Was ist Touchdown Zone Lighting (TDZL)?
Touchdown Zone Beleuchtung (TDZL): Luftfahrt-Glossar und Technische Referenz
Touchdown Zone Lights (TDZL) sind ein Eckpfeiler moderner Landebahnbeleuchtung und bieten Piloten während der kritischsten Flugphase – der Landung – essenzielle visuelle Führung. Ihr Design, ihre Anordnung und technische Spezifikationen sind präzise geregelt, um Einheitlichkeit und Betriebssicherheit an Flughäfen weltweit zu gewährleisten.
Was sind Touchdown Zone Lights (TDZL)?
Touchdown Zone Lights sind Reihen hochintensiver, dauerleuchtender weißer Lichter, die symmetrisch in der Aufsetzzone von Landebahnen mit Präzisionsinstrumentenanflug installiert sind. Sie beginnen 100 Fuß (30 Meter) hinter der Landebahnschwelle und erstrecken sich bis zu 3.000 Fuß (900 Meter) oder bis zur Landebahnmitte, je nachdem, was kürzer ist. TDZLs bestehen aus zwei parallelen Reihen auf beiden Seiten der Mittellinie.
TDZLs sind von Luftfahrtbehörden wie FAA und ICAO für Landebahnen mit Kategorie II- und III-Instrumentenlandesystemen (ILS) vorgeschrieben oder empfohlen und ermöglichen sichere Landungen bei schlechter Sicht und nachts.
Beispielhafte TDZL-Anordnung
Bild: Schematische Darstellung einer typischen TDZL-Anordnung mit parallelen Reihen, beginnend 100 Fuß hinter der Schwelle und bis zu 3.000 Fuß verlaufend.
Zweck und Funktion der TDZL
Verbesserung von Landegenauigkeit und Sicherheit
TDZLs bieten eindeutige visuelle Hinweise für Piloten, um die optimale Aufsetzzone zu identifizieren – besonders, wenn die Markierungen der Landebahn durch Dunkelheit, Niederschlag, Nebel oder andere Sichtbehinderungen verdeckt sind. Sie unterstützen die Betriebssicherheit direkt durch:
- Klar abgegrenzte Aufsetzzone, was das Risiko von langen Landungen oder Landebahnüberschreitungen verringert.
- Unterstützung der Piloten beim Übergang vom Instrumenten- zum Sichtflug, insbesondere bei CAT II/III-Anflügen, bei denen die Runway Visual Range (RVR) bis zu 75 Meter betragen kann.
- Verstärkung der richtigen Landetechnik durch Markierung des „Anflugpunktes“ und des optimalen Aufsetzfensters.
Integration mit anderen Beleuchtungssystemen
TDZLs sind so konzipiert, dass sie nahtlos mit Mittellinienlichtern (RCL), Landebahnrandlichtern (REL) und Anfluglichtsystemen (ALS) zusammenarbeiten und so eine kontinuierliche und logische Abfolge visueller Informationen für Piloten schaffen. Diese Integration ist bei schlechten Sichtverhältnissen entscheidend, wenn das erste äußere Anzeichen am Minimum oft die TDZLs sind.
Einhaltung von Vorschriften
TDZLs sind für CAT II/III-Landebahnen sowohl von der FAA (siehe AC 150/5340-30) als auch von der ICAO (Anhang 14) vorgeschrieben. Ihre Anwesenheit ist Voraussetzung für den Betrieb bei schlechter Sicht und sie müssen nach strengen Vorgaben hinsichtlich Intensität, Platzierung und Redundanz gewartet werden.
Technische Spezifikationen der TDZL
Anordnung und Platzierung
- Beginn: 100 Fuß (30 Meter) hinter der Landebahnschwelle
- Ende: Bis zu 3.000 Fuß (900 Meter) oder Landebahnmitte
- Anordnung: Zwei parallele Reihen, jeweils 30 Fuß (9 Meter) von der Mittellinie entfernt
- Balkenkonfiguration: Jeder Balken besteht aus drei oder mehr Leuchtkörpern, im Abstand von 100 Fuß entlang der Landebahnachse platziert
Lichteigenschaften
- Farbe: Dauerleuchtend weiß
- Intensität: 10.000–20.000 Candela, anpassbar an andere eingelassene Landebahnleuchten
- Strahlenführung: Optimiert für Sichtbarkeit ohne Blendung, entsprechend ICAO- und FAA-Photometrie-Standards
Bauweise und Zuverlässigkeit
- Versenkte, tragfähige Gehäuse ausgelegt für schwere Flugzeuge
- Hochfeste Borosilikatglaslinsen für Langlebigkeit und Chemikalienresistenz
- Abgedichtete Einheiten zum Schutz vor Wasser und Schmutz
- Eigene Stromkreise mit Notstromversorgung und redundanter Verkabelung an großen Flughäfen
Steuerung und Redundanz
- Integriert in Landebahnbeleuchtungs-Steuerungssysteme zur manuellen, ATC-, automatischen oder pilotengesteuerten Intensitätsregelung
- Redundante Stromversorgung (Generatoren oder USV), um den Betrieb bei Stromausfällen sicherzustellen
TDZL Technische Konfiguration (Tabelle)
| Spezifikation | Wert/Anforderung |
|---|---|
| Startpunkt | 100 ft (30 m) hinter Landebahnschwelle |
| Endpunkt | 3.000 ft (900 m) oder Landebahnmitte |
| Reihenanordnung | 2 parallele Reihen, jeweils 9 m (30 ft) von der Mittellinie |
| Lichtbalken-Abstand | 100 ft (30 m) entlang der Landebahnachse |
| Lichtfarbe | Dauerleuchtend weiß |
| Lampenintensität | 10.000–20.000 Candela (einstellbar) |
| Gehäusekonstruktion | Tragfähig, versenkt, abgedichtet, hochfestes Glas |
| Steuerungssystem | Manuell, ATC, automatisch oder pilotengesteuert |
Betrieb: Pilotenverfahren und Visuelle Hilfen
TDZLs spielen eine entscheidende Rolle für das Situationsbewusstsein und die Landetechnik von Piloten, besonders bei herausfordernden Bedingungen.
