach

Hochintensive Rollbahnbeleuchtung (HIRL): Unverzichtbarer Leitfaden für Sicherheit und Betrieb am Flughafen

Farbkonventionen bei Rollbahnkanten- und Schwellenbeleuchtung

Definition und Überblick

Hochintensive Rollbahnbeleuchtung (HIRL) ist ein spezialisiertes System leistungsstarker Leuchten, die entlang der gesamten Länge der Rollbahnkanten und an den Schwellen eines Flughafens installiert werden. Als hellste Kategorie der Rollbahnkantenbeleuchtung ist HIRL für Rollbahnen konzipiert, die Präzisionsinstrumentenanflüge, stark frequentierte Abläufe und Einsätze bei stark eingeschränkter Sicht wie Nebel, starkem Niederschlag oder Nachtbetrieb unterstützen.

Im Gegensatz zu mittlerer (MIRL) oder niedriger Rollbahnbeleuchtung (LIRL) verfügen HIRL-Systeme über mehrere Intensitätsstufen, wobei die maximale Lichtleistung je Leuchte in der Regel über 10.000 Candela liegt. Diese Lichter ermöglichen es Piloten, Rollbahngrenzen, Schwellen, Gefahrenzonen und Rollbahnenden auch bei minimalem Umgebungslicht oder schlechten Wetterbedingungen visuell zu erkennen.

HIRL ist ein zentrales Sicherheitsmerkmal an Verkehrs- und internationalen Flughäfen und unterstützt sowohl Routine- als auch Notfalloperationen. Für Rollbahnen, die für Instrumentenlandesysteme (ILS) der Kategorie I, II und III ausgerüstet sind, ist HIRL gemäß ICAO Anhang 14 und FAA-Standards vorgeschrieben und somit ein grundlegender Bestandteil moderner Flughafeninfrastruktur.

Funktion und betrieblicher Zweck

Eindeutige Rollbahnabgrenzung

HIRL dient als primäre visuelle Referenz für Piloten beim Start, bei der Landung und beim Rollen unter Bedingungen mit geringer Sicht oder bei Nacht, wenn andere Hinweise – etwa Markierungen oder Beschilderungen – verdeckt sein können. Durch die extrem hellen, fokussierten Lichtstrahlen:

  • Markiert sie klar die nutzbare Rollbahnfläche und -kanten
  • Unterscheidet die Rollbahn von Taxiways, Vorfeldern und Sicherheitsbereichen
  • Bietet entscheidende Führung bei Instrumentenanflügen, besonders bei niedrigen Entscheidungshöhen
  • Reduziert die Arbeitsbelastung der Piloten und minimiert das Risiko von Rollbahnausfahrten, -einfahrten oder Verwechslungen

Unterstützung für Präzisionsanflüge

HIRL ist besonders wichtig für Präzisionsanflugbahnen, die ILS-Verfahren der Kategorie I, II und III ermöglichen, bei denen Piloten bereits in nur 15 Metern Höhe (50 Fuß) von der Instrumentenführung auf visuelle Anhaltspunkte umschalten. Die Helligkeit und Farbabfolge des Systems durchdringen Nebel, Regen und Schnee und gewährleisten sichere Landungen, selbst wenn andere visuelle Referenzen verloren gehen.

Betriebskontinuität

HIRL ermöglicht einen sicheren Betrieb bei allen Wetter- und Lichtbedingungen, erhöht die Flughafenkapazität, reduziert Verspätungen und sichert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – und unterstützt sowohl geplante als auch Notflüge.

Technische Merkmale und Spezifikationen

Intensität und Steuerung

  • Lichtleistung: Maximale Intensität oft über 10.000 cd
  • Einstellbarkeit: Mehrere wählbare Stufen (typisch 3–6) für Helligkeit je nach Umgebungsbedingungen
  • Lichtquelle: Moderne Systeme setzen auf hocheffiziente LEDs für geringeren Stromverbrauch, längere Lebensdauer und bessere Farbwiedergabe
  • Höhe: Leuchten sind 35–66 cm (14–26 Zoll) über der Rollbahn angebracht, um Sichtbarkeit aus dem Cockpit zu optimieren und Schnee-/Wasserabdeckung zu vermeiden
  • Haltbarkeit: Wetterfest, korrosionsgeschützt, stoßfest, ausgelegt für Triebwerksstrahl und Schneeräumung

