Navigationsbeleuchtung & Flughafen-Beleuchtungssysteme
Ein umfassendes Glossar zu Navigations- und Flughafen-Beleuchtungssystemen mit Definitionen, Technologien, Einsatzprotokollen und regulatorischen Standards, die...
Lead-In-Beleuchtungssysteme (LDIN) bieten Piloten eindeutige visuelle Führung entlang gekrümmter oder versetzter Anflugwege zu Start- und Landebahnen und gewährleisten sichere Übergänge vom Instrumentenflug zum Sichtflug in komplexen Umgebungen.
Lead-In-Beleuchtung (formal: Lead-In-Beleuchtungssystem oder LDIN) ist ein spezialisiertes Flughafenbeleuchtungssystem, das aus sehr gut sichtbaren Lichtern besteht, die in einem Muster – oft gekrümmt oder versetzt – installiert sind, um einen festgelegten Anflugweg zur Landebahn zu markieren. Im Gegensatz zur Standard-Anflugbeleuchtung, die geradlinig von der Mittellinie der Bahn ausgeht, wird die Lead-In-Beleuchtung dort eingesetzt, wo der Endanflugkurs aufgrund von Hindernissen, Gelände, Luftraumbeschränkungen oder Umweltaspekten nicht mit der Bahn ausgerichtet ist. Sie bietet eindeutige visuelle Hinweise für Piloten beim Übergang vom Instrumenten- zum Sichtflug, besonders bei komplexen Anflügen.
Wesentliche Merkmale:
Die Hauptaufgabe der Lead-In-Beleuchtung ist es, sicherzustellen, dass Piloten einem festgelegten Anflugweg eindeutig und sicher folgen können, wenn ein geradliniger Anflug nicht möglich ist. Dies ist häufig an Flughäfen der Fall, die von Gelände, Ballungsräumen oder Lufträumen umgeben sind, die gekrümmte oder versetzte Anflugsegmente erfordern.
Vorteile und Funktionen:
| Operative Rolle | Beschreibung |
|---|---|
| Visuelle Führung | Führt Piloten entlang sicherer, definierter Anflugwege |
| Übergangshilfe | Verbindet Instrumenten- und Sichtflugsegmente |
| Hindernisvermeidung | Leitet Flugzeuge um Gelände- oder Stadt-Hindernisse herum |
| Lärmschutzunterstützung | Ermöglicht die Führung an sensiblen Bereichen vorbei |
| CFIT-Risiko-Reduktion | Minimiert Fehlausrichtung und Gelände-Kollisionen |
Pilot-Arbeitsablauf mit LDIN:
Anflugbeginn:
Bei Verfahren mit einem gekrümmten oder versetzten Sichtsegment werden Piloten über Karten und NOTAMs über die Existenz und das Muster der Lead-In-Beleuchtung informiert.
Visuelle Erfassung:
Wenn das Flugzeug die Mindesthöhe erreicht, suchen Piloten nach den Lead-In-Lichtern, die aus mehreren Meilen Entfernung sichtbar sind. Ihre einzigartige Farbe und Muster heben sie von anderen Lichtern ab.
Dem Lichtpfad folgen:
Nach Sichtung verfolgen Piloten den beleuchteten Pfad visuell. Kurven oder Wendepunkte werden durch blinkende oder verstärkte Lichter markiert.
Übergang zum Standard-ALS:
Am Ende des LDIN fangen Piloten das Hauptanflugbeleuchtungssystem oder die Bahn auf und verwenden die üblichen Bahnhinweise für die finale Ausrichtung und Landung.
