Landebahnschwelle

Airport operations Runway markings Aviation safety Pilot procedures

Landebahnschwelle – Umfassendes Glossar für den Flughafenbetrieb

Definition der Landebahnschwelle

Die Landebahnschwelle ist der festgelegte, sehr gut sichtbare Beginn der Landebahnoberfläche, die für Landungen verfügbar und geeignet ist. Ihre Position wird sorgfältig bestimmt, um eine sichere Landestrecke und freie Anflugbereiche gemäß ICAO- und FAA-Vorschriften zu gewährleisten. Die Lage der Schwelle ist durch eine Reihe paralleler weißer Streifen – im Volksmund „Pianotasten“ genannt – über die gesamte Breite der Landebahn markiert, die sowohl aus der Luft als auch vom Boden aus gut sichtbar sind, sodass Piloten die Landezone zuverlässig erkennen können.

Die Platzierung der Schwelle richtet sich nach Kriterien wie Hindernisfreiheit, Zustand des Belags und Anforderungen an den Lärmschutz. Der Bereich hinter der Schwelle steht für Landung, Start und Ausrollen zur Verfügung, während der Bereich davor je nach Art der Schwelle – Standard, versetzt oder verlegt – eingeschränkt sein kann.

Die Landebahnschwelle ist ein zentrales Sicherheitsmerkmal für Piloten beim Anflug und bei der Landung und sorgt für eine einheitliche Aufsetzposition sowie die Einhaltung internationaler Standards. Ihre Markierung und Nutzung unterliegen strengen Vorschriften, um Einheitlichkeit und Unfallverhütung zu gewährleisten.

Arten von Schwellen

Standardschwelle

Eine Standardschwelle befindet sich am physischen Ende des Landebahnbelags. Sie markiert den Beginn der Landebahnoberfläche, die für alle Operationen – Landung, Start und Rollen – zur Verfügung steht. Standardschwellen sind an Flughäfen üblich, bei denen die Anflugflächen hindernisfrei sind. Die Schwelle ist mit parallelen weißen Streifen („Pianotasten“) gekennzeichnet, deren Anzahl der Breite der Landebahn entspricht und Piloten eine schnelle optische Orientierung bietet.

Alle Boden- und Flugoperationen sind hinter einer Standardschwelle erlaubt. Der Bereich vor der Schwelle ist – abgesehen von Blast Pads oder Schultern – nicht für den Flugbetrieb vorgesehen.

Versetzte Schwelle

Eine versetzte Schwelle ist weiter von der physischen Landebahnkante entfernt und dient in der Regel der Hindernisfreiheit oder dem Lärmschutz über besiedelten Gebieten. Der Bereich der Landebahn vor einer versetzten Schwelle ist mit weißen Pfeilen entlang der Mittellinie markiert, die in einem durchgehenden Schwellenbalken enden. Der Bereich vor dem Schwellenbalken darf nicht zum Landen genutzt werden, kann aber für Starts, Ausrollen (aus Gegenrichtung) und Rollen verwendet werden.

Versetzte Schwellen sind in Flughafendiagrammen und Anflugkarten eingetragen, und ihre Existenz ist für Piloten im Anflug von entscheidender Bedeutung.

Verlegte Schwelle

Eine verlegte Schwelle wird vorübergehend weiter auf die Landebahn versetzt, meist aufgrund von Wartungsarbeiten oder Reparaturen. Der Abschnitt der Landebahn vor der verlegten Schwelle ist für jeglichen Flugzeugbetrieb gesperrt, sofern keine Ausnahme veröffentlicht wird. Diese werden durch weiße Pfeilspitzen über die gesamte Landebahnbreite vor dem neuen Schwellenbalken markiert, jedoch ohne Mittellinienpfeile. Informationen zu verlegten Schwellen werden per NOTAM und im aktualisierten Flughafendiagramm veröffentlicht.

Optische Merkmale und Markierungen

Farben

Alle Markierungen der Landebahnschwelle sind weiß und bieten einen hohen Kontrast zum Belag. Gelb ist reserviert für Blast Pads, Stopways, Chevrons und Abgrenzungsbalken – Bereiche, die nicht für den normalen Flugbetrieb vorgesehen sind.

