Übergangshöhe

Aviation Air Traffic Control Flight Levels Pilot Procedures

Übergangshöhe (Transition Altitude) in der Luftfahrt

Die Übergangshöhe—oft auch als Transition Altitude (TA) gemäß ICAO-Terminologie bezeichnet—ist ein grundlegendes Konzept für Flugsicherheit und Luftraummanagement. Sie ist der kritische Punkt, an dem Piloten die Höhenmessereinstellung am Flugzeug vom lokalen Luftdruck (QNH) auf den internationalen Standarddruck (QNE, eingestellt auf 1013,2 hPa oder 29,92 in Hg) umstellen müssen. Dieser Wechsel bildet die Grundlage sowohl für die sichere Geländefreiheit als auch die standardisierte Staffelung zwischen Flugzeugen in größeren Höhen.

Im Folgenden behandelt dieser umfassende Leitfaden die Definition, den Zweck, betriebliche Verfahren, internationale Unterschiede, häufige Verwechslungen und den regulatorischen Kontext der Übergangshöhe.

Verständnis der Übergangshöhe

Die Übergangshöhe ist die Höhe, bei der Flugzeughöhenmesser von lokalem QNH (wahrhafte Höhe über dem mittleren Meeresspiegel) auf Standard-QNE (1013,2 hPa) umgestellt werden, sodass alle Flugzeuge im oberen Luftraum denselben Referenzwert nutzen. Dies gewährleistet:

  • Präzise Geländefreiheit und Hindernisfreiheit in niedrigen Höhen.
  • Einheitliche vertikale Staffelung (mittels Flugflächen) im oberen Luftraum, unabhängig von lokalen Druckschwankungen.

Die Übergangshöhe ist im Aeronautical Information Publication (AIP) jedes Landes, auf Karten und in Anflugkarten veröffentlicht. Der Wert variiert weltweit: 18.000 Fuß in den USA, 3.000–7.000 Fuß in Europa, höher in Gebirgsregionen.

Höhenmessereinstellungen erklärt: QNH, QNE und QFE

  • QNH: Der auf Meereshöhe reduzierte lokale Luftdruck. Bei Einstellung zeigt der Höhenmesser die wahre Höhe über dem Meeresspiegel an—essentiell für Geländefreiheit beim Start, bei der Landung und im Tiefflug.
  • QNE: Die internationale Standarddruckeinstellung (1013,2 hPa/29,92 in Hg). Wird oberhalb der Übergangshöhe verwendet; der Höhenmesser zeigt dann Flugflächen (z.B. FL180) an, sodass alle Flugzeuge denselben Druckreferenzwert nutzen, unabhängig vom lokalen Wetter.
  • QFE: Der Druck am spezifischen Flugplatz (setzt den Höhenmesser dort auf null). Weniger gebräuchlich, aber noch in einigen Anflugverfahren zu finden.

Transition Altitude (TA): Die aufsteigende Schwelle

Die Transition Altitude (TA) ist die niedrigste Höhe, bei der Piloten von lokalem QNH auf Standard-QNE umstellen müssen, wenn sie steigen. Oberhalb der TA werden alle Freigaben als Flugflächen (FL), nicht mehr als tatsächliche Höhen, ausgegeben. Der Wert wird so gewählt, dass er Geländefreiheit und effiziente Luftraumnutzung sicherstellt.

  • Beispiel: In den USA beträgt die TA 18.000 Fuß MSL; im Vereinigten Königreich 3.000–6.000 Fuß MSL.

Transition Level (TL): Die Bezugsebene beim Sinkflug

Die Transition Level (TL) ist die niedrigste verfügbare Flugfläche oberhalb der Übergangshöhe. Piloten, die durch die TL sinken, stellen den Höhenmesser auf QNH zurück. Die TL ist variabel und hängt vom aktuellen atmosphärischen Druck ab; sie stellt immer mindestens 1.000 Fuß vertikale Staffelung (Übergangsschicht) zur TA sicher.

  • Beispiel: Wenn TA = 5.000 Fuß und QNH niedrig ist, kann TL FL70 sein; bei hohem QNH könnte TL FL60 sein.

Die Übergangsschicht: Sicherheits-Puffer

Die Übergangsschicht ist der vertikale Raum zwischen TA und TL und bietet einen Puffer (mindestens 1.000 Fuß), um die Staffelung zwischen Flugzeugen auf QNH (unterhalb) und QNE (oberhalb) zu gewährleisten. Flugzeuge erhalten keine Reiseflugerlaubnis innerhalb dieser Schicht.

