Clear Zone

Airport Safety Airfield Design Regulatory Compliance

Clear Zone und verwandte hindernisfreie Bereiche am Flughafen

Überblick

Eine Clear Zone ist ein grundlegendes Element der Flughafensicherheit und Flugplatzplanung. Sie wird eingerichtet, um einen ungehinderten Bereich hinter dem Ende der Start- oder Landebahn zu gewährleisten. Ihr Hauptzweck ist es, Risiken für Flugzeuge während der kritischsten Flugphasen – Start und Landung – zu minimieren, indem in dieser Zone keine Hindernisse wie Gebäude, Bäume oder Ausrüstungen vorhanden sind. Die Clear Zone ist präzise definiert und wird von Luftfahrtbehörden wie der Federal Aviation Administration (FAA) in den Vereinigten Staaten und der International Civil Aviation Organization (ICAO) weltweit reguliert.

Die Clear Zone ist kein isoliertes Sicherheitskonzept, sondern Teil eines gestaffelten Systems hindernisfreier Bereiche und Flächen, die jeweils eine spezifische Aufgabe zum Schutz von Flugzeugen, Flughafenpersonal und der umliegenden Gemeinde erfüllen. Für Flughafenbetreiber, Planer und Regulierungsbehörden ist es wesentlich zu verstehen, wie die Clear Zone mit anderen geschützten Bereichen – wie der Runway Safety Area (RSA), Obstacle Free Zone (OFZ), Object Free Area (OFA), Runway Protection Zone (RPZ) und Obstacle Limitation Surfaces (OLS) – zusammenwirkt.

Dieser Glossareintrag bietet einen umfassenden Überblick über die Clear Zone und ihren Zusammenhang mit weiteren wichtigen hindernisfreien Bereichen, einschließlich regulatorischem Hintergrund, praktischer Verwaltung und weitreichender Auswirkungen auf Flughafengemeinden.

Clear Zone: Definition und Zweck

Eine Clear Zone ist ein fächerförmiger Bereich, der am Ende einer Start- oder Landebahn beginnt und sich entlang des Anflugpfades nach außen erstreckt. Die wichtigste Anforderung ist, dass sie frei von Hindernissen bleibt – dazu zählen permanente Bauwerke, Fahrzeuge und Vegetation –, die Flugzeuge beim Start oder bei der Landung gefährden könnten. Die Clear Zone erfüllt mehrere entscheidende Funktionen:

  • Flugsicherheit: Durch das Freihalten von An- und Abflugwegen wird das Risiko einer Kollision mit Hindernissen in den verletzlichsten Flugphasen reduziert.
  • Schutz von Objekten am Boden: Sie bietet eine Pufferzone zum Schutz von Menschen, Gebäuden und Infrastruktur am Boden vor Flugunfällen oder Abkommen.
  • Lärm- und Flächennutzungskontrolle: Clear Zones führen oft zu Landankäufen durch Flughäfen und Zonierungsbeschränkungen, um eine nicht kompatible Bebauung in Pistennähe zu verhindern.

Abmessungen und regulatorische Grundlagen

Größe und Form einer Clear Zone werden durch Vorschriften bestimmt, die den Typ der Flugzeuge, das Anflugverfahren (Präzision, Nicht-Präzision oder Sichtflug) sowie Umwelt- oder lokale Zonierungsauflagen berücksichtigen. In den USA definiert FAA Advisory Circular 150/5300-13 eine Standard-Clear Zone, die sich 1.000 Fuß hinter dem Bahnende erstreckt, mit Breiten von 250 bis über 500 Fuß – je nach Bahnnutzung und Flugzeuggröße. ICAO Annex 14 bietet ähnliche, weltweit anerkannte Standards.

Lokale Behörden können strengere Regeln anwenden. Beispielsweise verlangen manche Kreisverordnungen spezielle geneigte Flächen innerhalb der Clear Zone und zusätzliche Beschränkungen hinsichtlich Vegetation und Bauwerken.

Verwaltung und Durchsetzung

Die Aufrechterhaltung einer wirksamen Clear Zone erfordert abgestimmtes Vorgehen:

  • Regelmäßige Inspektionen: Laufende Überprüfungen zur Identifizierung und Entfernung oder Minderung von Hindernissen.
  • Zonierung und Flächennutzung: Durchsetzung von Bebauungsvorschriften oder Nutzung von Dienstbarkeiten, um nicht kompatible Bauvorhaben oder Aktivitäten zu verhindern.
  • Zusammenarbeit mit Interessengruppen: Kooperation mit Grundstückseigentümern, Entwicklern und lokalen Behörden zur Sicherstellung der Einhaltung.

Nicht konforme Objekte – also solche, die gegen Clear Zone-Vorschriften verstoßen – müssen in der Regel entfernt, zurückgeschnitten oder erforderlichenfalls markiert und beleuchtet werden.

