Hindernisfreier Bereich (OFZ)

Airport planning Runway safety Regulatory compliance Aerodrome design

Hindernisfreier Bereich (OFZ) – Umfassendes Glossar zur Flughafenplanung

Definition und Grundprinzipien

Der Hindernisfreie Bereich (OFZ) ist ein streng definiertes, dreidimensionales Luftraumvolumen, das auf die Start- und Landebahn und deren unmittelbare Umgebung zentriert ist. Sein Zweck ist es, sicherzustellen, dass Flugzeuge während der kritischsten Phasen – Landung, Start und Durchstarten – einen ungehinderten Weg ohne Hindernisse haben. Der OFZ wird international von der ICAO (Anhang 14) und national von Behörden wie der FAA (AC 150/5300-13A) festgelegt und geregelt. Der OFZ erstreckt sich vertikal bis zu 150 Fuß (46 Meter) über dem Flughafenniveau und lateral/longitudinal entsprechend der Bahngestaltung, Anflugkategorie und Sichtanforderungen.

Im OFZ sind keine Objekte erlaubt, außer funktional wesentlichen, brüchig montierten Navigations- und Sichtflughilfen – das bedeutet, sie müssen so konstruiert sein, dass sie bei Aufprall abbrechen oder nachgeben, um eine potenzielle Gefahr für Flugzeuge zu minimieren. Der OFZ darf während des Bahnbetriebs keine rollenden oder parkenden Flugzeuge, Fahrzeuge oder festen Bauwerke enthalten; selbst temporäre Durchdringungen werden streng kontrolliert und reguliert.

Regulatorischer Kontext: FAA, ICAO und internationale Praxis

Standards der Vereinigten Staaten (FAA)

In den USA ist der OFZ im FAA Advisory Circular AC 150/5300-13A kodifiziert und in 14 CFR Part 77 referenziert. Weitere Anforderungen finden sich im FAA Order 8260.3 (TERPS). Der OFZ ist einer von mehreren geschützten Luftraum- und Bodenbereichen, die das Hindernismanagement sowohl für Boden als auch Luftraum harmonisieren und sichere Instrumenten- und Sichtverfahren unterstützen.

Internationale (ICAO) Standards

Weltweit definiert ICAO Annex 14, Volume 1 den OFZ als Teil der Obstacle Limitation Surfaces (OLS). Die ICAO verlangt, dass der OFZ frei von allen festen Hindernissen bleibt, mit Ausnahme von leichtgewichtigen, brüchig montierten Navigationshilfen, die für die Luftnavigation erforderlich sind. Während das Konzept harmonisiert ist, können die genauen Dimensionen und die Terminologie je nach Land und Flugplatzreferenzcode variieren.

Umsetzung durch andere nationale Behörden

Viele nationale Luftfahrtbehörden (z. B. Oman, Neuseeland) übernehmen die OFZ-Prinzipien der ICAO und passen die Kriterien häufig an lokale Betriebs- und Umweltbedingungen an. Die Vorschriften werden durch nationale Richtlinien und Inspektionen durchgesetzt, um die Konformität mit dem OLS-Regime der ICAO für den Schutz des Start- und Landebahnluftraums sicherzustellen.

Zweck und kritische Sicherheitsfunktion

Die Hauptfunktion des OFZ ist der Schutz des Flugwegs von Flugzeugen während Anflug, Landung, Start und Durchstarten – insbesondere unter instrumentenmeteorologischen Bedingungen (IMC) oder bei geringer Sicht. Der OFZ unterstützt sichere Abläufe durch:

  • Sicherstellung, dass die kritischsten Abschnitte des Flugwegs frei von Hindernissen sind.
  • Unterstützung niedriger Anflugminima bei Präzisionsanflügen (z. B. ILS CAT II/III).
  • Vermeidung von betrieblichen Einschränkungen wie erhöhte Minima oder Anflugverbote.
  • Aufrechterhaltung der Wirksamkeit der Runway Safety Area (RSA) und Unterstützung der deklarierten Bahnlängen.

OFZ-Unterkomponenten: Struktur und Anwendbarkeit

Der OFZ besteht aus drei Hauptunterkomponenten, die jeweils spezifische Kriterien haben:

1. Runway OFZ

  • Definition: Luftraum über einer auf die Bahnachse zentrierten Fläche, die sich längs und quer erstreckt.
  • Anwendbarkeit: Alle Start- und Landebahnen, unabhängig von Anflugtyp oder Sicht.
  • Typische Dimensionen: 400 ft (122 m) breit, 200 ft (61 m) über jedes Bahnende hinaus, mit Höhe entsprechend der Bahnachse.
  • Zweck: Schützt Flugzeuge während Landeflugphase, Start und initialem/abgebrochenem Steigflug.

2. Inner-Approach OFZ

  • Definition: Luftraum über einer Fläche, beginnend 200 ft (61 m) vor der Schwelle und sich über das letzte Anflugfeuer hinaus erstreckend.
  • Anwendbarkeit: Nur für Bahnen mit Anflugbefeuerungssystemen (ALS) für Präzisions- oder Instrumentenanflüge.
  • Maße: Entspricht der Breite des Runway OFZ; reicht bis 200 ft (61 m) über das ALS hinaus.
  • Zweck: Schützt kritische Anflugbefeuerung und Gleitpfadbereiche für Präzisionsanflugbahnen.