Markierungsmuster

  • Schwellenbalken: Eine durchgehende weiße Linie, 3 Meter (10 Fuß) breit, senkrecht zur Mittellinie.
  • Schwellenstreifen („Pianotasten“): Parallele weiße Streifen, jeweils 1,75 Meter (5,75 Fuß) breit. Die Anzahl der Streifen richtet sich nach der Landebahnbreite:
LandebahnbreiteAnzahl Streifen
18 m (60 ft)4
23 m (75 ft)6
30 m (100 ft)8
45 m (150 ft)12
60 m (200 ft)16
  • Versetzte Schwelle: Weiße Pfeile entlang der Mittellinie, Pfeilspitzen vor dem Schwellenbalken.
  • Verlegte Schwelle: Weiße Pfeilspitzen über die gesamte Breite, keine Mittellinienpfeile.

Zugehörige Markierungen

  • Chevrons: Gelbe V-förmige Markierungen auf Blast Pads/Stopways (nicht für den Flugbetrieb).
  • Abgrenzungsbalken: Durchgehende gelbe Linie, 1 Meter (3 Fuß) breit, trennt Rollwege oder Nicht-Landebahnbeläge von der Landebahn.
  • Gesperrte Landebahn: Große weiße oder gelbe „X“-Symbole an jedem Ende.

Betriebsregeln und Überlegungen für Piloten

Bereich/MarkierungLandungStartRollen
Landebahn hinter StandardschwelleJaJaJa
Bereich vor versetzter SchwelleNeinJaJa
Bereich hinter versetzter SchwelleJaJaJa
Bereich vor verlegter SchwelleNeinNeinNein
Blast Pads/Stopways (gelbe Chevrons)NeinNeinNein
  • Landung: Nur hinter dem Schwellenbalken.
  • Start: Vor und hinter einer versetzten Schwelle erlaubt; vor einer verlegten Schwelle nicht erlaubt.
  • Rollen: Im Bereich der versetzten Schwelle gestattet, nicht vor einer verlegten Schwelle.

Vorübergehende Änderungen werden per NOTAM und im Flughafendiagramm kommuniziert. Die Einhaltung der Vorschriften ist entscheidend für Hindernisfreiheit, Lärmschutz und Sicherheit.

Zugehörige Markierungen und Unterscheidungen

  • Blast Pads/Stopways: Gelbe Chevrons, nicht für Landung, Start oder Rollen.
  • Abgrenzungsbalken: Gelbe Linien, trennen Betriebsbereiche.
  • Rollwegmarkierungen: Gelb, oft versetzt, zeigen Kreuzungswege an.
  • Gesperrte Landebahn: Weiße oder gelbe „X“-Symbole; für keinerlei Betrieb vorgesehen.

Anwendungsfälle und Betriebsszenarien

  • Standardschwelle: Volle Landebahnlänge für Landung, Start und Rollen verfügbar.
  • Versetzte Schwelle: Bereich vor der Schwelle nur für Start oder Ausrollen; Landung muss hinter dem Schwellenbalken erfolgen.
  • Verlegte Schwelle: Bereich vor der Schwelle gesperrt; alle Operationen müssen hinter dem verlegten Balken erfolgen.
  • Blast Pad/Chevrons: Nicht für den Flugbetrieb.
  • Abgrenzungsbalken: Kennzeichnen den Übergang vom Rollweg zur Landebahn; kein Start vor dem Überqueren des Schwellenbalkens.

Maßliche Standards

Schwellenbalken sind 3 Meter (10 Fuß) breit; jeder Schwellenstreifen ist 1,75 Meter (5,75 Fuß) breit und beginnt 6 Meter (20 Fuß) von der Landefläche entfernt. Die Markierungen entsprechen strikt ICAO Annex 14 und FAA AIM 2-3-3.

Regulatorischer Kontext

Schwellen und deren Markierungen unterliegen weltweit dem ICAO Annex 14 und in den USA dem FAA AIM 2-3-3 sowie zugehörigen Advisory Circulars. Flughäfen müssen die Markierungen sichtbar und vorschriftsmäßig halten. Vorübergehende Änderungen werden per NOTAM und in Karten mitgeteilt; die strikte Einhaltung wird aus Sicherheitsgründen durchgesetzt.

