Landescheinwerfer

Aviation Aircraft lighting Safety equipment Runway operations

Landescheinwerfer – Luftfahrt-Glossar

Was sind Landescheinwerfer?

Landescheinwerfer sind hochintensive, nach vorne gerichtete Scheinwerfer, die außen an Flugzeugen angebracht sind und dazu dienen, die Landebahn und deren Umgebung während Anflug, Landung und Start entscheidend auszuleuchten. Sie erfüllen eine doppelte Funktion: Sie verbessern die Fähigkeit des Piloten, die Landebahnumgebung bei schlechten Sichtverhältnissen (wie nachts oder bei schlechtem Wetter) zu erkennen und sicher zu navigieren, und sie machen das Flugzeug für andere sehr auffällig – was das Kollisionsrisiko sowohl am Boden als auch in der Luft verringert.

Luftfahrtbehörden wie ICAO, FAA und EASA erkennen Landescheinwerfer als wichtige Sicherheitsausrüstung an. Vorschriften verlangen ihre Anwesenheit und ihren Betrieb für die meisten kommerziellen und großen Flugzeuge während Nachtflügen. Die Helligkeit dieser Lichter übertrifft oft die von Autoscheinwerfern, mit Intensitäten von mehreren hunderttausend Candela, sodass Piloten Landebahnmarkierungen, Hindernisse und potenziellen Schmutz erkennen können, die einen sicheren Betrieb gefährden könnten.

Neben der Unterstützung der Piloten-Sicht dienen Landescheinwerfer als visuelles Signal für andere Piloten, Fluglotsen und Bodencrews, dass ein Flugzeug aktiv ist und sich in einer kritischen Flugphase befindet. Ihre Positionierung, Anzahl und Bauart sind sowohl durch Vorschriften als auch durch die Flugzeugkonstruktion vorgegeben, wobei ein Maximum an nach vorne gerichteter Ausleuchtung und Sichtbarkeit des Flugzeugs im Vordergrund steht.

Technischer Überblick

Wichtige Spezifikationen

Landescheinwerfer sind für Zuverlässigkeit, Helligkeit und Langlebigkeit unter rauen Einsatzbedingungen ausgelegt. Die drei Hauptarten der Lichtquellen sind:

  • Halogenlampen: Traditionell, robust und hell, aber weniger energieeffizient und erzeugen mehr Wärme.
  • Xenon HID (High-Intensity Discharge): Bieten helleres, weißeres Licht bei besserer Effizienz, benötigen aber spezielle Vorschaltgeräte und haben höhere Anschaffungskosten.
  • LEDs (Leuchtdioden): Der moderne Standard dank außergewöhnlicher Lebensdauer (über 20.000 Stunden), geringem Energieverbrauch, sofortigem Ein/Aus und hervorragender Stoßfestigkeit.

Typische Einbauorte sind die Vorderkanten der Tragflächen, Tragflächenwurzeln, das Bugfahrwerk und vordere Rumpfabschnitte wie Unterseite oder Nase. Die Platzierung stellt einen klaren, ungehinderten Lichtstrahl vor dem Flugzeug sicher. Viele Designs verfügen über ausfahrbare Lichter, um diese bei Nichtgebrauch zu schützen und den Luftwiderstand zu verringern.

Der Lichtstrahl ist sorgfältig kalibriert – die Lichter sind leicht nach unten und vorne ausgerichtet, um von typischen Anflugwinkeln (ca. 3° Gleitpfad) aus die Landebahn optimal auszuleuchten, ohne die Crew zu blenden. Die Farbe ist als strahlend weiß (>5.000 Kelvin) genormt, und die Helligkeit kann dazu führen, dass das Flugzeug nachts aus über 10 Meilen Entfernung sichtbar ist.

Moderne Flugzeuge verwenden zunehmend abwechselnde oder pulsierende Landescheinwerfersysteme (ALLS), um die Erkennbarkeit und Sichtbarkeit im dichten Luftraum weiter zu steigern.

