Touchdown Zone (TDZ)

Runway operations Pilot training Airport safety TDZE

Touchdown Zone (TDZ): Das Fundament sicherer Landebahnbetriebe

Die Touchdown Zone (TDZ) ist ein Grundpfeiler der Flugsicherheit, Landebahngestaltung, Pilotenausbildung und Regelkonformität. Sie bezeichnet den explizit festgelegten Abschnitt einer Landebahn, auf dem landende Flugzeuge erstmals Bodenkontakt herstellen sollen. Die präzise Definition, Markierung und operationelle Bedeutung der TDZ sind essenzielles Wissen für Piloten, Flughafenbetreiber, Aufsichtsbehörden und Luftfahrtprofis weltweit.

Definition und regulatorischer Kontext

Laut dem FAA Pilot/Controller Glossary ist die TDZ:

“Die ersten 3.000 Fuß der Landebahn ab der Schwelle oder bis zum Mittelpunkt bei kürzeren Landebahnen, je nachdem, was weniger ist.”

Internationale Standards der International Civil Aviation Organization (ICAO) in Annex 14 definieren sie ähnlich:

„Der Teil einer Landebahn hinter der Schwelle, auf dem landende Flugzeuge erstmals Bodenkontakt haben sollen.“

Ob unter FAA- oder ICAO-Vorgaben – die TDZ ist nicht willkürlich festgelegt. Sie basiert auf technischen, operationellen und sicherheitsrelevanten Erwägungen, um sicherzustellen, dass stets genügend Landebahn für ein sicheres Abbremsen bleibt – auch bei schlechtem Wetter oder im Notfall. Die Abmessungen können bei kurzen Landebahnen unter 3.000 Fuß liegen, wobei immer Sicherheit und Regelkonformität Vorrang haben.

Rolle der TDZ im Flughafen- und Flugbetrieb

Die TDZ ist entscheidend für:

  • Landungsleistung: Gewährleistet ausreichend verbleibende Landebahn für sicheres Anhalten unter Berücksichtigung von Faktoren wie Geschwindigkeit, Wetter und Flugzeuggewicht.
  • Pilotenbriefing und Anflugplanung: Piloten werden darin geschult, die TDZ als Landebereich anzusteuern; gelingt dies nicht, ist ein Durchstart vorgeschrieben.
  • Regelkonformität: FAA 14 CFR 91.175(c) verlangt bei kommerziellen Flügen eine Landung innerhalb der TDZ bei Instrumentenanflügen. Verstöße können zu Untersuchungen führen.
  • Entwurf von Anflugverfahren: Instrumentenanflugminima verwenden TDZE als Referenz für Hindernisfreiheit und Höhenvorgaben.
  • Runway Visual Range (RVR)-Meldung: Sichtmesssensoren sind häufig in der TDZ platziert, was ihre Bedeutung für sichere Landungen bei geringer Sicht unterstreicht.

Physische Merkmale und Markierungen

Standardabmessungen:

  • Für Landebahnen ≥6.000 Fuß: TDZ ist 3.000 Fuß ab der Schwelle.
  • Für kürzere Landebahnen: TDZ ist der geringere Wert aus 3.000 Fuß, Bahnmittelpunkt oder erstem Drittel.

Markierungen:

  • TDZ-Markierungen (TDZM): Paare weißer Balken, je 75 Fuß lang und 6 Fuß breit, im Abstand von 500 Fuß, beginnend direkt hinter dem Anflugzielpunkt (1.000 Fuß ab Schwelle).
  • Anzahl der Paare: Bis zu sechs Paare auf langen Bahnen; weniger auf kurzen, um Überlappungen zu vermeiden.

Beleuchtung:

Instandhaltung:
TDZ-Markierungen müssen für Sichtbarkeit und Genauigkeit instand gehalten werden. Verblasste oder falsch ausgerichtete Markierungen stellen ein Sicherheitsrisiko dar und unterliegen strenger Kontrolle.

Regulatorische Besonderheiten: FAA, ICAO und Betreiber-Richtlinien

  • FAA: Verlangt Landungen innerhalb der TDZ bei kommerziellen (Part 121/135) Instrumentenanflügen. TDZE wird auf Anflugkarten veröffentlicht und für Minima verwendet.
  • ICAO: Entspricht den FAA-Anforderungen, kann aber zusätzliche Vorgaben zu Markierungen, Beleuchtung und Meldungen enthalten. Lokale AIPs sind zu beachten.
  • Betreiber: Fluggesellschaften können strengere Anforderungen (z. B. Landung im ersten Drittel oder der ersten Hälfte) basierend auf Risikoanalysen und Erfahrung festlegen.

