RTK-GPS (Echtzeitkinematisches GPS-System)
RTK-GPS ist eine hochpräzise Positionierungstechnologie, die für Vermessung, Bauwesen, Landwirtschaft und autonome Systeme unerlässlich ist und durch Echtzeit-K...
RTK liefert in Echtzeit zentimetergenaue GNSS-Positionierung mittels Trägerphasenmessungen und Echtzeitkorrekturen – unverzichtbar für Vermessung und Ingenieurwesen.
Echtzeit-Kinematik (RTK) ist eine fortschrittliche GNSS-Technik (Globales Navigationssatellitensystem), die es ermöglicht, in Echtzeit eine Zentimetergenauigkeit bei der Positionsbestimmung zu erreichen. RTK nutzt sowohl Code- als auch Trägerphasenmessungen aus mehreren Satellitenkonstellationen (GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou) sowie Echtzeit-Korrekturdaten von einer präzise vermessenen Basisstation. Durch diese Synergie kann das System Mehrdeutigkeiten auflösen sowie Satelliten-, atmosphärische und lokale Fehler kompensieren, sodass Positionen mit einer Genauigkeit von 1–2 Zentimetern horizontal und 2–4 Zentimetern vertikal erzielt werden – weit besser als Standard-GPS.
Die Echtzeit-Genauigkeit auf Vermessungsniveau von RTK ist unverzichtbar in Berufsfeldern, in denen höchste Präzision erforderlich ist – darunter Land- und Ingenieurvermessung, Bauwesen, Präzisionslandwirtschaft, GIS-Kartierung, Infrastrukturüberwachung und autonome Fahrzeugführung. Durch die Einführung offener Standards (RTCM, NTRIP) sowie mehrkonstellations- und mehrfrequenzfähiger Empfänger ist RTK heute robuster, skalierbarer und zugänglicher als je zuvor.
Eine Basisstation ist ein stationärer GNSS-Empfänger an einem bekannten geodätischen Punkt (oft angebunden an WGS 84 oder ITRF). Sie verfolgt kontinuierlich Satelliten, berechnet die Differenz zwischen der bekannten und der GPS-berechneten Position – quantifiziert so lokale Fehler (Satelliten, Atmosphäre, Mehrwege) – und überträgt diese Korrekturen an Rover. Die Korrekturen werden typischerweise per UHF/VHF-Funk für lokale Abdeckung oder per mobilem Internet (NTRIP) für regionale oder Netzwerk-RTK gesendet.
Permanente Basisstationen (CORS) liefern rund um die Uhr Korrekturen über Internet-Streaming, unterstützen große Vermessungsnetzwerke und Echtzeitanwendungen.
Ein Rover-Empfänger ist die mobile GNSS-Einheit, die sowohl Satellitensignale als auch Korrekturdaten von der Basisstation empfängt. Rover können auf Stangen montiert, auf Fahrzeugen/Robotern/Drohnen installiert oder vom Bediener getragen werden. Sie wenden die Korrekturen in Echtzeit an, um hohe Genauigkeit zu erreichen, und unterstützen statische (stationäre), kinematische (bewegte) oder Stop-and-Go-Vermessungsmodi. Fortschrittliche Rover bieten Mehrkonstellations- und Mehrfrequenzempfang, robuste Bauweise, Bluetooth/WLAN und Integration mit Feldsoftware.
Das Merkmal von RTK ist die Nutzung von Trägerphasenmessungen – es wird die Phase der Trägerwelle des Satellitensignals verfolgt (Wellenlänge ca. 19 cm für GPS L1) und nicht nur der Code. Dadurch sind deutlich feinere Distanzmessungen möglich. Die zentrale Herausforderung ist das Lösen der Ganzzahl-Mehrdeutigkeit: die unbekannte Anzahl ganzer Trägerwellenzyklen zwischen Empfänger und Satellit beim Start. Ist diese gelöst, ist echte Zentimetergenauigkeit erreichbar.
RTK-Korrekturen sind Echtzeit-Datenströme, die von der Basis an den Rover gesendet werden und Fehlerabschätzungen für jeden Satelliten enthalten. Diese Korrekturen (im RTCM-Format) kompensieren Bahn-, Uhren- und atmosphärische Fehler sowie Mehrwege und ermöglichen dem Rover, die Koordinaten direkt korrigiert zu berechnen.
Die Wirksamkeit der Korrekturen hängt von der Basislinienlänge (Abstand Basis–Rover) ab: unter 10–20 km ist optimal; darüber hinaus nimmt die Korrelation der Fehler ab und die Genauigkeit verschlechtert sich. Netzwerk-RTK interpoliert Korrekturen aus mehreren Basisstationen, um Abdeckung und Zuverlässigkeit zu erweitern.
Ein Grundpfeiler von RTK ist die Ganzzahl-Mehrdeutigkeitslösung, also die genaue Ermittlung der Anzahl von Trägerwellenzyklen zwischen Empfänger und Satellit. Ist die Lösung „fix“, erreicht der Rover Zentimetergenauigkeit; andernfalls ist sie „float“ (Dezimeter-/Metergenauigkeit). Eine schnelle, zuverlässige Mehrdeutigkeitslösung erfordert Mehrfrequenzempfang, gute Satellitengeometrie und wenig Signalstörungen.
Moderne RTK-Empfänger verfolgen mehrere GNSS-Konstellationen – GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou (teils auch QZSS, NavIC). Das erhöht die Satellitenverfügbarkeit, verbessert die Geometrie (geringerer PDOP), beschleunigt die Mehrdeutigkeitslösung und sorgt für Robustheit bei Abschattungen.