Übersichtstabelle: Markierungen der Landebahnschwelle

SchwellenartOptische MarkierungLandung erlaubtStart erlaubtRollen erlaubtRegelwerk
StandardParallele weiße Streifen am LandebahnendeJaJaJaFAA AIM 2-3-3, ICAO Annex 14
VersetztWeiße Pfeile, Schwellenbalken, StreifenHinter SchwelleJa (gesamter Bereich)Ja (gesamter Bereich)FAA AIM 2-3-3, ICAO Annex 14
VerlegtWeiße Pfeilspitzen, SchwellenbalkenHinter SchwelleHinter SchwelleHinter SchwelleFAA AIM 2-3-3, NOTAMs, ICAO
Blast Pad/StopwayGelbe ChevronsNeinNeinNeinFAA AIM 2-3-3, ICAO Annex 14

Wichtige Glossarbegriffe

  • Landebahnschwelle: Der genau markierte Beginn der für Landungen verfügbaren Landebahn.
  • Standardschwelle: Am Landebahnende, durch weiße Streifen markiert, volle Nutzung erlaubt.
  • Versetzte Schwelle: Weiter auf der Landebahn für Hindernisfreiheit oder Oberflächenschutz, mit Pfeilen und Balken markiert; keine Landung vor dem Balken.
  • Verlegte Schwelle: Vorübergehend für Wartung weiter auf die Landebahn versetzt; Bereich davor gesperrt.
  • Blast Pad/Stopway: Durch gelbe Chevrons markiert; nicht für den Flugbetrieb.
  • Abgrenzungsbalken: Gelbe Linie, trennt Rollweg/Nicht-Landebahnbelag von der Betriebslandebahn.

Weitere Informationen finden Sie im ICAO Annex 14 und im FAA AIM 2-3-3 .

Wenn Sie weitere Fragen zu Landebahnschwellen haben oder Beratung zum Flughafenbetrieb wünschen, kontaktieren Sie unsere Experten oder fordern Sie eine Beratung an .

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Landebahnschwelle?

Eine Landebahnschwelle ist der markierte Beginn des Landebahnbereichs, der für Landungen zur Verfügung steht. Sie ist durch spezielle weiße Streifen (Pianotasten) gekennzeichnet und dient der sicheren Landedistanz und Hindernisfreiheit gemäß den Standards von ICAO und FAA.

Was ist der Unterschied zwischen einer Standard-, versetzten und verlegten Schwelle?

Eine Standardschwelle befindet sich am Ende der Landebahn; eine versetzte Schwelle ist für die Hindernisfreiheit oder den Erhalt der Oberfläche weiter nach innen verlegt, sodass Starts und Ausrollwege davor, aber keine Landungen erlaubt sind; eine verlegte Schwelle wird vorübergehend für Wartungsarbeiten weiter nach innen versetzt, und der Bereich davor ist für jegliche Flugzeugbewegung gesperrt.

Dürfen Piloten vor einer versetzten Schwelle landen?

Nein, Piloten dürfen vor einer versetzten Schwellenbalken nicht landen. Der Bereich vor dem Balken kann für Starts oder das Ausrollen aus der Gegenrichtung genutzt werden, aber nicht für die Landeanflugstrecke.

Wie sind Schwellenmarkierungen optisch erkennbar?

Schwellen sind durch weiße Streifen (Pianotasten) über die Landebahnbreite gekennzeichnet. Versetzte Schwellen haben weiße Pfeile, die zu einem durchgehenden Schwellenbalken führen, während verlegte Schwellen Pfeilspitzen über die Landebahnbreite vor dem neuen Schwellenbalken aufweisen.

Welche Bereiche sind für Flugzeuge auf einer Landebahn tabu?

Blast Pads und Stopways, die mit gelben Chevron-Markierungen gekennzeichnet sind, sowie der Bereich vor einer verlegten Schwelle dürfen nicht zum Landen, Starten oder Rollen genutzt werden. Diese Bereiche dienen dem Schutz der Landebahn oder sind ausschließlich für Notfälle vorgesehen.

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