Wichtig:
Piloten und Betreiber müssen stets die strengste anwendbare Regel – sei es behördlich, betrieblich oder flughafenspezifisch – einhalten, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

TDZ in der Pilotentscheidung und Anflugverfahren

  • Anflugzielpunkt vs. TDZ:
    Der Anflugzielpunkt (zwei breite weiße Rechtecke bei 1.000 Fuß) ist das visuelle Ziel; die TDZ ist der größere Bereich, in dem die Landung zulässig und sicher ist.
  • Stabilisierter Anflug:
    Ist eine sichere Landung innerhalb der TDZ bis spätestens 500 Fuß über Grund nicht gewährleistet, ist gemäß internationalen Best Practices und SOPs ein Durchstart Pflicht.
  • Berechnung der Landedistanz:
    Die erforderliche Landedistanz muss eine Landung innerhalb der TDZ ermöglichen, mit zusätzlichen Puffern nach Betreiberangaben.
  • Durchstart-Regel:
    Eine Landung hinter der TDZ birgt ein erhebliches Überlaufrisiko; Vorschriften und Best Practice verlangen in diesem Fall einen Durchstart.

TDZ-Markierungen: Technische Details

  • Muster:
    Paare paralleler weißer Balken, 75 Fuß lang, 6 Fuß breit, alle 500 Fuß ab direkt hinter dem Anflugzielpunkt bis zu 3.000 Fuß.
  • Anzahl der Paare:
    Bis zu sechs Paare, je nach Bahnlänge und zur Vermeidung von Überlappungen.
  • Beleuchtung:
    TDZL (wo vorhanden) bietet zusätzliche Führung bei geringer Sicht.

Markierungen entsprechen FAA AC 150/5340-1 und ICAO Annex 14.

Touchdown Zone Elevation (TDZE): Bedeutung und Nutzung

  • Definition:
    Die höchste Geländehöhe in den ersten 3.000 Fuß ab der Schwelle.
  • Nutzung:
    TDZE wird auf Anflugkarten veröffentlicht, dient als Referenz für Anflugminima (MDA/DA) und ermöglicht präzises Höhenbewusstsein.
  • Genauigkeit:
    Flughäfen müssen TDZE vermessen und veröffentlichen; Fehler können zu unsicheren Anflügen führen.

Häufige Missverständnisse zur TDZ

  • Anflugzielpunkt vs. TDZ:
    Der Anflugzielpunkt liegt innerhalb der TDZ und ist nicht die gesamte TDZ.
  • TDZ-Länge:
    Nicht immer 3.000 Fuß; bei kurzen Bahnen kann sie kürzer sein.
  • Markierung vs. operationelle Anforderung:
    Die TDZ existiert operativ auch ohne physische Markierung auf jeder Bahn.
  • Überlaufrisiko:
    Eine Landung hinter der TDZ ist gefährlich und meist regelwidrig.

Praktische Anwendungen und Beispiele

  • Verkehrsflugzeuge:
    Fluggesellschaften verlangen Landungen innerhalb der TDZ; ist das nicht möglich, ist ein Durchstart Pflicht.
  • Ausbildung:
    Fluglehrer betonen TDZ-Landungen; Prüfer bewerten die Landegenauigkeit in Bezug auf die TDZ.
  • Flughafenzertifizierung:
    TDZ-Markierungen und -Beleuchtung werden im Rahmen der FAA Part 139-Zertifizierung geprüft.
  • Entwurf von Anflugverfahren:
    Instrumentenanflüge nutzen TDZE für Minima und Hindernisfreiheit.
  • Kurze Landebahnen:
    Die TDZ kann nur 1.500 Fuß lang sein; Piloten müssen das einplanen.
  • Hochpräzisionsbahnen:
    Vollständige TDZM und TDZL unterstützen sichere Landungen unter allen Bedingungen.

