Lambert (L)

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Lambert (L) – Einheit der Leuchtdichte in der Photometrie

Lambert (Symbol: L) ist eine historische Einheit der Leuchtdichte – also ein Maß dafür, wie hell eine Fläche für das menschliche Auge erscheint. Diese Einheit wurde in der Photometrie weit verbreitet genutzt, bevor sich die SI-Einheiten weltweit durchsetzten. Benannt nach Johann Heinrich Lambert, einem Schweizer Mathematiker und Physiker, quantifiziert das Lambert die Leuchtdichte einer Fläche, die ein Lumen pro Quadratzentimeter und Steradiant abstrahlt oder reflektiert.

Mathematisch: [ 1, L = 1, \frac{lm}{cm^2 \cdot sr} ] In SI-Einheiten: [ 1, L = \frac{10^4}{\pi}, cd/m^2 \approx 3.183, cd/m^2 ] Hier ist die Candela pro Quadratmeter (cd/m², auch Nit genannt) die moderne SI-Einheit für Leuchtdichte.

Johann Heinrich Lambert und die Leuchtdichte

Johann Heinrich Lambert (1728–1777) entwickelte die mathematische Behandlung von Licht und Sehen maßgeblich weiter. Sein bekanntester Beitrag, das Kosinusgesetz von Lambert, beschreibt, wie die scheinbare Helligkeit einer ideal diffus reflektierenden Fläche vom Betrachtungswinkel abhängt: [ I(\theta) = I_0 \cos{\theta} ] Lamberts Arbeit begründete das Konzept der Lambert’schen Fläche – einer theoretischen Fläche, die aus jedem Betrachtungswinkel gleich hell erscheint. Dieses Prinzip ist grundlegend in Optik, Lichtplanung, Radiometrie und Computergrafik.

Vom CGS- zum SI-System: Wandel der photometrischen Einheiten

Historisch stammt das Lambert aus dem Zentimeter-Gramm-Sekunden-System (CGS), wo es neben Einheiten wie dem Stilb (1 sb = 1 cd/cm² = 10.000 cd/m²) verwendet wurde. Der Übergang zum Internationalen Einheitensystem (SI) ersetzte diese durch die Candela pro Quadratmeter (cd/m²) und erleichterte so internationale Standards und Kommunikation.

Wichtige SI-Beziehung: [ 1, L = \frac{10.000}{\pi}, cd/m^2 \approx 3.183, cd/m^2 ]

Das Verständnis älterer Einheiten wie des Lambert bleibt wichtig, um historische Dokumente zu interpretieren, alte Geräte neu zu kalibrieren oder in Branchen (z. B. Kino) zu arbeiten, in denen solche Einheiten weiterhin verwendet werden.

Leuchtdichte: Zentrales Konzept

Leuchtdichte quantifiziert die sichtbare Helligkeit einer Fläche in eine bestimmte Richtung, pro Flächeneinheit und Raumwinkel. Sie ist ein zentrales Konzept in Beleuchtung, Sehwissenschaft, Displaytechnik und Luftfahrtbeleuchtung.

[ L_v = \frac{d^2\Phi_v}{dA \cdot d\Omega \cdot \cos\theta} ]

  • (d^2\Phi_v): Lichtstrom (Lumen)
  • (dA): Fläche
  • (d\Omega): Raumwinkel (Steradiant)
  • (\theta): Winkel zwischen Flächennormale und Beobachter

Die SI-Einheit ist Candela pro Quadratmeter (cd/m²), auch Nit genannt.

Verwandte Einheiten:

  • Lichtstärke (Candela, cd): Lichtabgabe pro Raumwinkel.
  • Beleuchtungsstärke (Lux, lx): Licht, das auf eine Fläche fällt.
  • Lichtstrom (Lumen, lm): Gesamtmenge des sichtbaren Lichts.

Einheitenbeziehungen und Umrechnungen

Leuchtdichte-EinheitSymbolSI-Äquivalent (cd/m²)Umrechnung
LambertL3.1831 L = 10⁴/π cd/m²
Stilbsb10.0001 sb = 10.000 cd/m²
Nit11 Nit = 1 cd/m²
Foot-lambertfL3,4261 fL = 1/π cd/ft²
Candela/cm²cd/cm²10.0001 cd/cm² = 10.000 cd/m²
Candela/ft²cd/ft²10,7641 cd/ft² ≈ 10,764 cd/m²

Umrechnungen:

  • 1 L = 3.183 cd/m²
  • 1 L ≈ 0,3183 sb
  • 1 L = 929,03 fL
  • 1 fL = 3,426 cd/m²

Diese Umrechnungen sind essenziell beim Vergleich von Spezifikationen oder bei der Neukalibrierung von Messgeräten, insbesondere in Luftfahrt, Kino oder Displaytechnik.

Das Foot-Lambert: Definition und Klarheit

Das foot-lambert (fL) ist eine weitere nicht-SI-Leuchtdichte-Einheit, die vor allem in Nordamerika und in der Kinoprojektion genutzt wird. Die korrekte Definition: [ 1, fL = \frac{1}{\pi}, cd/ft^2 \approx 3.426, cd/m^2 ] Achtung: Manche ältere Quellen definieren es fälschlicherweise als lm/ft² (eine Beleuchtungsstärke). Für präzise Messungen immer die korrekte Leuchtdichte-Definition verwenden.