Flugfläche (FL): Druckbezogene Höhe

Eine Flugfläche (FL) ist eine nominale Höhe, die auf dem Standarddruck (QNE, 1013,2 hPa) basiert. Oberhalb der Übergangshöhe nutzen alle Flugzeuge Flugflächen (z.B. FL180), sodass eine einheitliche vertikale Staffelung unabhängig von lokalen Druckänderungen möglich ist.

Warum die Übergangshöhe essentiell ist

  • Gelände- und Hindernisfreiheit: QNH unterhalb der TA stellt sicher, dass Piloten ihre genaue Höhe über dem Meeresspiegel und Gelände kennen.
  • Einheitliche vertikale Staffelung: QNE oberhalb der TA stellt sicher, dass alle Flugzeuge auf dieselbe isobare Fläche bezogen sind und Höhenfehler durch Druckunterschiede vermieden werden.
  • Verkehrsmanagement: Die Flugsicherung (ATC) weist oberhalb der TA Flugflächen zu, um eine reibungslose Koordination und Sicherheit zu gewährleisten.

Übergangshöhe in der Praxis

Beim Steigflug

  • QNH für Start und ersten Steigflug einstellen.
  • An der Übergangshöhe den Höhenmesser auf QNE (1013,2 hPa) umstellen.
  • Oberhalb dieses Punktes werden ATC-Freigaben als Flugflächen ausgegeben.

Beim Sinkflug

  • Beim Sinken durch die Übergangsebene den Höhenmesser wie von ATC oder in Anflugkarten angegeben auf QNH zurückstellen.
  • Alle weiteren Freigaben erfolgen in Fuß über dem Meeresspiegel.

Beispiel

  • Deutschland: TA = 5.000 Fuß, TL = FL60. Steigflug auf QNH bis 5.000 Fuß, dann auf QNE umschalten, Weiterflug auf zugewiesener Flugfläche. Beim Sinken durch FL60 auf QNH umstellen und im weiteren Sinkflug die wahre Höhe verwenden.

Internationale Unterschiede

Region/LandÜbergangshöheÜbergangsebeneHinweise
Vereinigte Staaten18.000 ft MSLFL180Fest; Untergrenze des Luftraums Klasse A
Deutschland5.000 ft MSLFL60 oder höherVariiert je nach Flughafen/Region
Vereinigtes Königreich3.000–6.000 ft MSLFL40–FL60In London höher; lokale Karten prüfen
Kanada18.000 ft MSLFL180Wie in den USA
Frankreich5.000–6.000 ft MSLFL60–FL70Variiert je nach Sektor
Schweiz5.000–7.000 ft MSLFL70–FL80In Gebirgsregionen höher
Australien10.000 ft MSLFL110Variiert je nach Luftraumklasse

Prüfen Sie stets AIP, NOTAMs und ATC-Anweisungen auf aktuelle Werte.

Häufige Verwechslungen

  • Übergangshöhe vs. Übergangsebene: TA gilt für den Steigflug (QNH→QNE), TL für den Sinkflug (QNE→QNH).
  • Falsche Höhenmessereinstellung: Die Einstellung von QNE oder QNH zum falschen Zeitpunkt kann Höhenfehler und Verlust der Staffelung verursachen.
  • QNH, QNE, QFE-Verwechslung: Prüfen Sie immer, welche Einstellung für das jeweilige Verfahren und die Region gilt.
  • Unterschiedliche Übergangshöhen: Nicht weltweit standardisiert. Prüfen Sie immer für jeden Abflug-, Strecken- und Zielflughafen.