Optische Merkmale

Landescheinwerfer zeichnen sich durch ihre extrem hohe Intensität und die tageslichtweiße Farbtemperatur aus, sodass Piloten Landebahnmerkmale, Hindernisse und Oberflächenbedingungen beim Start und bei der Landung präzise erkennen können. Fortschrittliche Systeme ermöglichen entweder eine konstante Ausleuchtung oder einen pulsierenden/wechselnden Modus, um das Flugzeug in überfüllten oder bei schlechten Sichtverhältnissen besonders hervorzuheben.

In klaren Nächten sind Landescheinwerfer aus mehr als 10 nautischen Meilen Entfernung zu sehen. Ihr eng fokussierter Lichtstrahl sorgt für minimale Streuung, bewahrt die Nachtsicht der Crew und verhindert Ablenkung anderer.

Einige Installationen verfügen über eine variable Helligkeitsregelung, sodass Piloten die Lichtintensität an den Betriebsbedarf anpassen und Blendung bei Bodenbewegungen reduzieren können.

Betrieb von Landescheinwerfern

Der Einsatz von Landescheinwerfern erfolgt nach klar definierten Standardarbeitsanweisungen (SOPs), die je nach Flugzeug und Betreiber variieren können, im Allgemeinen aber folgende Grundsätze beinhalten:

  • Start: Landescheinwerfer werden vor dem Einfahren in die Startbahn oder nach Startfreigabe eingeschaltet, um den Weg auszuleuchten und die Sichtbarkeit des Flugzeugs zu erhöhen.
  • Anflug und Landung: Während des Anflugs aktiviert, um die Landebahn vollständig auszuleuchten und die Präsenz des Flugzeugs für andere Piloten und Bodenpersonal zu signalisieren.
  • Rollen bei schlechter Sicht: Zur besseren Ausleuchtung von Rollwegen und zur Warnung anderer vor den Bewegungen des Flugzeugs.
  • Unterhalb von 10.000 Fuß: Viele Betreiber verlangen, dass Landescheinwerfer immer eingeschaltet sind, wenn sich das Flugzeug unterhalb dieser Höhe befindet, um die Sichtbarkeit insbesondere im dichten Luftraum zu maximieren.

Die Scheinwerfer werden in der Regel oberhalb von 10.000 Fuß ausgeschaltet, um Strom zu sparen, die Lebensdauer der Lampen zu verlängern und unnötige Lichtemissionen zu vermeiden. Am Boden werden sie im Stillstand (an Gates oder Haltepunkten) ausgeschaltet, um andere nicht zu blenden.

Im militärischen oder Formationsflug können Landescheinwerfer zur Signalgebung oder für gegenseitige Sichtbarkeit verwendet werden, mit spezifischen Protokollen für taktische oder verdeckte Einsätze.

Landescheinwerfer vs. andere externe Flugzeuglichter

Landescheinwerfer sind Teil eines Spektrums externer Flugzeuglichter, die jeweils eine eigene Funktion erfüllen:

LichttypZweckPositionFarbeBetrieb
LandescheinwerferLandebahn ausleuchten, Sichtbarkeit des Flugzeugs erhöhenFlügel, Nase, RumpfWeißSehr hell, konstant/alternierend
RollscheinwerferAusleuchtung des Rollwegs während der BodenbewegungBugfahrwerk, FlügelWeißWeniger hell, konstant
NavigationslichterAnzeige Flugzeugausrichtung/-positionLinker Flügel (rot), rechter Flügel (grün), Heck (weiß)Rot, Grün, WeißKonstant
Beacon LightsWarnung an Bodenpersonal, dass Triebwerke laufen/startenOber-/Unterseite des RumpfesBlinkend RotRotierend/blinkend
Strobe (Anti-Kollisions-) LichterErhöhen Sichtbarkeit, KollisionsvermeidungFlügelspitzen, ggf. HeckBlinkend WeißSehr hell, rhythmisch
Runway Turnoff LightsAusleuchtung von Landebahnausfahrten und RandbereichenNahe Nase oder FlügelwurzelWeißMittlere Helligkeit, konstant
Flügel-InspektionslichterSichtprüfung auf Vereisung oder SchädenRumpf oder FlügelwurzelWeißKonstant, auf Flügel gerichtet
Logo LightsBeleuchtung des Airline-Logos am LeitwerkHöhenleitwerk oder FlügelspitzenWeißKonstant
  • Landescheinwerfer: Nach vorne gerichtet, extrem hell, zur Landebahnausleuchtung und Sichtbarmachung des Flugzeugs.
  • Rollscheinwerfer: Weniger intensiv, für Bodenbewegungen.
  • Navigationslichter: Rot, grün und weiß; zeigen Position und Richtung an, nachts immer eingeschaltet.
  • Beacon- und Strobe-Lichter: Blinkend, für Warnung und Kollisionsvermeidung.
  • Runway Turnoff-, Flügel-Inspektions- und Logo-Lichter: Spezialisierte Lichter für Betrieb, Inspektion und Branding.