Praktische Anwendungen und Einsatzbereiche

Displaytechnik

Moderne Displays geben die Leuchtdichte in cd/m² (Nit) oder foot-lambert an. Hochwertige Bildschirme erreichen über 1.000 cd/m², Kinos zielen oft auf 16 fL (≈55 cd/m²).

Beleuchtung und Luftfahrt

Leuchtdichte ist entscheidend für Sichtbarkeit und Sicherheit. Rollbahn- und Taxiway-Lichter, Cockpit-Anzeigen und Beschilderungen erfordern präzise Leuchtdichte-Spezifikationen für Funktionalität unter wechselnden Bedingungen.

Farb- und Qualitätskontrolle

Automobil-, Luftfahrt- und Displayindustrie nutzen Leuchtdichte, um gleichbleibende Helligkeit und Farbe zu gewährleisten.

Messtechnik und Kalibrierung

Nationale Institute halten Leuchtdichte-Standards vor, die gelegentlich aus Kompatibilitätsgründen auf das Lambert Bezug nehmen.

Beispielrechnung

Eine Kinoleinwand bei 16 fL: [ 16, fL \times 3.426, cd/m^2 = 54.8, cd/m^2 ] Eine Probe bei 1.000 cd/m²: [ 1.000 / 3.183 ≈ 0,314, L ]

Messung der Leuchtdichte

Leuchtdichtemessgeräte (Photometer) messen die Helligkeit aus einem bestimmten Winkel. Sie sind unerlässlich für die Kalibrierung von Displays, Beschilderung, Luftfahrtbeleuchtung und mehr. Moderne Photometer geben die Ergebnisse meist in cd/m² aus, aber die Kenntnis des Lambert und der Umrechnung bleibt wichtig beim Umgang mit älteren Geräten oder Dokumentationen.

Zusammenfassung

Das Lambert ist heute eine veraltete, aber historisch bedeutsame Einheit der Leuchtdichte, die die scheinbare Helligkeit einer ideal diffus reflektierenden Fläche quantifiziert. Das Verständnis der Definition, des Kontexts und der Umrechnung in SI-Einheiten (cd/m²) ist für Fachleute unerlässlich, die mit älteren Dokumenten, Kinoprojektion oder technischen Standards in der Beleuchtungs- und Displayindustrie arbeiten.

Wichtige Punkte:

  • 1 Lambert ≈ 3.183 cd/m²
  • Verwendung in historischer Photometrie, Kino und älterer Dokumentation
  • Moderne Standards bevorzugen die Candela pro Quadratmeter (cd/m², Nit)
  • Umrechnungen sind entscheidend für Konformität und präzise Messung

Für weitere Unterstützung bei Einheitenumrechnung, Kalibrierung oder beim Verständnis photometrischer Standards kontaktieren Sie unsere Experten oder vereinbaren Sie eine Demo .

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Lambert (L) und wie ist es definiert?

Ein Lambert (L) ist eine Nicht-SI-Einheit der Leuchtdichte. Ein Lambert entspricht der Leuchtdichte einer Fläche, die ein Lumen pro Quadratzentimeter und Steradiant abstrahlt oder reflektiert. Das entspricht etwa 3.183 Candela pro Quadratmeter (cd/m²), basierend auf der Beziehung 1 L = 10.000/π cd/m². Die Einheit ehrt Johann Heinrich Lambert, der grundlegende Arbeiten zu Licht und Reflexion leistete.

Wird das Lambert heute noch verwendet?

Das Lambert ist weitgehend veraltet und wurde durch die SI-Einheit Candela pro Quadratmeter (cd/m², auch Nit genannt) ersetzt. Es taucht jedoch weiterhin in älteren Standards, technischer Literatur und in Branchen wie der Kinoprojektion auf, wo auch das verwandte 'foot-lambert' gebräuchlich ist.

Wie rechnet man Lambert in SI-Einheiten um?

Um Lambert in Candela pro Quadratmeter (cd/m²) umzurechnen, multiplizieren Sie mit 10.000/π. Zum Beispiel: 1 L ≈ 3.183 cd/m². Die Umrechnung ist wichtig, wenn ältere Dokumente interpretiert oder ältere Geräte neu kalibriert werden.

Was ist eine Lambert'sche Fläche?

Eine Lambert'sche Fläche ist ein idealisiertes Modell einer perfekt diffus reflektierenden Oberfläche, die Licht gleichmäßig in alle Richtungen abstrahlt oder reflektiert. Ihre Leuchtdichte erscheint Beobachtern aus jedem Winkel konstant und folgt dem Kosinusgesetz von Lambert. Das Konzept ist zentral in Optik, Lichtplanung, Display-Kalibrierung und Computergrafik.

Wo ist die Einheit Lambert historisch bedeutsam?

Das Lambert wurde in der frühen photometrischen Forschung, Kinematografie und Displaytechnik breit eingesetzt, besonders in Europa und Nordamerika vor der Einführung der SI-Einheiten. Das Verständnis des Lambert ist weiterhin notwendig, wenn mit älteren Standards oder technischer Dokumentation gearbeitet wird.

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