3. Inner-Transitional OFZ

  • Definition: Luftraum über Flächen an den äußeren Rändern des Runway und Inner-Approach OFZ, schräg nach oben und außen verlaufend.
  • Anwendbarkeit: Nur für Bahnen mit Anflugminima unter 3/4 Meile (1.200 m; in der Regel CAT II/III ILS).
  • Maße: Steigung von 6:1 (horizontal:vertikal), endet bei 150 ft (46 m) über Flughafenniveau.
  • Zweck: Schützt Flugzeuge bei seitlichem Übergang zur/von der Bahn bei Niedrigsichtbetrieb.

Tabelle: OFZ-Unterkomponenten

UnterkomponenteAnwendbarkeitLänge über das Ende hinausBreiteBesondere Kriterien
Runway OFZAlle Bahnen200 ft (61 m)400 ft (122 m)Immer anwendbar
Inner-Approach OFZInstrumentenbahnen mit ALS200 ft über ALS hinausWie Runway OFZNur für Bahnen mit ALS
Inner-Transitional OFZ<3/4 Meile AnflugsichtN/ASiehe AC/Anhang 14Nur für Präzision bei Niedrigsicht

Regulatorische Anforderungen und Beschränkungen

  • Keine Durchdringungen: Nur brüchige, wesentliche Hilfsmittel erlaubt.
  • Keine rollenden/parkenden Flugzeuge oder Fahrzeuge: Außer unter direkter ATC-Kontrolle aus betrieblichen oder Notfallgründen.
  • Vertikale Grenze: OFZ reicht bis zu 150 ft (46 m) über Flughafenniveau.
  • Laterale/longitudinale Grenzen: Je nach Bahncode, Anflugkategorie und Sicht.
  • Brüchigkeit: Alle erlaubten Objekte müssen bei Aufprall brechen/nachgeben und so niedrig wie möglich angebracht sein.

Maßbeispiele

FAA (Typisch für RDC C/D, >12.500 lbs MTOW)

  • Runway OFZ: 400 ft (122 m) breit, 200 ft (61 m) über das Bahnende hinaus.
  • Inner-Approach OFZ: Von 200 ft (61 m) vor der Schwelle bis 200 ft (61 m) über das letzte Anflugfeuer hinaus.
  • Inner-Transitional OFZ: Steigung 6:1, bis zu 150 ft (46 m) über Flughafenniveau.

ICAO (Anhang 14)

  • OFZ-Dimensionen basieren auf dem Flugplatzreferenzcode; das Prinzip ist der Schutz der inneren Anflug-, Übergangs- und Durchstartflächen.

Beziehung zu anderen Flughafen-Sicherheits- und Freihaltebereichen

Sicherheitsbereich / FlächeFokusObjektbeschränkungenVolumen/HöheAnwendbarkeit
OFZLuftraumKeine Objekte außer brüchige NAVAIDsBis zu 150 ft (46 m) AGLAlle Bahnen
ROFABodenflächeKeine festen Objekte außer NAVAIDsNur OberflächeAlle Bahnen
RSABodenflächeKeine Objekte (nur planiertes Areal)Nur OberflächeAlle Bahnen
OLSImaginäre FlächeBegrenzte, prüfpflichtige ObjekteJe nach Fläche unterschiedlichAlle Bahnen

Betriebliche und planerische Auswirkungen

  • Einhaltung: Alle Objekte/Aktivitäten im OFZ müssen geprüft und genehmigt werden. Die Nichteinhaltung kann die Entfernung von Objekten, Umgestaltung oder betriebliche Einschränkungen erforderlich machen.
  • Sicherheit: Der Schutz des OFZ ist entscheidend für sichere An- und Abflüge, insbesondere bei geringer Sicht oder Instrumentenbetrieb.
  • Planung: OFZ-Anforderungen müssen in die Flughafen-Masterplanung, Bahnen-/Rollweg-Layout und Hindernismanagementprogramme einfließen. Erweiterungen oder Verfahrensänderungen können eine erneute OFZ-Analyse und gegebenenfalls Infrastrukturänderungen erfordern.

Anwendungsfälle und Beispiele

Standortwahl von Anflugbefeuerungssystemen (ALS)

Die Installation von ALS erfordert sorgfältige Platzierung brüchiger Komponenten, um OFZ-Durchdringungen zu vermeiden. Die Einhaltung unterstützt die niedrigstmöglichen Anflugminima.

Bahnerweiterung

Bahnerweiterungen erfordern neue OFZ-Analysen, um sicherzustellen, dass keine vorhandene oder geplante Infrastruktur (Rollwege, Straßen, Gebäude) in den erweiterten OFZ hineinragt.