Beispiel: Canarsie-Anflug (13L/13R) am JFK:
Flugzeuge meiden lärmsensible Wohngebiete, indem sie einem durch Lead-In-Lichter markierten, gekrümmten Pfad über Jamaica Bay und das Canarsie-Gebiet folgen. Das System gewährleistet präzise Navigation, auch bei geringer Sicht.
| Abschnitt | Typischer Abstand (ft/m) | Lichttyp |
|---|---|---|
| Gerade | 200–300 (60–90) | Dauerhaft weiß |
| Kurve/Wendung | 100–200 (30–60) | Blinkend/Gruppe |
ALS vs. Lead-In-Beleuchtung:
| Merkmal | ALS (Standard) | Lead-In-Beleuchtung (LDIN) |
|---|---|---|
| Ausrichtung | Gerade, Mittellinie | Gekrümmt/versetzt, nach Bedarf |
| Zweck | Geradlinige Endanflüge | Gekrümmte/versetzte Führung |
| Lage | Vor der Schwelle | Vom Ende des Instrumentensegments |
| Lichtarten | Dauerlicht/Blitzer (SFL) | Dauerlicht, Blitzer, Gruppen |
| Anwendung | Präzisions-/Geradlinige Anflüge | Versetzte/gekrümmte Anflüge |
Was Piloten sehen:
Eine sehr gut sichtbare „Perlenkette“ oder ein Bogen aus weißen Lichtern, mit hellen Gruppen oder Blitzern an Kurven. Nachts oder bei schlechter Sicht hebt sich das Muster deutlich ab und bietet unmissverständliche Führung.
Installation:
Nur dort, wo betrieblicher Bedarf besteht – Hindernisse, Lärmschutz, nicht-geradlinige Anflüge.
| Flughafen | Bahn/Anflug | Beschreibung |
|---|---|---|
| JFK International (NY, US) | 13L/13R „Canarsie“ | Gekrümmter, lichtgeführter Stadtumgehungsanflug |
| Kai Tak (Hong Kong, geschlossen) | 13 „Checkerboard“ | Scharfe Kurve, Lead-In-Lichter markieren den Weg |
| Innsbruck (Österreich) | 08, 26 | Tal-Anflüge, Lead-In-Lichter für das Gelände |
Lead-In-Beleuchtung (LDIN) ist ein wesentliches Flughafenbeleuchtungssystem, das Piloten sicher entlang gekrümmter oder versetzter Anflugwege führt und so die Lücke zwischen komplexen Instrumentenverfahren und der finalen Bahnausrichtung schließt. Durch klare, eindeutige visuelle Hinweise sorgt LDIN für sichere Landungen auch in den anspruchsvollsten betrieblichen Umgebungen.
Wenn Ihr Flughafen oder Ihr Betrieb aufgrund von Gelände, Hindernissen oder komplexem Luftraum eine verbesserte Anflugführung benötigt, erwägen Sie die Nachrüstung oder Installation von Lead-In-Beleuchtung, um maximale Sicherheit und Konformität zu gewährleisten.
Lead-In-Beleuchtung ist erforderlich, wenn das veröffentlichte Anflugverfahren zu einer Landebahn nicht mit der verlängerten Mittellinie der Bahn übereinstimmt – oft aufgrund von Hindernissen, Gelände, Luftraumbeschränkungen oder Lärmschutzverfahren. Sie bietet eindeutige visuelle Führung entlang gekrümmter, versetzter oder segmentierter Anflugwege.
Das Standard-ALS ist auf die Mittellinie der Bahn ausgerichtet und unterstützt geradlinige Präzisionsanflüge. Lead-In-Beleuchtung ist ergänzend und markiert versetzte oder gekrümmte Anflugsegmente, um Flugzeuge vom Ende des Instrumentenanflugs zum Haupt-ALS oder zur Schwelle der Bahn zu führen.
Lead-In-Lichter sind immer weiß für maximale Auffälligkeit. Sie können dauerhaft leuchten oder blinken, mit Gruppen oder verstärkten Lichtern an Kurven oder Wendepunkten. Das Layout kann je nach erforderlichem Anflugweg gerade, gekrümmt oder segmentiert sein.
Ja, alle veröffentlichten Anflugkarten, Flughafendiagramme und Luftfahrtpublikationen (AIP) für Flughäfen mit Lead-In-Beleuchtungssystemen zeigen deren Vorhandensein und Konfiguration deutlich. Piloten werden angewiesen, sie bei der Anflugplanung zu nutzen.
Absolut. Lead-In-Beleuchtung unterstützt häufig Lärmschutzverfahren, indem sie Flugzeuge entlang präziser Routen führt, die lärmsensible Bereiche, Stadtzentren oder geschützte Gebiete während visueller Anflugsegmente meiden.
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