Glossar verwandter Begriffe

  • Touchdown Zone (TDZ):
    Festgelegter Bereich der Landebahn (meist erste 3.000 Fuß) für den geplanten Bodenkontakt.
  • Touchdown Zone Markings (TDZM):
    Weiße Balkenpaare alle 500 Fuß zur visuellen Abgrenzung der TDZ.
  • Anflugzielpunkt-Markierungen:
    Breite weiße Rechtecke bei 1.000 Fuß ab Schwelle, visuelles Ziellandepunkt.
  • Touchdown Zone Elevation (TDZE):
    Höchste Geländehöhe in der TDZ, auf Anflugkarten veröffentlicht.
  • Präzisionslandebahn:
    Landebahn mit ILS, die TDZM und oft TDZL erfordert.
  • Runway Visual Range (RVR):
    Sichtweitenmessung, oft mit Sensoren in der TDZ.

Autoritative Referenztabelle

MerkmalStandardspezifikationPraxishinweis
Länge3.000 Fuß ab Schwelle (oder kürzer)Erstes Drittel oder Mittelpunkt bei kurzen Bahnen
MarkierungenWeiße Balken, 75’x6’, alle 500’Bis zu sechs Paare auf Bahnen ≥6.000 Fuß
BeleuchtungWeiße eingelassene Lichter (TDZL), falls vorhandenFür Betrieb bei geringer Sicht
TDZEHöchste Geländehöhe in den ersten 3.000’Auf Anflugkarten veröffentlicht
Operationelle BedeutungVorschrift bei allen InstrumentenlandungenLandung außerhalb TDZ = Durchstart
Zuständige BehördeFAA, ICAO, Flughafen-/Betreiber-SOPsImmer strengste Vorgabe einhalten

Zusammengefasst:
Die Touchdown Zone (TDZ) ist ein essenzieller Abschnitt der Landebahn, der für sichere, standardisierte Landungen konzipiert ist. Sie ist präzise definiert, markiert und reguliert, um maximale Sicherheit bei jeder Ankunft zu gewährleisten. Das Verständnis ihrer Funktion, Markierungen, des regulatorischen Kontexts und der Auswirkungen auf die Pilotentscheidung ist für alle in der Luftfahrt unverzichtbar.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist die Touchdown Zone (TDZ) auf einer Landebahn?

Die Touchdown Zone (TDZ) ist der festgelegte Bereich einer Landebahn – in der Regel die ersten 3.000 Fuß ab der Schwelle – auf dem landende Flugzeuge den ersten Bodenkontakt herstellen sollen. Die TDZ bietet ausreichend verbleibende Landebahn für sicheres Abbremsen und ist auf Präzisionslandebahnen zur Pilotenführung markiert.

Wie ist die TDZ markiert und warum sind diese Markierungen wichtig?

TDZ-Markierungen bestehen aus Paaren paralleler weißer Balken, jeweils 75 Fuß lang und 6 Fuß breit, die im Abstand von 500 Fuß hinter dem Anflugzielpunkt angeordnet sind. Diese Markierungen bieten essenzielle visuelle Orientierung für Piloten, insbesondere bei schlechter Sicht, und helfen, Landungen im sichersten Landebahnabschnitt sicherzustellen.

Hat jede Landebahn eine 3.000-Fuß-TDZ?

Nein. Während 3.000 Fuß Standard für Landebahnen mit mindestens 6.000 Fuß Länge sind, haben kürzere Bahnen eine TDZ, die dem jeweils kleineren Wert von 3.000 Fuß, dem Bahnmittelpunkt oder dem ersten Drittel entspricht. Manche Sicht- oder Nicht-Präzisionslandebahnen haben keine physischen TDZ-Markierungen, aber das operative TDZ-Konzept gilt dennoch.

Was passiert, wenn ein Pilot hinter der TDZ landet?

Eine Landung hinter der TDZ erhöht das Risiko eines Landebahnüberlaufs und kann gegen Vorschriften oder Richtlinien der Fluggesellschaft verstoßen, insbesondere bei Instrumentenanflügen. Piloten werden trainiert, einen Durchstart einzuleiten, wenn eine sichere Landung innerhalb der TDZ nicht möglich ist.

Was ist die Touchdown Zone Elevation (TDZE) und warum ist sie wichtig?

TDZE ist die höchste Geländehöhe in den ersten 3.000 Fuß der Landebahn ab der Schwelle. Sie dient als Referenz für Anflugminima und zur Kalibrierung von Höhenmessern, um sichere und präzise Landevorgänge zu gewährleisten.

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