Visuelle Identifikation
- TDZLs erscheinen als helle, parallele weiße Linien, die direkt hinter der Landebahnschwelle beginnen.
- Bei schlechter Sicht oder nachts sind sie oft das erste deutliche Landebahnmerkmal für den Piloten.
Landetechnik
- Piloten sind darin geschult, innerhalb des beleuchteten TDZL-Bereichs aufzusetzen, um die verfügbare Landebahnlänge optimal zu nutzen und Überrollrisiken zu minimieren.
- Standardverfahren verlangen ein Durchstarten, wenn die Landung nicht bis zum Ende des TDZL-Bereichs erfolgt ist.
Integration mit weiteren visuellen Hilfen
- TDZLs arbeiten mit Anfluglichtern, Mittellinien- und Randlichtern zusammen und bieten eine gestaffelte Abfolge von Hinweisen:
- ALS für Ausrichtung und Sinkflug
- Schwellenlichter und REILs zur Landebahnidentifikation
- TDZLs zur Landeführung
- Mittellinie/Rand für Ausrollen und Anhalten
Beispiel für eine Piloten-Briefing-Ansage
„Erwarten Sie Landebahn 16L mit TDZLs und Mittellinienbeleuchtung. Minimums für CAT II. Aufsetzzone beginnt 100 Fuß hinter der Schwelle, endet bei 3.000 Fuß. Wenn Sie bis zum Ende der Lichter nicht unten sind, starten Sie durch.“
TDZL Betriebsnutzung (Tabelle)
| Szenario | TDZL-Visuals | Pilotenaktion |
|---|---|---|
| Nacht, Anflug bei schlechter Sicht | Helle, parallele Reihen sichtbar | Innerhalb des beleuchteten Bereichs landen |
| Tag, ohne Beleuchtung | Nur Markierungen sichtbar | Markierte Aufsetzzone als Referenz nutzen |
| TDZL-Ausfall (NOTAM aktiv) | Keine Lichter in der Aufsetzzone | Erhöhte Aufmerksamkeit, andere Hinweise nutzen |
| Aufsetzen hinter dem TDZL-Bereich | TDZLs hinter dem Flugzeug | Durchstart erwägen, Bremsweg beurteilen |
Vorschriften: FAA, ICAO und Weltweite Harmonisierung
FAA-Standards
- Für CAT II/III-Landebahnen gemäß AC 150/5340-30 und AIM Abschnitt 2-1-5 vorgeschrieben
- Legt Installation, Intensität, Wartung und Ausfallmeldung (per NOTAM) fest
- Ausfälle können Anflüge einschränken oder Mindestwerte erhöhen
ICAO Anhang 14
- Internationaler Standard für TDZL-Design und Betrieb
- Verlangt weiße Lichter, zwei Reihen, 60–900 Meter (200–3.000 ft) von der Schwelle entfernt
- Photometrische Prüfung und Einhaltung für die Zertifizierung vorgeschrieben
Wartung & Ausfallmeldung
- Regelmäßige Inspektion, Reinigung und photometrische Überprüfung erforderlich
- Jede Nichtverfügbarkeit wird per NOTAM gemeldet, schnelle Behebung ist Pflicht
TDZL vs. andere Landebahnbeleuchtungssysteme
| Systemname | Position | Farbe | Funktion | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|---|
| Touchdown Zone Lights (TDZL) | 100–3.000 ft hinter Schwelle | Weiß | Markiert die Aufsetzzone | Präzisions-/LVO-Anflüge |
| Landebahnrandlichter (REL) | Entlang der Landebahnränder | Weiß/Gelb | Markieren seitliche Begrenzungen | Alle Nacht-/Sichtminderungsbetriebe |
| Mittellinienlichter | Entlang der Landebahnmittellinie | Weiß/Rot | Ausrichtung, Reststreckenanzeige | Präzisions-/LVO-Anflüge |
| Anfluglichtsystem (ALS) | Anflugweg, vor der Schwelle | Weiß/Rot | Ausrichtungs-/Sinkflugführung | Instrumentenanflugbahnen |
| PAPI / VASI | Neben der Landebahn, Anflugseite | Rot/Weiß | Gleitweg-Anzeige | Sichtanflüge |
| Schwellenkennungslichter | An den Seiten der Landebahnschwelle | Weiß (blinkend) | Schwellenidentifikation | Schwellenmarkierung |
Konstruktion, Wartung und Einschränkungen
Haltbarkeit der Leuchten