Arten von externen Flugzeugbeleuchtungssystemen

Um die Rolle der Landescheinwerfer zu verstehen, hilft ein Überblick über die gesamte Flugzeugbeleuchtung:

  • Rot (linker Flügel), Grün (rechter Flügel), Weiß (Heck)
  • Nachts oder bei schlechter Sicht immer eingeschaltet, zeigt Flugzeugausrichtung an.

Anti-Kollisions-Lichter

  • Beacon Lights: Blinkend rot, Rumpf oben/unten, signalisieren laufende Triebwerke.
  • Strobe Lights: Blinkend weiß, Flügelspitzen/Heck, maximieren Sichtbarkeit im Flug.

Ausleuchtungslichter

  • Rollscheinwerfer: Weiß, breiter Lichtkegel für Bodenbewegung.
  • Runway Turnoff Lights: Abgewinkelt zur Ausleuchtung von Landebahnausfahrten.
  • Flügel-Inspektionslichter: Weiß, beleuchtet Flügeloberflächen zur Eis-/Schadenskontrolle.

Branding- und Identifikationslichter

  • Logo Lights: Weiß, setzen Airline-Logo am Leitwerk in Szene.
  • Formationslichter (militärisch): Geringe Intensität, teils infrarot für verdecktes Formationsfliegen.

Such- und Speziallichter

  • Suchscheinwerfer: Leistungsstark, auf militärischen, Polizei- oder SAR-Flugzeugen.
  • Radschachtlichter: Erleichtern die Fahrwerksinspektion bei Nachtwartung.

Technologie und Innovationen bei Landescheinwerfern

Technologischer Wandel

  • Glüh- & Halogenlampen: Zuerst weit verbreitet, aber kurzlebig und ineffizient.
  • Xenon-HID: Heller und langlebiger, benötigen aber spezielle Elektronik.
  • LEDs: Heute Industriestandard, bieten außergewöhnliche Haltbarkeit, geringen Stromverbrauch, sofortige Helligkeit und programmierbare Puls-/Alternierfunktionen.

Moderne Flugzeuge setzen auf intelligente Landescheinwerfersysteme – mikroprozessorgesteuert, um Lichtintensität und -muster je nach Fluggeschwindigkeit, Höhe oder Flugphase anzupassen. Alternierende Landescheinwerfersysteme (ALLS) lassen linkes und rechtes Licht abwechselnd pulsieren für bessere Erkennbarkeit.

Landescheinwerfer im Flugbetrieb

Wann werden Landescheinwerfer eingesetzt?

  • Start: Vor dem Einfahren in die Startbahn oder nach Startfreigabe.
  • Anflug/Landung: Im Endanflug und während des gesamten Ausrollens.
  • Rollen (bei schlechter Sicht): Nach Bedarf zur besseren Sicht und zur Warnung anderer.
  • Unterhalb von 10.000 Fuß: Häufig vorgeschrieben, um die Sichtbarkeit im dichten Luftraum zu erhöhen.

Wann werden sie nicht verwendet?

  • Reiseflug über 10.000 Fuß: Ausgeschaltet, um Energie zu sparen und die Lampenlebensdauer zu verlängern.
  • Auf Rollwegen/Rampen bei Nacht: Um andere nicht zu blenden.
  • Im Stillstand an Gates oder Haltepunkten: Außer zu Inspektions- oder Sicherheitszwecken ausgeschaltet.