Verwandte hindernisfreie Bereiche

Die Clear Zone ist zwar ein zentrales Sicherheitsmerkmal, doch Flughäfen profitieren von einer Reihe weiterer geschützter Bereiche, die jeweils eine spezielle Rolle für die Sicherheit und den Betrieb am Flugfeld spielen.

Runway Safety Area (RSA)

Die Runway Safety Area ist ein rechteckiger Bereich um die Start- und Landebahn, der so gestaltet ist, dass er Schäden minimiert, wenn ein Flugzeug die Bahn verlässt. Er muss hindernisfrei und tragfähig für Flugzeuge und Einsatzfahrzeuge sein. Bei großen Bahnen erstreckt sich die RSA typischerweise 500 Fuß in der Breite und 1.000 Fuß über das Bahnende hinaus.

Obstacle Free Zone (OFZ)

Die Obstacle Free Zone ist ein dreidimensionaler Luftraum, der kritische Flugzeugoperationen – insbesondere während Instrumentenanflügen und Abflügen – schützt. Nur notwendige, frangibel montierte Navigationshilfen sind in der OFZ erlaubt; der Zugang für Fahrzeuge oder Personal ist während Flugzeugoperationen streng geregelt.

Object Free Area (OFA)

Die Object Free Area ist ein Bodenbereich, der auf einer Start- oder Rollbahn zentriert ist. Er muss frei von Hindernissen bleiben, ausgenommen essenzielle Navigationshilfen und bestimmte Beschilderungen, und bietet einen Puffer für Bewegungen und Ausweichmanöver von Flugzeugen am Boden.

Obstacle Limitation Surfaces (OLS)

Obstacle Limitation Surfaces sind eine Reihe imaginärer Ebenen, die die maximalen Höhen von Hindernissen rund um einen Flughafen festlegen. Das OLS-System schützt alle Flugphasen – Anflug, Landung, Start und Kurvenflug – durch Kontrolle des vertikalen und horizontalen Luftraums um das Flugfeld.

Runway Protection Zone (RPZ)

Die Runway Protection Zone ist ein trapezförmiger Bodenbereich hinter dem Bahnende, der dazu bestimmt ist, Menschen und Eigentum vor Flugzeugen zu schützen, die über das Bahnende hinausschießen oder zu früh aufsetzen. Für die RPZ gelten strenge Flächennutzungsbeschränkungen, oftmals ist Flughafeneigentum oder eine Dienstbarkeit erforderlich, um eine Bebauung zu verhindern.

Innere Horizontale Fläche

Dies ist eine ebene, imaginäre Fläche über dem Flughafen, die Flugzeuge bei Kurvenflug oder Sichtmanövern schützt. Jedes Objekt, das diese Fläche durchdringt, gilt als Gefährdung und muss hinsichtlich möglicher Maßnahmen bewertet werden.

Kontext: Präzisionsanflugbahn

Eine Präzisionsanflugbahn ist mit modernster Navigations- und Beleuchtungstechnik (wie ILS) ausgestattet, um sichere Landungen bei schlechter Sicht zu unterstützen. Für diese Bahnen gelten die strengsten Anforderungen an Hindernisfreiheit, Beleuchtung und geschützte Bereiche – einschließlich Clear Zones, OFZs und OLS –, um höchste Sicherheitsstandards zu garantieren.

Regulatorischer Kontext

Vereinigte Staaten – FAA

Die Advisory Circulars und Vorschriften der FAA (insbesondere AC 150/5300-13 und 14 CFR Part 77) legen umfassende Standards für hindernisfreie Bereiche fest, darunter Clear Zones, RSAs, OFZs, OFAs und RPZs. Flughäfen, die Bundesmittel erhalten oder der Part 139-Zertifizierung unterliegen, müssen diese Standards einhalten; Abweichungen erfordern Risikoanalysen und eine Genehmigung der FAA.

International – ICAO

ICAO Annex 14 definiert weltweit gültige Standards für Hindernisbeschränkungen, Hinderniserhebungen und geschützte Lufträume und bildet die Grundlage für nationale Vorschriften. Die ICAO-Leitlinien werden durch Dokumente wie Doc 8168 (PANS-OPS), das Verfahren zum Umgang mit Hindernissen bei Instrumentenflugverfahren enthält, ergänzt.

Flächennutzung und Auswirkungen auf die Gemeinde

Clear Zones und verwandte Schutzbereiche haben erheblichen Einfluss auf die Flächennutzung in Flughafennähe und die Gemeindeplanung:

  • Zonierungsbeschränkungen: Verhindert Wohn-, Gewerbe- oder Versammlungsnutzungen in Hochrisikobereichen.
  • Lärmschutz: Unterstützt Maßnahmen zur Minimierung der Fluglärmbelastung der Bevölkerung.
  • Flughafenerweiterung: Bestimmt Flächenankäufe und beeinflusst langfristige Masterpläne für den Flughafen.

Nichtbeachtung oder nicht kompatible Entwicklungen in Clear Zones oder RPZs können zu betrieblichen Einschränkungen oder teuren Gegenmaßnahmen führen – das unterstreicht die Bedeutung eines proaktiven Managements und die Einbindung der Gemeinde.