Regulatorische Referenzen

  • ICAO Doc 8168: Verfahren für die Flugdurchführung (Aircraft Operations)
  • ICAO Doc 4444: Flugsicherung (Air Traffic Management)
  • FAA Order 7110.65: Höhenmessereinstellungen
  • Nationale AIPs, Jeppesen-Karten, EASA- und AOPA-Leitfäden

Bezug zu anderen Luftfahrtkonzepten

  • Vertikale Staffelung: Wird durch QNE oberhalb der TA für alle Flugzeuge sichergestellt.
  • Luftraumklassen: Die TA stimmt häufig mit den Grenzen des kontrollierten Luftraums überein.
  • Verkehrsmanagement: Vereinheitlichte Höhenmessereinstellungen oberhalb der TA ermöglichen effiziente grenzüberschreitende Verkehrsflüsse.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Übergangshöhe/-altitude: Höhe, bei der Piloten von QNH auf QNE umstellen.
  • Übergangsebene: Niedrigste nutzbare Flugfläche oberhalb der TA, für den Sinkflug zurück auf QNH.
  • Übergangsschicht: Pufferzone mit mindestens 1.000 Fuß vertikaler Staffelung.
  • Höhenmessereinstellungen: Müssen am korrekten Übergangspunkt gemäß ATC und Verfahren gewechselt werden.
  • Aktuelle Veröffentlichungen und ATC-Anweisungen zu TA/TL immer prüfen.

Visuelle Darstellung

Abbildung: Zusammenhang zwischen Übergangshöhe (TA), Übergangsebene (TL) und Übergangsschicht (Quelle: Wikimedia Commons).

Weitere Informationen

Für weitere Informationen zur Integration von Übergangshöhenverfahren in Ihre Flugabläufe oder das Luftraummanagement kontaktieren Sie unser Team oder vereinbaren Sie noch heute eine Demo.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Übergangshöhe in der Luftfahrt?

Die Übergangshöhe (oder Übergangshöhe) ist die veröffentlichte Höhe, bei der Piloten ihre Höhenmessereinstellung von lokalem QNH (wahrhafte Höhe über dem Meeresspiegel) auf Standard-QNE (1013,2 hPa oder 29,92 inHg) umstellen. Oberhalb dieses Punktes verwenden Flugzeuge auf Standarddruck bezogene Flugflächen, um eine sichere vertikale Staffelung zu gewährleisten.

Worin unterscheidet sich die Übergangshöhe von der Übergangsebene?

Die Übergangshöhe (oder Übergangshöhe) wird beim Steigflug verwendet—Piloten wechseln an diesem Punkt von QNH zu QNE. Die Übergangsebene wird beim Sinkflug verwendet—Piloten stellen von QNE zurück auf QNH. Der Raum dazwischen wird als Übergangsschicht bezeichnet und sorgt für mindestens 1.000 Fuß vertikalen Abstand.

Warum ist die Übergangshöhe wichtig?

Sie gewährleistet unterhalb der Übergangshöhe genaue Hindernisfreiheit und oberhalb eine einheitliche vertikale Staffelung. Durch die Bezugnahme auf QNH in niedrigen Höhen vermeiden Piloten Gelände und Hindernisse, während der Wechsel zu QNE oben eine standardisierte Staffelung unabhängig von lokalen Druckschwankungen ermöglicht.

Variieren die Übergangshöhen je nach Land?

Ja. Die USA und Kanada verwenden einen festen Wert von 18.000 Fuß MSL; europäische Länder typischerweise 3.000–7.000 Fuß MSL, mit höheren Werten in Gebirgsregionen. Konsultieren Sie stets die Aeronautical Information Publication (AIP), Karten und ATC für aktuelle Werte.

Was sind QNH, QNE und QFE?

QNH ist der auf Meereshöhe reduzierte lokale Luftdruck und wird für die genaue Höhe über dem Meeresspiegel verwendet. QNE ist der Standarddruck (1013,2 hPa/29,92 inHg) für Flugflächen. QFE ist der Druck am spezifischen Flugplatz, der den Höhenmesser auf null am Platz einstellt.

Was passiert, wenn ein Pilot am Übergangspunkt den falschen Druck einstellt?

Falsche Einstellungen können zu Navigationsfehlern in der Vertikalen führen, was eine Gefährdung der Staffelung oder ein kontrolliertes Fliegen ins Gelände (CFIT) nach sich ziehen kann. Es ist entscheidend, den richtigen Druck genau am veröffentlichten Übergangspunkt entsprechend den ATC-Anweisungen und Verfahren einzustellen.

Sorgen Sie für Höhenmesser-Genauigkeit bei jedem Flug

Optimieren Sie Ihre Flugabläufe und Sicherheit, indem Sie die Übergangshöhe, Höhenmessereinstellungen und Standards zur vertikalen Staffelung verstehen. Prüfen Sie stets aktuelle Verfahren und ATC-Anweisungen für Ihre Route.

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