Temporäre Bauarbeiten

Die aktive Steuerung von Fahrzeugen und Geräten verhindert OFZ-Durchdringungen während des Betriebs. Temporärer Zugang wird kontrolliert und mit der Flugsicherung abgestimmt.

FAA- vs. ICAO-Standards: Vergleichende Tabelle

AspektFAA (USA)ICAO (International)
TerminologieObstacle Free Zone (OFZ)OFZ, Teil der Obstacle Limitation Surfaces (OLS)
Regulatorische ReferenzAC 150/5300-13A, 14 CFR 77, TERPSAnhang 14, PANS-OPS
AnwendbarkeitAlle Bahnen/Unterkomponenten nach BedarfPräzisionsanflugbahnen und zugehörige Flächen
Dimensionale KriterienJe nach Bahncode/-designNach Flugplatzreferenzcode, im Konzept harmonisiert
ObjektpolitikNur wesentliche brüchige HilfenNur wesentliche, leichte brüchige Hilfen
Betriebliche EinschränkungKeine rollenden/parkenden LFZ oder FahrzeugeKeine festen oder beweglichen Objekte außer Hilfen

Einhaltung, Sicherheit und planerische Überlegungen

Die Aufrechterhaltung eines ungehinderten OFZ ist für die Flughafenzertifizierung, sichere Abläufe und die Ermöglichung von Niedrigsichtanflügen unerlässlich. Alle geplanten Aktivitäten oder Objekte im OFZ müssen von kompetenten Behörden geprüft und genehmigt werden, mit strikter Durchsetzung von Brüchigkeit und betrieblicher Notwendigkeit. Jede Verletzung kann zu betrieblichen Einschränkungen, erhöhten Minima oder zur Schließung kritischer Verfahren führen.

Verwandte Begriffe

  • Runway Safety Area (RSA)
  • Runway Object Free Area (ROFA)
  • Obstacle Limitation Surface (OLS)
  • Anflugfläche
  • Runway Protection Zone (RPZ)
  • Brüchigkeit
  • Deklarierte Strecken
  • Flugplatzreferenzcode
  • Runway Threshold
  • Instrumentenanflug
Precision approach lighting at airport

Quellen:

  • FAA AC 150/5300-13A: Airport Design
  • FAA Order 8260.3 (TERPS)
  • ICAO Annex 14, Volume 1: Aerodrome Design and Operations
  • ICAO Doc 8168: Procedures for Air Navigation Services (PANS-OPS)
  • Oman PACA Guidance for Obstacle Management

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Häufig gestellte Fragen

Welchen Zweck hat der Hindernisfreie Bereich (OFZ)?

Der OFZ bietet ein geschütztes Luftraumvolumen in der Nähe von Start- und Landebahnen, um sicherzustellen, dass Flugzeuge während Landung, Start und Durchstarten einen ungehinderten Weg haben. Er verhindert das Vorhandensein von Hindernissen – mit Ausnahme wesentlicher, brüchig montierter Hilfsmittel – und reduziert so das Kollisionsrisiko und unterstützt Instrumentenanflüge bei geringer Sicht.

Wie unterscheidet sich der OFZ vom Runway Safety Area (RSA) und dem Runway Object Free Area (ROFA)?

Der OFZ ist ein Luftraumschutzbereich, der praktisch alle Hindernisse über dem Boden in der Nähe der Start- und Landebahn verbietet. Die RSA ist ein bodengebundener Sicherheitsbereich, der dazu dient, Flugzeugschäden bei Überläufen oder Ausritten zu minimieren, während die ROFA ein Bodenbereich ist, der frei von Objekten gehalten wird, aber einige wesentliche Strukturen zulässt. Der OFZ ist hinsichtlich der zulässigen Objekte am restriktivsten.

Wer reguliert die OFZ-Standards und wie unterscheiden sie sich international?

In den USA legt die FAA die OFZ-Standards über AC 150/5300-13A und verwandte Vorschriften fest. International definiert die ICAO den OFZ als Teil ihrer Obstacle Limitation Surfaces (OLS) im Anhang 14. Beide verlangen einen hindernisfreien Luftraum in der Nähe von Start- und Landebahnen, aber genaue Dimensionen und Details können je nach Land oder Region variieren.

Welche Objekte sind im OFZ erlaubt?

Es sind nur funktional wesentliche, brüchig montierte Navigations- und Sichtflughilfen zulässig. Diese müssen so niedrig wie möglich angebracht und so konstruiert sein, dass sie bei Aufprall nachgeben. Parkende oder rollende Flugzeuge, Fahrzeuge oder permanente Bauwerke dürfen während des Bahnbetriebs nicht vorhanden sein.

Was passiert, wenn der OFZ von einem Objekt durchdrungen wird?

Das Eindringen nicht zugelassener Objekte in den OFZ kann zu erhöhten Anflugminima, vorübergehender Schließung von Instrumentenanflügen, betrieblichen Einschränkungen oder sogar zur Schließung der Start- und Landebahn führen. Sofortige Korrekturmaßnahmen – wie Entfernung oder Verlagerung – sind erforderlich, um die Einhaltung und Sicherheit wiederherzustellen.

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