Best Practices für Flughäfen

  • Regelmäßige Überprüfungen: Durch häufige Inspektionen und Vermessungen stets aktuelle Hindernisdaten bereitstellen.
  • Zusammenarbeit mit Interessengruppen: Mit lokalen Behörden, Grundstückseigentümern und Entwicklern zusammenarbeiten, um Zonierung und Dienstbarkeiten durchzusetzen.
  • Aufklärung und Kommunikation: Die Öffentlichkeit und Interessengruppen über Zweck und Nutzen von Clear Zones und verwandten Bereichen informieren.
  • Kontinuierliche Einhaltung: Die Hindernismanagementprogramme laufend an neue Vorschriften, Flugzeugtypen und betriebliche Anforderungen anpassen.

Fazit

Die Clear Zone ist ein Grundpfeiler der Flughafensicherheit und bildet die erste Verteidigungslinie gegen Hindernisse und Gefahren am Boden während kritischer Flugphasen. Zusammen mit anderen hindernisfreien Bereichen – RSAs, OFZs, OFAs, OLS und RPZs – schafft sie ein mehrschichtiges Sicherheitssystem, das Flugzeuge, Flughafenpersonal und umliegende Gemeinschaften schützt. Für eine wirksame Verwaltung dieser Bereiche sind die Einhaltung von Vorschriften, sorgfältige Inspektionen, Zusammenarbeit mit der Gemeinde und das Streben nach kontinuierlicher Verbesserung erforderlich.

Für Flughäfen, die Sicherheit und Betriebssicherheit verbessern möchten, ist ein umfassendes Clear Zone-Management nicht nur eine regulatorische Anforderung – es ist Best Practice und ein Schlüssel zur nachhaltigen und gemeindefreundlichen Flughafenentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Clear Zone an einem Flughafen?

Eine Clear Zone ist ein fächerförmiger Bereich hinter dem Ende einer Start- oder Landebahn, der so gestaltet ist, dass er frei von Hindernissen bleibt, die beim Start oder bei der Landung ein Risiko für Flugzeuge darstellen könnten. Ihre Abmessungen und Ausschlusskriterien werden von Behörden wie der FAA und ICAO festgelegt und sie spielt eine wichtige Rolle für die Sicherheit am Flughafen und die Flächennutzungsplanung.

Worin unterscheidet sich eine Clear Zone von einer Runway Safety Area (RSA)?

Beide dienen dem Schutz von Flugzeugen und der Erhöhung der Sicherheit auf der Start- und Landebahn, aber die Clear Zone ist ein spezifischer Bereich hinter dem Ende der Bahn, der vor allem während Anflug und Abflug hindernisfrei bleiben soll. Die RSA hingegen ist ein planiertes, tragfähiges Gebiet neben der Bahn, das als Puffer für Flugzeuge dient, die über die Bahn hinausschießen, zu früh aufsetzen oder von der Bahn abkommen.

Was sind Obstacle Free Zones (OFZ) und Object Free Areas (OFA)?

Die OFZ ist ein Luftraum über Teilen der Start- und Landebahn sowie des Anflugbereichs, der frei von Hindernissen (außer den notwendigen, frangibel montierten Hilfsmitteln) gehalten wird, um Flugzeuge während kritischer Flugphasen zu schützen. Die OFA ist ein bodennaher Bereich, der auf der Start- oder Rollbahn zentriert ist und ebenfalls frei von Objekten bleiben muss – ausgenommen sind nur für die Navigation oder den Flugbetrieb erforderliche Einrichtungen.

Wer reguliert Clear Zones und hindernisfreie Bereiche?

In den Vereinigten Staaten legt die FAA Standards für Clear Zones und hindernisfreie Bereiche durch Advisory Circulars und bundesweite Vorschriften fest. International bietet ICAO Annex 14 den globalen Rahmen, der von nationalen Luftfahrtbehörden weltweit übernommen und angepasst wird.

Wie stehen Runway Protection Zones (RPZ) und Obstacle Limitation Surfaces (OLS) zur Clear Zone?

Die RPZ ist ein bodengebundener Bereich hinter der Start- und Landebahn, der dazu dient, Menschen und Eigentum am Boden im Falle eines Flugzeugabkommens zu schützen. OLS sind eine Reihe imaginärer Flächen, die die maximalen Hindernishöhen rund um einen Flughafen regeln. Sowohl RPZ als auch OLS ergänzen Clear Zones und schaffen ein mehrschichtiges System zur Sicherheit auf dem Flugfeld.

Warum sind Clear Zones für Flughafengemeinden wichtig?

Clear Zones schützen nicht nur den Flugbetrieb, sondern verhindern auch gefährliche Bebauung in Flughafennähe und unterstützen eine sichere Flächennutzung sowie Lärmschutzmaßnahmen. Die Einhaltung der Clear Zone-Anforderungen kann die Zonierung, Immobilienwerte und die Gemeindeplanung rund um Flughäfen beeinflussen.

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