Gesetzliche Vorschriften

  • FAA (14 CFR § 91.205): Kommerzielle Flugzeuge müssen für Nachtflüge mindestens einen funktionierenden Landescheinwerfer haben. Privatflugzeuge, die nachts nicht gewerblich betrieben werden, sind oft ausgenommen.
  • ICAO Annex 6: Kommerzielle Flugzeuge müssen nachts über ausreichend Landescheinwerfer verfügen, um die Landebahn und Umgebung auszuleuchten.

Inspektionen und Betriebsprüfungen stellen die Einhaltung der Vorschriften zu Platzierung, Helligkeit und Redundanz sicher.

Beste Praktiken

  • “Wenn Sie sich auf der Startbahn befinden, alles einschalten”: Maximiert Sichtbarkeit und Sicherheit während Start und Landung.
  • Nach Verlassen der Landebahn ausschalten: Verhindert das Blenden anderer, besonders an stark frequentierten Flughäfen.
  • Doppelfunktionseinrichtungen: Bei kleineren Flugzeugen kann ein Scheinwerfer sowohl als Roll- als auch als Landescheinwerfer mit einstellbarer Helligkeit dienen.

Fazit

Landescheinwerfer sind ein Grundpfeiler sicherer Flugbetriebe, bieten entscheidende Landebahnausleuchtung und erhöhen die Sichtbarkeit des Flugzeugs während kritischer Phasen. Fortschritte in LED- und intelligenten Beleuchtungstechnologien haben ihre Zuverlässigkeit und Wirksamkeit weiter verbessert. Ob Verkehrsflugzeug oder kleines Privatflugzeug – der sachgerechte Einsatz und die Wartung der Landescheinwerfer sind für die Situationswahrnehmung des Piloten und die allgemeine Betriebssicherheit unerlässlich.

Aircraft with landing lights on during night approach

Häufig gestellte Fragen

Wofür werden Landescheinwerfer an Flugzeugen verwendet?

Landescheinwerfer werden eingesetzt, um Start- und Rollbahnen während Start, Anflug und Landung auszuleuchten. Sie ermöglichen es Piloten, die Landebahn, Hindernisse und Oberflächenbedingungen bei schlechter Sicht zu erkennen. Gleichzeitig erhöhen sie die Sichtbarkeit des Flugzeugs für andere Piloten, Fluglotsen und Bodenpersonal und verringern so das Kollisionsrisiko.

Wie unterscheiden sich Landescheinwerfer von Rollscheinwerfern oder Navigationslichtern?

Landescheinwerfer sind hochintensive, nach vorne gerichtete weiße Scheinwerfer zur Ausleuchtung der Landebahn während Start und Landung. Rollscheinwerfer sind weniger intensiv und für die Bodenbewegung ausgelegt, während Navigationslichter farbig (rot, grün, weiß) sind und die Orientierung des Flugzeugs für andere in der Luft oder am Boden anzeigen.

Sind Landescheinwerfer bei allen Flugzeugen vorgeschrieben?

Die Vorschriften variieren. Für kommerzielle und größere Flugzeuge sind betriebsfähige Landescheinwerfer für Nachtflüge von Behörden wie FAA und ICAO vorgeschrieben. Privatflugzeuge, die nachts nicht gewerblich betrieben werden, müssen häufig keine Landescheinwerfer haben, aber die meisten sind aus Sicherheitsgründen damit ausgerüstet.

Welche Lampentypen werden bei Landescheinwerfern verwendet?

Landescheinwerfer verwenden Halogen-, Xenon-HID- (High-Intensity Discharge) oder LED-Lampen. LEDs werden aufgrund ihrer Langlebigkeit, ihres niedrigen Stromverbrauchs und ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Erschütterungen und Vibrationen immer beliebter.

Wann sollten Piloten Landescheinwerfer ein- oder ausschalten?

Landescheinwerfer werden typischerweise während Start, Anflug und Landung oder immer dann eingeschaltet, wenn sich das Flugzeug unterhalb von 10.000 Fuß befindet, um die Sichtbarkeit zu maximieren. Sie werden während des Reiseflugs, auf Rollwegen bei Nacht oder im Stillstand am Gate ausgeschaltet, um Energie zu sparen und andere nicht zu blenden.

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