Steht keine Echtzeitkommunikation zur Verfügung, werden Korrekturen in der Nachbearbeitung (PPK oder statisch) auf die Rohdaten des GNSS nach der Feldarbeit angewendet. So können längere Beobachtungszeiten und komplexere Fehlermodelle genutzt werden, was eine vergleichbare Genauigkeit wie RTK ermöglicht – häufig bei Drohnenkartierungen oder entlegenen Vermessungen.
Die Zentimetergenauigkeit von RTK hängt ab von:
Optimales RTK erreicht 1–2 cm horizontal und 2–4 cm vertikal Genauigkeit.
| Merkmal | Standard-GPS | DGPS | RTK |
|---|---|---|---|
| Genauigkeit | 2–10 Meter | 0,5–5 Meter (Submeter) | 1–2 cm horizontal, 2–4 cm vertikal |
| Korrekturen | Keine | Codephase | Trägerphase |
| Echtzeit-Ausgabe | Ja | Ja | Ja |
| Ganzzahl-Mehrdeutigkeit | Nicht gelöst | Nicht gelöst | Vollständig gelöst |
| Anwendungsfälle | Navigation, Kartierung | Allgemeine Kartierung, Navigation | Vermessung, Maschinensteuerung, GIS |
| Reichweite | Global | Bis 100 km vom Sender | 20 km (klassisch), 50+ km (Netzwerk) |
| Protokolle | NMEA, proprietär | RTCM, proprietär | RTCM, NTRIP |
Echtzeit-Kinematik (RTK) ist der Goldstandard für hochpräzise GNSS-Positionierung in Echtzeit. Durch die Nutzung von Trägerphasenmessungen, Echtzeitkorrekturen und Mehrkonstellationsverfolgung liefert RTK Zentimetergenauigkeit für anspruchsvolle Aufgaben in Vermessung, Bau, Landwirtschaft und Automatisierung. Mit Netzwerk-RTK, standardisierten Protokollen und robusten modernen Empfängern ist RTK heute zugänglicher und leistungsfähiger als je zuvor.
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Echtzeit-Kinematik (RTK) ist eine hochpräzise GNSS-Positionierungstechnik, die eine stationäre Basisstation mit bekannten Koordinaten nutzt, um Echtzeitkorrekturdaten an einen mobilen Rover zu übertragen. Beide Empfänger messen Trägerphasensignale von mehreren Satelliten. Der Rover wendet die Korrekturen auf seine eigenen Beobachtungen an, löst Mehrdeutigkeiten und erreicht so eine Genauigkeit im Zentimeterbereich in Echtzeit.
RTK wird in der Landvermessung, Katasterkartierung, Präzisionslandwirtschaft, Bauabsteckung, Maschinensteuerung, Umweltüberwachung, GIS-Datenerfassung und Navigation autonomer Fahrzeuge eingesetzt – überall dort, wo Echtzeit-Positionierung im Zentimeterbereich entscheidend ist.
Ein typisches RTK-System umfasst einen Basisstations-GNSS-Empfänger (auf einem bekannten Punkt aufgestellt), einen Rover-GNSS-Empfänger (mobil), hochwertige Antennen und eine Kommunikationsverbindung (UHF/VHF-Funk, WLAN oder mobiles Internet per NTRIP) zur Übertragung der Korrekturdaten.
Standard-GPS bietet eine Genauigkeit von 2–10 m; DGPS (Differential GPS) verbessert diese mit codebasierten Korrekturen auf Submeter-Niveau. RTK erreicht eine Genauigkeit von 1–2 cm, indem Trägerphasenmehrdeutigkeiten in Echtzeit mit Korrekturen von einer lokalen oder vernetzten Basisstation gelöst werden.
Netzwerk-RTK verwendet ein Netzwerk von Referenzstationen und interpoliert Korrekturen für den Standort des Rovers, wodurch eine großflächige Abdeckung und zuverlässige Genauigkeit auch in schwierigen Umgebungen erreicht wird. Virtual Reference Station (VRS) ist eine gängige Implementierung.
Beim klassischen RTK sollte sich der Rover für beste Genauigkeit innerhalb von 10–20 km von der Basis befinden. Netzwerk-RTK kann die Einsatzreichweite durch die Kombination von Daten mehrerer Referenzstationen auf 50 km oder mehr erweitern.
Die Mehrdeutigkeitslösung ist der Prozess zur Bestimmung der exakten Anzahl an Trägerwellenzyklen zwischen Satellit und Empfänger. Das Lösen dieser Mehrdeutigkeiten ist unerlässlich für die Zentimetergenauigkeit; andernfalls ist die Lösung weniger präzise (Dezimeter- oder Meterbereich).
Wesentliche Fehlerquellen sind atmosphärische Verzögerungen, Satellitenbahn- und Uhrenfehler, Mehrwegeausbreitung, Signalabschattungen und die Basislinienlänge zwischen Basis und Rover. RTK-Korrekturen und moderne Empfängertechnologie mildern die meisten davon.
Ja. Wenn keine Echtzeitkommunikation möglich ist, können Rohdaten des GNSS aufgezeichnet und später im Büro mittels PPK (Post-Processed Kinematic) für vergleichbare Genauigkeit verarbeitet werden.
RTCM (Radio Technical Commission for Maritime Services) ist der Standard für die Formatierung von Korrekturdaten, und NTRIP (Networked Transport of RTCM via Internet Protocol) wird weit verbreitet für das Streaming von Korrekturen über mobiles Internet genutzt.
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