- Versenkte, hochfeste Bauweise widersteht Flugzeuglasten, Schnee, Chemikalien und Witterung
Elektrische Zuverlässigkeit
- Redundante Stromkreise, Notstromversorgung an Großflughäfen
- Fehlererkennung und ringförmige Verkabelung
Einschränkungen
- Nicht auf allen Landebahnen installiert, da kosten- und wartungsintensiv
- Wirksamkeit kann durch Schnee, Gummiablagerungen oder Wasser reduziert werden
- Präzise Ausrichtung und Integration nötig, um visuelle Verwirrung zu vermeiden
Ausfallprotokolle
- Ausfälle per NOTAM melden
- Betriebseinschränkungen bei Ausfall der TDZLs möglich
- Regelmäßige Wartung inkl. photometrischer Prüfung und Reinigung
TDZL bei schlechten Sichtverhältnissen (LVO)
Rolle bei CAT II/III-Anflügen
- TDZLs sind oft das erste sichtbare Landebahnmerkmal bei LVO und ermöglichen sichere Landungen bei RVRs bis zu 75 Metern
- Voraussetzung für LVO-Zertifizierung von Flughäfen und Fluggesellschaften
Betriebliche Redundanz
- Redundante Strom- und Steuerungssysteme vorgeschrieben
- Bestandteil der Betriebsbereitschaftskontrolle vor LVO-Anflügen
Merkhilfen und Eselsbrücken für Piloten
- Merkhilfe für Bereich: „100 bis 3.000 – bleib in der Zone.“
- Merkhilfe für Aktion: „Wenn die Lichter enden, durchstarten.“
Wichtigste Erkenntnisse
- TDZLs sind für sichere, präzise Landungen auf Präzisionslandebahnen, besonders bei schlechter Sicht, unerlässlich.
- Sie werden streng von ICAO und FAA geregelt und sind für CAT II/III-Instrumentenanflüge vorgeschrieben.
- Der richtige Umgang und die Wartung von TDZLs sind zentral für Flughafensicherheit, Pilotentraining und Betriebssicherheit.
Für weitere Details, Regelwerke oder Beratung zu TDZL-Upgrades kontaktieren Sie unser Team oder vereinbaren Sie eine Live-Demo .
Häufig gestellte Fragen
- Wo werden Touchdown Zone Lights (TDZL) installiert?
- TDZL werden auf Präzisionslandebahnen mit Instrumentenanflug installiert, typischerweise auf solchen, die CAT II/III ILS-Betrieb an großen Flughäfen unterstützen. Sie beginnen 100 Fuß hinter der Schwelle und erstrecken sich bis zu 3.000 Fuß, angeordnet in zwei parallelen Reihen auf beiden Seiten der Landebahnmittellinie.
- Warum sind TDZLs für den Betrieb bei schlechter Sicht wichtig?
- TDZLs bieten Piloten entscheidende visuelle Anhaltspunkte während Landungen bei schlechter Sicht oder nachts. Sie markieren klar den Beginn und das Ende der optimalen Aufsetzzone, verringern das Risiko von langen Landungen oder Landebahnüberschreitungen und sind für CAT II/III ILS-Anflüge vorgeschrieben.
- Wie werden TDZLs gewartet und was passiert bei einem Ausfall?
- TDZLs erfordern regelmäßige Inspektion, Reinigung und photometrische Prüfungen, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Ausfälle müssen per NOTAM gemeldet werden, Anflüge können eingeschränkt oder Mindestwerte erhöht werden, wenn TDZLs außer Betrieb sind. Die Wartung umfasst die Sicherstellung der korrekten Intensität, Ausrichtung und Unversehrtheit der Leuchten.
- Wie unterscheiden sich TDZLs von anderen Landebahnbeleuchtungssystemen?
- TDZLs markieren speziell die Aufsetzzone, während Systeme wie Landebahnrandlichter die seitlichen Begrenzungen definieren, Mittellinienlichter für die Ausrichtung sorgen und Anfluglichter bei der Sinkflugführung helfen. Jedes System hat eine eigene Funktion, arbeitet jedoch zusammen für sichere Landungen, besonders unter schwierigen Bedingungen.