Systemarchitektur

  • Stromversorgung: Reihenstromkreise (meist 6,6A), mit Netz-, Solar- oder Hybridversorgung für Redundanz
  • Steuerung: Fernanpassbar vom Tower oder über Pilot-Controlled Lighting (PCL) an nicht kontrollierten Flughäfen
  • Automatisierung: Fortschrittliche Installationen nutzen drahtlose Netzwerke und Umweltsensoren für automatische Anpassungen

Zuverlässigkeit

  • Redundante Stromversorgung (Generatoren, Batterien)
  • Kontinuierliche Überwachung auf Lampenausfall und Leitungsintegrität
  • Schnellwechselmontage für einfache Wartung

Platzierung und Farbkodierung

Standardplatzierung

  • Kantenlichter: 0,6–3 m (2–10 Fuß) von der Rollbahnkante entfernt, maximaler Abstand 60 m (200 Fuß), bei Cat II/III oder schlechtem Wetter enger
  • Schwellenbalken: Über die gesamte Rollbahnbreite an der festgelegten Schwelle

Farbcodierung

AbschnittFarbeZweck
Großteil der RollbahnlängeWeißNutzbare Rollbahnkanten
Letzte 2.000 ft oder halbe Länge*GelbGefahrenzone: Annäherung Rollbahnende
RollbahnendeRotAbsolutes Ende der Landebahn/Startbahn
Schwelle (Anflugseite)GrünBeginn der Landefläche
Schwelle (Abflugseite)RotEnde der Rollbahn für abfliegende Luftfahrzeuge

*Je nachdem, was weniger ist, laut FAA/ICAO

Diese Abfolge unterstützt Piloten bei der Einschätzung der verbleibenden Rollbahnlänge und erhöht die Situationswahrnehmung während aller Flugphasen.

Steuerung und Betriebseinstellungen

Intensitätsanpassung

  • Manuell durch die Flugsicherung je nach Wetter und Betriebsanforderungen
  • Automatisch über Umweltsensoren (Licht, Sichtweite, Wetter)
  • Pilotengesteuert an nicht kontrollierten Flughäfen per UKW-Funk (PCL)

Integration

HIRL ist abgestimmt mit:

  • Anflugbefeuerungssystemen (ALS)
  • Präzisionsanflugwinkelleuchten (PAPI)
  • Rollbahnmittellinien- und Aufsetzzonenlichtern
  • Taxiway- und Stop-Bar-Lichtern

Diese Integration bietet nahtlose und umfassende visuelle Führung vom Anflug bis zum Ausrollen und Rollen.

Regulatorische Standards und Konformität

FAA

  • Vorgeschrieben für Präzisionsanflugbahnen an öffentlichen Flughäfen
  • Platzierung: 0,6–3 m von der Kante, bis zu 60 m Abstand
  • Farbsequenz: Weiß/Gelb/Rot wie beschrieben
  • Einstellbare Intensität
  • Integration mit anderen Beleuchtungen für Cat II/III-Betrieb

ICAO

  • Vorgeschrieben für Cat I, II, III Bahnen
  • Einheitliche Farb-/Platzierungsanforderungen
  • Photometrische Standards für Helligkeit und Farbreinheit

Weitere Behörden

  • EASA, CASA, Transport Canada, AFAC: Angeglichen an ICAO/FAA
  • Zertifizierung: Muss umfangreiche Tests bestehen und in offiziellen Registern gelistet sein

Anwendungsfälle und Betriebsszenarien

  • Nachtbetrieb: Hauptvisuelle Referenz bei unzureichendem Tageslicht
  • Schlechte Sicht (IMC): Unverzichtbar für sichere Landungen/Starts bei Nebel, Regen, Schnee, Staub
  • Instrumentenanflüge: Ermöglicht Cat I/II/III ILS bis zu minimalen oder Null-Entscheidungshöhen
  • Notfälle/Umleitungen: Hält die Rollbahn für dringende oder ungeplante Flüge zugänglich
  • Hochfrequentierte/komplexe Flughäfen: Verhindert Navigationsfehler und Rollbahneinfahrten

Wartung, Zuverlässigkeit und moderne Entwicklungen

  • Regelmäßige Inspektionen und Reinigung zur Erhaltung der Sichtbarkeit
  • Umrüstung auf LED für längere Lebensdauer und geringeren Wartungsaufwand
  • Fernüberwachung zur schnellen Fehlererkennung und -behebung

Beispiele

1. Instrumentenanflug bei Nacht:
Ein Verkehrsflugzeug richtet sich in einer regnerischen Nacht dank HIRL sicher aus und landet, auch wenn Markierungen überdeckt sind.

2. Abgebrochener Start:
Ein Pilot sieht, wie die Kantenlichter von Weiß auf Gelb wechseln, erkennt die Gefahrenzone und bricht den Start ab, bevor die roten Rollbahnendlichter erreicht werden.

3. Fehlanflug bei Nebel:
Ein Pilot sieht nur noch ALS und HIRL, führt einen Fehlanflug durch und behält dank der Lichter die Orientierung.

Zusammenfassung

Die hochintensive Rollbahnbeleuchtung (HIRL) ist ein Eckpfeiler der modernen Flughafensicherheit und Betriebseffizienz. Durch die hellste und zuverlässigste Beleuchtung von Rollbahnkanten und -schwellen – abgesichert durch strenge internationale Standards – stellt HIRL sicher, dass Flughäfen bei allen Bedingungen offen, sicher und effizient bleiben, den weltweiten Luftverkehr unterstützen und Leben schützen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist hochintensive Rollbahnbeleuchtung (HIRL)?

HIRL ist ein leistungsstarkes Beleuchtungssystem, das entlang der Kanten und Schwellen von Flughafenrollbahnen installiert wird. Es bietet die hellstmögliche visuelle Führung für Piloten, insbesondere bei schlechter Sicht oder nächtlichen Betriebsbedingungen. HIRL ist für Rollbahnen mit Präzisionsinstrumentenanflügen vorgeschrieben und unterliegt internationalen Standards.

Warum ist HIRL für die Sicherheit am Flughafen wichtig?

HIRL verbessert die Sichtbarkeit der Rollbahn bei schwierigen Bedingungen und senkt das Risiko von Aus- und Einfahrten oder Verwechslungen. Sie unterstützt sichere Starts, Landungen und das Rollen bei Nacht oder schlechter Sicht und gewährleistet die Einhaltung globaler Luftfahrtvorschriften.

Worin unterscheidet sich HIRL von anderen Rollbahnbeleuchtungssystemen?

HIRL bietet eine wesentlich höhere Lichtintensität als mittlere (MIRL) oder niedrige (LIRL) Rollbahnbeleuchtungssysteme. Sie ist auf Rollbahnen mit Präzisionsanflügen vorgeschrieben und kann in der Intensität angepasst werden, um den Umgebungsbedingungen zu entsprechen – so wird überlegene Sichtbarkeit und Kontrolle erreicht.

Wie werden HIRL-Lichter gesteuert und angepasst?

HIRL-Systeme können von Fluglotsen aus dem Tower, automatisch über Umweltsensoren oder von Piloten mittels funkbasierter Pilot-Controlled Lighting (PCL) an nicht kontrollierten Flughäfen gesteuert werden. Die Intensität kann auf mehrere Stufen eingestellt werden, um Wetter- und Betriebsanforderungen zu erfüllen.

Welche Farb- und Platzierungsregeln gelten für HIRL?

HIRL-Kantenlichter sind entlang des größten Teils der Rollbahn weiß, wechseln auf den letzten 2.000 Fuß oder der halben Rollbahnlänge (je nachdem, was weniger ist) zu gelb (bernsteinfarben) und am Rollbahnende auf rot. Schwellenlichter zeigen anfliegenden Flugzeugen grün und denen am Rollbahnende rot. Die Lichter sind in der Regel 2–10 Fuß von der Rollbahnkante entfernt und bis zu 200 Fuß auseinander platziert.

Welche Standards regeln HIRL?

HIRL wird weltweit durch ICAO Anhang 14 und in den USA durch die FAA geregelt. Diese Standards legen technische Anforderungen an Intensität, Farbe, Platzierung und Integration mit anderen Beleuchtungs- und Anflugsystemen fest. Nationale Behörden wie EASA und Transport Canada richten ihre Richtlinien eng an ICAO und FAA aus.

Wie integriert sich HIRL mit anderen Flughafenbeleuchtungssystemen?

HIRL arbeitet mit Anflugbefeuerungssystemen (ALS), Rollbahnmittellinienlichtern, Aufsetzzonenlichtern und Taxiway-Beleuchtung zusammen, um Piloten eine umfassende visuelle Führung zu bieten. Diese Integration sorgt für sichere Navigation und Rollbahnnutzung in allen Betriebsszenarien.

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